20.05.2021 - 14:15

Rohstoffkonzerne testen Blockchain-Lösung für Kobaltabbau

Die Metall- und Bergbauunternehmen CMOC, Eurasian Resources Group (ERG), Glencore sowie der Batteriematerial-Lieferant Umicore testen im Rahmen eines Pilotprojekts die Blockchain-Lösung „Re|Source“, um „verantwortungsbewusst produziertes Kobalt von der Mine bis zum Elektroauto zu verfolgen“.

Die Blockchain-Technologie gilt als probates Mittel zur Schaffung von Transparenz in Lieferketten. Konkret baut sie ein zuverlässiges Datennetzwerk auf und erhöht so die Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette erheblich, da die Informationen über die Herkunft des Materials nicht unbemerkt verändert werden können.

Die nun von dem oben genannten Konsortium vorgestellte Lösung soll 2022 eingeführt werden. Sie sei „eine einzigartige Branchenpartnerschaft zwischen den wichtigsten Unternehmen der EV-Lieferkette“, heißt es in der begleitenden Pressemitteilung. Neben den vier genannten Konzernen soll auch ein namentlich nicht genannter „globaler EV-Pionier“ und „einer der weltweit führenden Batteriehersteller“ mit an Bord sein. Das Pilotprojekt zum Test des Systems läuft noch bis Ende 2021.

Die Initiative zu Re|Source wurde zunächst von CMOC, ERG und Glencore im Jahr 2019 ins Leben gerufen. Später schlossen sich Umicore sowie die zwei nicht näher benannten Firmen an. Die Lösung setzt laut dem Konsortium neben Blockchain auch andere Technologien wie sogenannte Zero-Knowledge Proofs ein, um digitale Ströme mit physischen Materialströmen vor Ort zu verknüpfen. Sie integriere eine Reihe von industriellen Standards wie ICMM, RMI, IRMA, CIRAF1 und Copper Mark und sei so konzipiert, dass sie von einer Vielzahl von Branchenakteuren genutzt werden könne. Als Technologiepartner ist der Blockchain-Spezialist Kryha aus Amsterdam an dem Projekt beteiligt.

Wie die Initiatoren des Projekts betonen, wird Re|Source auch auf das Battery Passport Projekt der Global Battery Alliance (GBA) abgestimmt. Der Battery Passport soll als Siegel für fair hergestellte Batterien fungieren. Ziel ist, dass Verbraucher etwa beim E-Auto-Kauf deutlich mehr Auskunft über die Herstellung der Akkus erhalten. Mit dem Batteriepass ebenso wie mit Re|Source wollen die beteiligten Unternehmen der immer wieder auftauchenden Kritik an der Herstellung der Batterien für Elektroautos entgegentreten.

ZF

Benedikt Sobotka, CEO von ERG und Co-Vorsitzender der Global Battery Alliance, äußert, dass die Pilotierung der Re|Source-Lösung „uns einen Schritt näher an die Entfaltung des bedeutenden Potenzials von Batterien bringt und gleichzeitig die Transparenz und Nachhaltigkeit von Batteriematerialien in der gesamten Wertschöpfungskette stärkt“.

Sun Ruiwen, CEO von CMOC ergänzt, dass vor dem Hintergrund der globalen Energiewende und der Zusage Chinas, bis 2060 kohlenstoffneutral zu sein, die Batterieindustrie rasant expandierte. „Eine transparente und verantwortungsvolle Lieferkette, die alle Stakeholder mit dieser gemeinsamen Anstrengung zusammenbringt, wird das Vertrauen der Endverbraucher in den Rohstoff Kobalt stärken.“

Ivan Glasenberg, CEO von Glencore, verweist schließlich darauf, dass die Rückverfolgbarkeit allein jedoch nicht ausreiche. „Sie muss Teil einer umfassenderen Anstrengung der Industrie sein, um Verbesserungen in der gesamten Kobalt-Lieferkette zu erreichen. Dies beginnt mit der Einhaltung verantwortungsvoller Beschaffungsstandards.“

Das Problembewusstsein in Sachen Kobaltabbau wächst bei Herstellern weltweit. Während einige, wie BMW, auf Abbaugebiete außerhalb des Kongo ausweichen, setzen andere auf eigene Investitionen in die Blockchain-Technologie. Grundsätzlich strebt ein Großteil der Branche danach, den Kobaltanteil in Batterien zu verkleinern, um ihre Abhängigkeit von diesem kostspieligen und kritischen Element zu reduzieren. So hat beispielsweise Panasonic 2020 angekündigt, „in zwei bis drei Jahren“ eine kobaltfreie Version der 2170er-Batteriezellen für Tesla auf den Markt zu bringen.

Zu den OEMs mit eigener Blockchain-Initiative gehört Volvo Cars. Das Unternehmen hat vergangenes Jahr in den Blockchain-Spezialisten Circulor investiert. Seit 2019 hat Volvo zudem Vereinbarungen mit CATL und LG Chem sowie deren jeweils eingesetzten Blockchain-Spezialisten am Laufen. Während Circulor und Oracle die Blockchain in der gesamten Lieferkette von CATL betreiben, wird die Technologie bei LG Chem vom Responsible Sourcing Blockchain Network (RSBN) zusammen mit RCS Global und IBM eingeführt.
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