01.03.2021 - 10:43

ADL stellt H2-Doppeldeckerbus auf neue Plattform

Der schottische Busbauer Alexander Dennis Limited (ADL) hat seinen Wasserstoff-Doppeldeckerbus der nächsten Generation angekündigt. Das unter dem Projektnamen H2.0 entwickelte Modell soll noch in diesem Jahr auf die Straßen kommen und es auf eine Reichweite von bis zu 300 Meilen bringen – also etwa 480 Kilometer.

Zu den technischen Daten gibt ADL noch kaum Details preis. Klar ist lediglich, dass der H2.0 mit einem Brennstoffzellenmodul von Ballard sowie dem elektrischen Antriebssystem VEDS von Voith ausgerüstet wird und dass weniger H2-Tanks mit höherem Volumen an Bord sein werden. Das Modell baut auf ADLs Wasserstoff-Plattform der zweiten Generation auf, „in die die Erkenntnisse aus landesweiten Tests eingeflossen sind“, wie es in einer begleitenden Pressemitteilung heißt.

Kurzer Rückblick: Nach über zwei Jahren Entwicklungszeit kündigte ADL Im November 2018 den Enviro400FC als ersten zweiachsigen BZ-Doppelstockbus an. Dazu kooperierten die Briten mit dem Brennstoffzellen-Systemintegrator Arcola Energy. Als Technologiepartner agierte zudem Zulieferer ZF, der seine Elektroportalachse AxTrax AVE mit integriertem Radnabenantrieb sowie Wechselrichter und Steuerkomponenten beisteuerte. Der Prototyp des Busses wurde in mehreren britischen Städten getestet.

Auf der Webseite der Briten wird bereits nur noch der Nachfolger des H2-Busses aufgeführt. „Der H2.0 wird ein Meilenstein für die Null-Emissions-Technologie sein, mit einer konkurrenzlosen Effizienz, die eine klassenführende Reichweite bietet, perfekt für Strecken mit hoher Kilometerleistung, die die Batterietechnologie nicht abdeckt“, sagt ADL-Präsident und -Geschäftsführer Paul Davies.

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Auf das elektrische Antriebssystem von Voith, das in dem neuen Modell zum Einsatz kommt, setzt übrigens auch der nordirische Bushersteller Wrightbus. Dieser Tage kündigte das Unternehmen an, Voith als exklusiven Partner zur Lieferung des VEDS für die zweite Generation seiner Batterie-elektrischen und Brennstoffzellen-Busse für Europa ausgewählt zu haben.

Der deutsche Zulieferer hat nach eigenen Angaben das VDES speziell für die Anforderungen des öffentlichen Verkehrs entwickelt. Der 340 kW starke E-Motor soll selbst Doppeldecker-, schwere Gelenkbusse und Lkw über große Distanzen antreiben können. Zu dem System gehört noch ein wassergekühltes Umrichtersystem, ein Antriebsmanagement (DMU genannt), weitere Umrichter für Nebenaggregate sowie das fahrzeugseitige Lademanagement inklusive der Verkabelung. Davon verspricht sich Voith eine möglichst hohe Effizienz, da alle Komponenten aufeinander abgestimmt seien. Voith hatte das VDES 2017 angekündigt und ein Jahr später erste Details zu dem Antriebssystem genannt. Im November 2020 gab das Unternehmen zudem bekannt, dass Orten Electric-Trucks ebenfalls auf das VDES setzt.

Nun schwenkt also auch ADL bei seinen BZ-Doppeldeckern auf dieses Antriebssystem um. Der H2.0 wird in Großbritannien entwickelt und gebaut. Großen Einfluss hat aber die amerikanische Konzernmutter NFI, die den schottischen Bushersteller 2019 übernommen hatte. So gibt ADL bekannt, dass die neue H2.0-Plattform für den BZ-Doppeldecker „auf der mehr als 25-jährigen Wasserstoff-Erfahrung von New Flyer aufbaut“, einer weiteren Tochter der NFI-Gruppe.

Der Konzern gilt als größter Bushersteller Nordamerikas und setzt zunehmend auf den Technologieaustausch zwischen seinen Töchtern. NFI besitzt unter anderem die Marken New Flyer, MCI, Plaxton, Arboc und Alexander Dennis Limited. Erst vor wenigen Tagen hat beispielsweise Arboc einen Batterie-elektrischen Niederflurbus mit der E-Antriebstechnologie von New Flyer für den Nordamerika-Markt vorgestellt. Arboc deckt in der Gruppe allen voran das Segment der Niederflur-Klein- und Midibusse ab.
alexander-dennis.com

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01.03.2021 10:20