31.03.2021 - 13:03

Hamburg legt eigene E-Taxi-Förderung auf

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In Hamburg startet ein Förderprojekt für Elektro-Taxis. Kern des nun vorgestellten Projekts „Zukunftstaxi“ ist die Förderung von 130 E-Taxis mit jeweils bis zu 10.000 Euro über einen Zeitraum von zwei Jahren – zusätzlich zur Förderung des Bundes.

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Details der notwendigen Verwaltungsvereinbarung zur Kumulation mit dem Umweltbonus nennt die Stadt Hamburg in der Mitteilung nicht. Dort heißt es jedoch wörtlich: „Die Förderung des Bundes und der Fahrzeughersteller (bis zu 9.000 Euro) gibt es zusätzlich.“ Oftmals wurde im Rahmen der Verwaltungsvereinbarung geregelt, dass die zusätzliche Förderung den Bundesanteil beim Umweltbonus ersetzt – in der Praxis können die Antragsteller also den Herstelleranteil mit der zusätzlichen Förderung kombinieren – hier soll offenbar der volle Umweltbonus gewährt werden.

Im Rahmen von „Zukunftstaxi“ wird die Anschaffung von E-Taxis mit bis zu 10.000 Euro bezuschusst. Sind die E-Taxis nachweislich für die Beförderung von in ihren Rollstühlen sitzenden Menschen geeignet, beträgt die Förderungssumme sogar 20.000 Euro. „Mobilität im Verkehr ist gerade für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen eine Notwendigkeit, um selbstbestimmter, inklusiver und barrierefrei von einem Ziel an das andere zu gelangen“, sagt Katharina Fegebank, Senatorin für Gleichstellung. „Viele Hamburgerinnen und Hamburger benötigen dazu deshalb den gleichberechtigten Zugang zu Beförderungsmitteln.“

Wer mit 10.000 bzw. 20.000 Euro gefördert werden will, muss an der ersten Phase der städtischen Förderung teilnehmen. In dieser Phase (vom 12. April bis 31. Dezember 2021) werden 130 E-Taxis mit den genannten 10.000 Euro und 20 barrierefreie Taxis mit 20.000 Euro gefördert – oder bis das Kontingent ausgeschöpft ist. Am 1. Oktober 2021 startet die zweite Phase, in der weitere 170 E-Taxis mit bis zu 5.000 Euro und 30 für die Rollstuhlbeförderung geeignete Taxen mit bis zu 10.000 Euro gefördert werden. Die städtische Förderung wird dabei durch „umfassende private Initiativen und Förderungen der beteiligten Unternehmen“ ergänzt.

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Das Projekt wird mit bis zu drei Millionen Euro aus dem Hamburger Klimaplan finanziert. Die Stadt erhofft sich eine Hebelwirkung, da Taxis mit im Schnitt 63.000 Kilometern pro Jahr auf eine deutlich höhere Laufleistung als ein Privat-Pkw kommen.

Wie die Stadt Hamburg betont, sei das zum 1. April startenden Projekt „Zukunftstaxi“ „im Schulterschluss“ mit den Hamburger Taxenvermittlern und Verbänden entwickelt worden. „Wir sehen das Taxengewerbe als Teil des öffentlichen Verkehrsangebot von morgen – das Taxi ist ein wichtiger Baustein im Umweltverbund der Stadt und soll dies auch in Zukunft bleiben“, sagt Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende. „Gerade in dieser coronabedingt sehr schwierigen Zeit sind wir eng mit dem Gewerbe im Austausch und wollen gemeinsam in die Zukunft gehen.“

Christian Brüggmann, Geschäftsführender Vorstand Taxen-Union Hamburg e. V., ergänzt: „Seit Jahren bemühen wir uns intensiv um den Einsatz von Elektrofahrzeugen im Hamburger Taxigewerbe. In der Anfangsphase gab es viele Hemmnisse und Bedenken. Heute hat sich das Fahrzeugangebot deutlich verbessert. Das Wissen um die Technik ist gewachsen.“

Das bestätigt auch Thomas Lohse, Vorstand der Hansa Funktaxi eG. Auf dem Hansa-Taxi-Firmengelände in Billstedt steht bereits eine Ladesäule, die AC- und DC-Laden ermöglicht. Weitere Ladesäulen werden demnach geprüft. Zudem wird laut Lohse eine eigene Bestellfunktion für ein E-Taxi in die App „taxi.eu“ integriert. Zudem gibt es eine eigene Telefonnummer. „Wir werden für das Projekt ‚Zukunftstaxi‘ eine eigene Telefonnummer – 211 255 – einrichten“, sagt Lohse. „Schließlich gehen immer noch rund 80 Prozent der Aufträge über das Telefon ein.“

Auch der Fahrtenvermittler Uber will sich an dem Programm beteiligen. Dazu gehört laut der Mitteilung des Unternehmens ein „finanzieller Bonus“ für Taxi-Partner, die sich für die Anschaffung eines vollelektrischen Taxis entscheiden. Zudem startet mit „Taxi Green“ eine neue Bestelloption für Hamburg, bei der Kunden explizit ein Elektrotaxi bestellen können. Diese Funktion will Uber erst freischalten, wenn es ausreichend E-Taxis gebe.

„Zukunftstaxi“ ist ein gemeinsames Projekt der Stadt Hamburg, der Hamburger Taxiverbände und -vermittler, der Handelskammer Hamburg und der Hamburger Taxiunternehmen. Unterstützt wird es durch die Partner Deutsche Telekom, Stromnetz Hamburg, Hamburg Energie, hySolutions, Moia, das Fachmagazin „Taxi Times“ und den Bundesverband Taxi und Mietwagen.

Update 17.05.2021: Binnen kürzester Zeit war das Fördervolumen der ersten Stufe, die eine Förderung von 130 E-Taxis und 20 E-Inklusionstaxis vorsieht, ausgeschöpft. Bis Ende Mai müssen jetzt die Taxiunternehmen eine verbindliche Fahrzeugbestellung vorweisen – ansonsten können Nachrücker die Förderung erhalten. 22 Nachweise sind bereits eingegangen, dabei war der VW ID.4 das am häufigsten vertretene Modell.

„Hamburgs Taxiunternehmen und –verbände haben die Zukunft fest im Blick“, sagt Senator Anjes Tjarks. „Gemeinsam mit allen Partnern des Projekts wollen wir es schaffen, dass schon zum ITS-Kongress im Oktober ein signifikanter Anteil von E-Taxis sauber, leise und inklusiv als wichtiger Teil des Umweltverbunds über Hamburgs Straßen rollt.“
hamburg.de (Mitteilung), hamburg.de (Broschüre als PDF), hamburg.de (Projektseite), telekom.com (Mitteilung der Telekom), freenow.de (Mitteilung von Free Now), uber.com (Mitteilung von Uber), taxi-times.com (Update)

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3 Kommentare zu “Hamburg legt eigene E-Taxi-Förderung auf

  1. Alex S.

    Na endlich geht es weiter mit der E-Mobilität.
    Ich glaube aber hier geht es auch um Plug-in-Hybride, die dreckigsten aller Verbrenner.
    Das lässt der Hinweis vermuten, dass auf dem Hansa-Taxi-Firmengelände in Billsted schon EINE Ladesäule steht !!!
    Das kann nur ein Scherz sein, ich denke hier werden in den nächsten Wochen ganz viele dazu kommen.
    Bitte korrigieren, wenn meine Ahnung nicht zutrifft.
    Auch die Wahl, das VW ID.4 das meist bestellte Fahrzeug ist, ist für den DAX-Konzern sehr gut.
    Für die TAXI-Unternehmen ist es nicht so schlimm, wenn das Auto dann mal für ein paar Tage in der Werkstatt steht, um ein Software-Update zu bekommen.
    Denn der VW ID.3 kann ja kein AIR-Update, im Gegensatz zu RENAULT, z.B..
    Oder hat sich bei VW etwas verbessert?
    Das wäre toll zu hören, wenn auch VW das könnte.

    • Daniel Bönnighausen

      Hallo Alex,

      Plug-in-Hybride werden nicht gefördert. Dies ist auch der verlinkten Broschüre zu entnehmen. Eine Ausnahme gibt es hier allerdings mit dem LEVC TX. Beim Thema Ladeinfrastruktur gibt es entsprechende Kooperationen, u.a. mit MOIA oder der Deutschen Telekom.

      • Alex S.

        Hallo Daniel
        Vielen Dank für den Hinweis auf die Broschüre.
        Auch der LEV TX wird seine Vorteile in dem System haben.
        Insgesamt ein super Projekt.
        Dieses Projekt wäre in allen deutschen Städten eine gute Sache.

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31.03.2021 13:34