Paul Group baut H2-Tankstelle und Schnellladepark

Mit einem Spatenstich auf dem Gelände der Paul Group in Passau-Sperrwies hat der Bau einer der leistungsstärksten öffentlichen Wasserstoff-Tankstellen Bayerns begonnen. Auch ein Schnellladepark mit zehn HPC-Ladepunkten ist geplant.

Darüber hinaus gründen die Paul Group, der Tankstellenbetreiber MaierKorduletsch und Shell ein Konsortium namens Next Mobility. Dieses soll ein ganzheitliches Konzept für mittelschwere Brennstoffzellen-Lkw realisieren – von der Produktion der Trucks über die Wasserstoff-Herstellung bis zur Logistik und Betankungsmöglichkeiten.

Für die Brennstoffzellen-Lkw soll es an dem neuen Mobility Hub, der Mitte 2023 eröffnen soll, zwei Zapfsäulen mit einem Druck von je 350 bar geben. Dank einer leistungsfähigen Verdichter- und Speicherlösung sowie durch den Einsatz von zwei Kompressoren sollen dort zehn Lkw pro Säule parallel und ohne Wartezeiten hintereinander tanken können – je nach Fahrzeugmodell sind das zwischen 25 und 40 Kilo Wasserstoff in jeweils zehn Minuten.

Die Anlieferung des Wasserstoffs soll über mehrere Druck-Trailer sichergestellt werden, die jeweils über ein Fassungsvermögen von 1.000 kg H2 verfügen. Über einen Hoch- und Mitteldruckspeicher sowie eine Kühlung bei der Betankung könne die Betankungsperformance dauerhaft sichergestellt werden, heißt es von den Betreibern.

Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, dessen Ministerium zwei Millionen Euro Fördergeld für den Bau der Wasserstofftankstelle zur Verfügung gestellt hat, setzte den ersten Spatenstich.

Beim Wasserstoff wird es in Passau-Sperrwies aber nicht bleiben: Darüber hinaus soll auch ein Schnellladepark mit High Power Chargern an dem Standort entstehen. Die zehn Ladepunkte sollen jeweils bis zu 150 kW bereitstellen können. Nähere Details wurden dazu aber nicht genannt.

Die Wartezeiten beim Laden sollen Kunden an einem Shop mit Reisebedarf und natürlich auch mit den gastronomischen Angeboten überbrücken können.

Ein „vollintegriertes, sektorengekoppeltes Energiekonzept“ soll das Herzstück dieses neu entwickelten Mobility Hubs bilden. Ein eigener Energiespeicher bietet die Möglichkeit, Lastspitzkappung, Flexibilisierung und eine effektivere Nutzung der regenerativen Energien vor Ort zu kombinieren. Alle Dachflächen der Anlage, auf denen es möglich ist, sollen mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet werden. Sie werden zusammen auf eine Leistung von bis zu einem Megawatt kommen.
paul-nutzfahrzeuge.de

5 Kommentare

zu „Paul Group baut H2-Tankstelle und Schnellladepark“
erFahrer
02.09.2022 um 08:37
Offenbar werden hier die konzeptionellen Schwachpunkte ausgeräumt was die H2-Tanktechnik anbelangt (bis auf das Unvermögen dass H2-Mira & Co nicht tanken (350 statt 700 bar)) Dennoch , so über die ganze EU ausgerollt würde es dann besser bestellt sein. Bleibt noch die fehlende Wirtschaftlichkeit je tkm welche beim 3-4 fachen des eLKWs durch die Verluste von > 70% und den vielfach höheren technischen Aufwand beständig bleibt. Viel Erfolg der guten Fa. Paul - und schön dass ePKW/LKW ebenfalls damit einen guten Ort bekommen bei dem an Solarstrom vor Ort gedacht ist.
Gjr
02.09.2022 um 12:04
Wieviel Verluste hat Ihrer Meinung nach ein supercharger für einen Lkw mit mehreren MW? Und wie oft kann das mit einem Akku gemacht werden?
h2Fahrer
05.09.2022 um 16:18
Brennstoffzelle ist für Transporter und insbesondere für 40t LKWs die einzige sinnvolle und wirtschaftlichste Lösung. Neben dem Fakt das beim LKW tonnenweise Batterien durch die Gegend rum chauffiert werden müssten ist die Einsatzzeit durch das Laden der Batterien stark begrenzt. Das sieht man auch an immer mehr Bussen im ÖPNV (hier muß teilweise die Anzahl Fahrzeug wegen der Ladezeit erhöht werden). Das stellt die Wirtschaftlichkeit von BEV LKWs enorm in Frage.
erFahrer
06.09.2022 um 08:11
< 10 % und mehr als 2.000 mal oder rd 800.000 km. Bis dahin gibt wohl es die nächste Generation von Akkus mit 1-2 Mio km u.s.w. läuft und läuft und läuft.
Interessierter
06.09.2022 um 16:49
Aha man glaubt an den Fortschritt! Aber nur bei der Batteriezelle. Die Wasserstofftechnik ist anscheinend schon ausgereizt. "erfahrer" setz deine Scheuklappen ab, dann wird auch dein Horizont breiter. Interessantes Projekt! Dies wird Informationen liefern um zukünftiges besser zu machen.

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