21.07.2021 - 09:13

Tesla will Supercharger-Netz noch 2021 öffnen

Elon Musk hat nun auf Twitter bestätigt, dass Tesla sein Supercharger-Netzwerk noch in diesem Jahr auch für Elektroautos anderer Marken öffnen wird. Unterdessen gibt es ein Update zum Plan von Tesla, noch in diesem Jahr die Produktion des E-Lkw Semi zu starten.

Zunächst aber zu den Superchargern: Auf Nachfrage eines Users, ob das Schnellladenetzwerk in allen oder nur in bestimmten Ländern für andere E-Autos zugänglich gemacht wird, antwortete Musk knapp: „Im Laufe der Zeit alle Länder.“ Es ist also anzunehmen, dass die Öffnung zunächst auf einzelne Märkte beschränkt sein wird.

Gerüchteweise sollen erste Supercharger wie berichtet bis spätestens im September 2022 in Norwegen und Schweden für Dritte zugänglich gemacht werden. Details hierzu sind aber noch nicht bekannt.

In Europa etwa dürfte die Öffnung für andere Marken einfacher umzusetzen sein, da Tesla hier inzwischen auf den CCS-Ladestandard setzt. In den USA hat der E-Autobauer bekanntlich seinen eigenen Ladestandard entwickelt, da es zum Start des Model S 2012 schlichtweg noch keinen passenden Standard auf dem Markt gab. Somit sind die US-Supercharger nicht direkt mit den Fahrzeugen anderer Hersteller kompatibel, während es an den CCS-Ladepunkten in Europa eine reine Software-Limitierung ist – in der Vergangenheit war es bereits kurzzeitig möglich, andere Fahrzeuge an V3-Superchargern in Europa zu laden.

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Eine Herausforderung in der Praxis könnte noch die Länge der Supercharger-Kabel werden: Da alle Tesla-Modelle den Ladeport auf der Fahrerseite hinten haben, kann Tesla sehr kurze Kabel verbauen. Mit einigen Fahrzeugen – etwa Nasenladern wie dem Kia e-Niro oder Hyundai Kona Elektro – ist das Laden an einem Supercharger sicher gut möglich, bei anderen Fahrzeugen kann das durchaus schwierig werden.

Vor einigen Tagen hatte Elon Musk zudem angekündigt, die Ladeleistung an den Superchargern von Tesla von 250 kW auf 300 kW zu erhöhen, ohne jedoch einen Zeitplan zu nennen.

Zudem gibt es offenbar Fortschritte für den möglichen Produktionsstart des Tesla Semi. Wie „Electrek“ erfahren haben will, ist die Produktionslinie für die Antriebsachsen fertig und die allgemeine Montagelinie für den Tesla Semi durchläuft ihre letzte Fehlersuche vor dem Produktionsstart. Die Produktion erfolgt aber nicht in der noch im Bau befindlichen Gigafactory in Texas, sondern in einem Neubau in der Nähe der Gigafactory 1 in Nevada, wie „Electrek“ schreibt. Die Kapazitäten sollen aber überschaubar ausfallen: In der Halle sollen fünf Semi pro Woche montiert werden können.
twitter.com (Supercharger), electrek.co (Semi)

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17 Kommentare zu “Tesla will Supercharger-Netz noch 2021 öffnen

  1. David

    Tesla entfeinert weiter, weil diesmal das Quartal nicht mit Bitcoins zu retten ist.

  2. Thomas

    Finde den Schritt gut aber auch sehr mutig. So ist – für sehr viele – der einzige Grund eine Tesla zu kaufen einfach mal weggefallen. Natürlich ist eine Ankündigung noch keinen Umsetzung, aber allein die Ankündigung… bin nur wirklich mal gespannt wie man das mit den Verschiedenen Fahrzeugen und den Kabeln am SC die doch „sehr exakt lang“ sind umsetzen will.

    Was aber für mich viel entscheidender ist, ist ein anderer Punkt: wenn die Säulen am Supercharger so wie sie sind, also ohne Display und ohne Autorisierung mit einer Karte, in Deutschland/EU rechtskonform ist und die Abrechnung funktioniert, dann müssen alle Anbieter auch nachziehen. Endlich Kabel nehmen, einstecken und fertig. Genau so wie es eigentlich schon immer sein sollte und bis jetzt nur Tesla geschafft hat.

    • Hans Herbert

      Die Säulen von Tesla können nach meinen Erkenntnissen nicht rechtskonform sein. Es ist ein Wunder, dass sie überhaupt stehen. Vermutlich gibt es ein geheimes Zusatzprotokoll.

    • Klaus

      Und Fastet. Bei denen ist es auch schon lange möglich, nur einstecken und es lädt!

      • André

        Mit dem Ford Mustang Mach E kann man an Ionity-Ladesäulen auch einfach anstecken.

  3. Birne

    Hoffentlich nur für Marken und Autos die entsprechend ohne zu blockieren an die SuC passen und auch entsprechend schnell laden können.

    Mercedes PlugIn mit 20-30kW braucht niemand an der Schnellladesäule genauso wie eUps mit 35-38kW.

    • Josef

      Na dann ist ja gut, das die neue C-Klasse ein 25kwh Akku hat und 55kw DC laden kann…

      • Birne

        Ein Mercedes PlugIn lädt im
        Schnitt nicht höher als 20-30kW.
        Kurze Spitzenleistung bringt nix.
        Achtung Einheiten beachten.
        kW = Leistung
        kWh = Energiegehalt.

    • David

      Dann sollte man die Tesla mit nur 58 kWh auch ausschließen.

      • Steff

        Dann müsste man ja den ID3 (alle MEB!) mit 62kWh (oder weniger) auch ausschliessen, da diese weniger km pro Minute nachlladen als ein Tesla Modell 3 SR+ mit 58kWh!

        • David

          Da sollten wir im nächsten Winter drauf zurückkommen…

  4. Ulrich

    Ich finde das sehr schade, da die mit Abstand beste Ladeinfrastruktur ein wesentliches Kaufargument für unser Model 3 LR war. Aber Elon wird sich schon nicht über den Tisch ziehen lassen und er wird sich etwas dabei denken. Also erwarte ich Gegenleistungen, z.B. Investitionen in weitere Supercharger Ladeparks der Autohersteller, die ihre Fahrzeuge dann auch am bestehenden Superchargernetz laden lassen dürfen, trotzdem schade, schade, schade …

  5. Ulrich Danzer

    .. ergänzend möchte ich noch hinzufügen, dass die Firma Tesla ein wesentlicher Pionier der Elektromobilität ist und er mit seiner Marke bewiesen hat, dass auch Langstrecke geht. Ein wenig mehr Demut täte gut, ohne Tesla würden wir immer noch ausschließlich Verbrenner fahren …. wenn man/frau die Widerstände aus Politik, Mitbewerb und Presse aus der Anfangszeit berücksichtigt, ist die Lebensleistung eines Elon Musk ist gar nicht hoch genug einzuschätzen …..HOCHACHTUNG !

  6. Volker

    Lieber Herr Danzer, Sie sprechen mir aus der Seele. Leider hält das Tesla-Bashing an! Da nach wie vor keines der neu entwickelten BEV an die essentiellen Merkmale (Leistung, Reichweite, Sicherheit)) eines Tesla herankommt, lässt die Presse bei Vergleichen regelmäßig Tesla unter den Tisch fallen. Bleibt zu hoffen, dass die Ankündigung von Elon Musk nicht dazu führt, dass der behäbige Aufbau der Ladeinfrastruktur an den Autobahnen durch Ionity & Co. nicht zum Erliegen kommt.

    • Simon Saag

      Nee, der Ausbau kommt nicht wegen Elon Musk zum Erliegen, sondern weil alle Betreiber auf die Ausschreibungen zum Schnellladegesetz warten. Warum jetzt noch auf eigene Kosten oder mit aktueller Förderung einen Autobahn-Ladepark bauen, wenn bald ein paar Kilometer weiter ein viel besser geförderter Ladepark aufmacht? Der hat das viel bessere Geschäftsmodell.

  7. Volker

    Korrektur: …Bleibt zu hoffen, dass die Ankündigung von Elon Musk nicht dazu führt, dass der behäbige Aufbau der Ladeinfrastruktur an den Autobahnen durch Ionity & Co. zum Erliegen kommt.

  8. Ulrich Danzer

    Hallo Volker, zunächst vielen, vielen Dank für diese unterstützenden Worte. Gut – sehr gut – das Sie das Tesla Bashing einmal ansprechen. Noch letzte Woche habe ich an eFahrer eine eMail mit der Frage geschrieben, warum das Model 3 an sage und schreibe dem 30. Platz der Liste “beliebteste eAutos” steht. Das Model S stand noch davor und auch ein eUP der in 2021 überhaupt nicht mehr verkauft wird (es werden nur noch Bestellrückstände ausgeliefert). Schließlich handelt es sich beim Model 3 um das meistverkaufte eAuto der Welt (2020). Dieses Bashing hat doch eine Redaktion nicht nötig oder recherchieren die so schlecht? Oder lassen die sich von den hiesigen Autoherstellern kaufen? Ich wünsche TESLA alles Gute und werde sobald als möglich für meine Tochter das Model 2 bestellen. Bitte auf Kommentare (wann es kommt und wie unverschämt teuer es doch werden wird) verzichten. Mit elektrischen Grüßen, we support the Pionier, Ulrich

  9. Elektrony

    Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, gibt es inzwischen ein Gesetz, dass neue Ladestationen nicht exclusiv nur einen Hersteller bevorzugen dürfen. Tesla kann die Suoercharger also nicht erweitern, wenn andere draußen bleiben müssen. Comfort für andere ist was anderes. Ich persönlich bin skeptisch, dass sie es so einfach haben werden wie die Teslas

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21.07.2021 09:01