23.05.2022 - 15:32

Strategische Partnerschaft: Daimler Truck und Manz treiben Batterieentwicklung voran

Daimler Truck wird sich im Rahmen einer Kapitalerhöhung mit rund zehn Prozent am deutschen Maschinenbauer Manz beteiligen. Gleichzeitig schließen die beiden Unternehmen eine strategische Partnerschaft. Das Ziel: Die Entwicklung innovativer Batterietechnologie und dazugehöriger Produktionsprozesse für Lkw und Busse.

Im Rahmen der Kooperation soll in einem ersten Schritt zunächst eine Pilotlinie am Standort in Mannheim entstehen. Im rund 10.000 Quadratmeter großen sogenannten InnoLab sollen eigene Lithium-Ionen-Batteriezellen entwickelt sowie auf der Pilotlinie produziert und zu kompletten Batteriesystemen montiert werden, so Daimler Truck in einer Mitteilung. In den kommenden Monaten würden dafür mehr als 60 Anlagen aufgebaut.

Bis Ende 2024 fließen die Forschungsergebnisse in die Entwicklung der Batterie-elektrischen Produktplattform ein. Das „InnoLab Battery“ lege damit den Grundstein für die zukünftige Kompetenz eigener Batterietechnologie innerhalb von Daimler Truck. Die Erkenntnisse sollen auch als Grundlage für zukünftige Entscheidungen hinsichtlich der Fertigungstiefe für eigene Batteriesysteme dienen, so Daimler Truck weiter.

„Unsere InnoLabs arbeiten an der Weiterentwicklung der Antriebe der Zukunft: Von der Prototypenfertigung bis hin zur Vorbereitung einer möglichen Serienproduktion“, sagt Yaris Pürsün, Leiter der globalen Produktion von Antriebskomponenten für Daimler Truck. „Mit der Partnerschaft werden wir Benchmark-Lösungen für die Produktion von batterieelektrischen Antriebstechnologien in Europa schaffen.“

Das Mercedes-Benz Werk Mannheim ist das Kompetenzzentrum für Batterietechnologien und Hochvoltsysteme bei Daimler Truck. Bereits heute beliefert es das Mercedes-Benz Werk Wörth mit Batteriepaketen für die Serienproduktion des vollelektrischen eActros. In den InnoLabs werden laut Unternehmen die Eckpunkte für den Aufbau eines Produktions- und Technologieverbundes für elektrische Antriebskomponenten und Batteriesysteme bestimmt. Ein zweites ist bereits in Planung: Es soll am Standort Kassel und Gaggenau entstehen.

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„Die Partnerschaft zwischen Daimler Truck und Manz bildet einen wesentlichen Grundstein unserer Batteriestrategie“, erläutert Andreas Gorbach, Mitglied des Vorstands von Daimler Truck und in dieser Funktion verantwortlich für Truck-Technologie. „Wir haben den Anspruch, Innovationsführer in der Nutzfahrzeugindustrie zu sein. Dafür ist es elementar, über Batteriezellen zu verfügen die den äußerst speziellen Anforderungen in Lastkraftwagen und Bussen gerecht werden.“ Notwendige Voraussetzung dafür sei die enge Zusammenarbeit von Produktentwicklung und der Entwicklung von Produktionsprozessen. Gemeinsam mit Manz wolle man diesen Anspruch ausgestalten.

Mit der Beteiligung an Manz, die noch vorbehaltlich der Genehmigung durch die zuständigen Kartellbehörden ist, geht Daimler Truck nach eigener Aussage einen strategisch wichtigen Schritt in der Gestaltung des CO2-neutralen Transports und in der Transformation von konventionellen Antrieben hin zu alternativen Antriebstechnologien.

Der von Daimlers Pkw-Sparte abgespaltene Lkw- und Bushersteller Daimler Truck ist seit Dezember 2021 an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. In einem Interview kurz vor dem Börsengang gab Daimler-Truck-CEO Martin Daum die Richtung des neuen Unternehmens vor. „Wir haben eine klare Zielsetzung für Daimler Truck: Wir sind entschlossen, eine höhere Profitabilität zu erzielen und mit vollem Einsatz das Rennen hin zu Null-Emissionen zu gewinnen“, sagte er der „DPA“.

Daimler Truck umfasst mehr als 100.000 Mitarbeitende weltweit und verfügt über mehr als 40 Produktionsstätten von Marken wie BharatBenz, Freightliner, FUSO, Mercedes-Benz, Setra, Thomas Built Buses und Western Star. Die Null-Emissions-Ziele sind bekannt: Bis 2030 sollen Batterie-elektrische und Brennstoffzellen-elektrische Busse und Lkw 60 Prozent des Absatzes weltweit ausmachen. Ab 2039 will Daimler Truck nur noch Fahrzeuge anbieten, „die im Fahrbetrieb CO2-neutral sind“. Mit dieser Formulierung lässt sich Daimler die Hintertüre für Verbrenner mit synthetischen Kraftstoffen offen. Die 60 Prozent bis 2030 beziehen sich jedoch rein auf BEV und FCEV.
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23.05.2022 15:38