04.10.2022 - 09:57

Sixt bestellt 100.000 E-Autos bei BYD

Der Autovermieter Sixt und der chinesische Hersteller BYD haben einen Rahmenvertrag geschlossen, der Sixt den Zugriff auf bis zu 100.000 E-Autos von BYD innerhalb von sechs Jahren zusichert. Die ersten E-Autos von BYD sollen noch im vierten Quartal 2022 für Sixt-Kunden verfügbar sein – also parallel zum Europa-Marktstart von BYD.

Noch in diesem Jahr sollen so „mehrere tausend“ vollelektrische BYD-Modelle in die Sixt-Flotte aufgenommen werden, wie es in Mitteilungen der Unternehmen heißt. Angaben zum finanzeillen Umfang der Vereinbarung gibt es nicht – wohl auch, weil die genaue Modell-Zusammensetzung bis 2028 (und damit die Fahrzeugpreise) noch nicht feststehen.

Das erste von BYD an Sixt gelieferte Modell wird der Atto 3 sein, also das einzige der drei Europa-Modelle von BYD, das auf der BYD-eigenen Elektroauto-Plattform e-platform 3.0 basiert – der Tang EV und Han EV sind umgebaute Verbrenner.

Der Atto 3 auf seiner 800-Volt-Plattform mit LFP-Zellen ist 4,45 Meter lang und verfügt über einen 150 kW starken E-Motor an der Vorderachse. Die 60,5 kWh große Batterie soll für 420 WLTP-Kilometer reichen, in 29 Minuten soll der Speicher von 30 auf 80 Prozent gefüllt werden können. Laut Sixt handelt es sich um einen „ausdrucksstarken Elektro-SUV im C-Segment“. BYD selbst will den Atto 3 hierzulande ab 38.000 Euro anbieten, die Sixt-Konditionen sind noch nicht bekannt.

Die Elektro-BYD sollen zunächst für Sixt-Kunden in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien angeboten werden. Wann die beiden größeren Modelle Han als E-Limousine und Tang als Siebensitzer-SUV über Sixt angeboten werden, ist nicht bekannt. Beide großen Baureihen werden ab 72.000 Euro angeboten.

Der Atto 3 in den vier genannten europäischen Ländern soll nur der Anfang sein, bis 2028 will Sixt wie erwähnt bis zu 100.000 E-Autos bei BYD kaufen. Darüber hinaus wollen die beiden Unternehmen den Angaben zufolge „Möglichkeiten zur Kooperation in verschiedenen Regionen der Welt ausloten“.

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„BYD ist mit über einer Million produzierter Fahrzeuge im Zeitraum von Januar bis August 2022 der weltweit größte Fahrzeughersteller im Bereich E-Mobilität“, sagt Vinzenz Pflanz, als Chief Business Officer verantwortlich für den Vertrieb und Fahrzeugeinkauf bei Sixt. “Die Vereinbarung mit BYD ist ein wichtiger Meilenstein, um unser Versprechen einzulösen, deutlich mehr E-Autos auf die Straße zu bringen.“ Erst im September hatte Sixt angekündigt, bis 2030 70 bis 90 Prozent seiner Mietwagenflotte zu elektrifizieren.

„Kooperationen sind elementarer Bestandteil der Geschäftsstrategie von BYD“, sagt Michael Shu, General Manager und Managing Director, BYD Europe und International Cooperation Division. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Sixt, dem Autovermieter mit dem weltweit am schnellsten wachsenden Markenwert und einem sehr wichtigen Partner für BYD bei unseren ersten Schritten in den Vermietungsmarkt.“

Der Autobauer aus Shenzhen hatte vergangene Woche Details zu seinem anstehenden Marktstart mit Elektroautos in Europa bekannt gegeben. Demnach wird der bereits in Norwegen präsente Hersteller seine Stromer im vierten Quartal erstmals auch nach Deutschland, Schweden, Dänemark, die Niederlande, Belgien und Luxemburg liefern, ehe noch in diesem Jahr auch die Märkte in Frankreich und Großbritannien bedient werden sollen. Sukzessive will BYD alle wichtigen Märkte in Europa abdecken.
Quelle: Info per E-Mail, bydeurope.com

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10 Kommentare zu “Sixt bestellt 100.000 E-Autos bei BYD

  1. Thomas

    Dann weiß ich jetzt zumindest, bei welchem Mietwagenanbieter ich zukünftig kein EV mehr anmiete.

    • Sophie

      Früher haben Ungebildete versucht ihre intellektuellen Defizite so gut wie möglich zu verbergen.
      Seit der Verbreitung der sozialen Medien scheint sich das umgekehrt zu haben.

  2. SHausSTA

    Warum kauft ein renommierter deutscher Vermieter nicht bei deutschen oder zumindest europäischen Autoherstellern? Ist es nur der vermeintlich günstigere Preis? Sixt ist für mich erledigt! Wenn das so weiter geht, werden die Chinesen auch noch die Autoindustrie in D platt machen. Und unsere Regierung sieht tatenlos zu, streicht die E-Autoprämie und sorgt dafür, dass die Energiepreise durch die Decke gehen.

    • Stefan Erzing

      Wenn Deutsche
      bzw. deutsche Unternehmen
      künftig vorwiegend deutsche oder wenigstens europäische Fahrzeuge kaufen
      und Chinesen entsprechend dann vorwiegend chinesische Fahrzeuge,
      wäre uns als Exportnation damit wirklich gedient?? Die Frage beantwortet sich wahrscheinlich von selbst.
      Außerdem erinnere ich mich an Initiativen in U.K. schon vor 30 oder mehr Jahren: „Buy British!“ Hat’s was gebracht für deren Autohersteller u. a.?

    • Peter Pior

      Fakt ist, dass unsere deutsche Automobilindustrie
      hinsichtlich ihrer Personalstärke
      überdimensioniert ist
      für den künftigen, in Wandlung befindlichen Weltmarkt und die neuen Marktgegebenheiten.
      Nur, wenn da mal einer laut drüber nachdenkt,
      wie etwa H. Diess WOB betreffend,
      wird er einen Vorstandskopf kürzer gemacht.
      In dieser Hinsicht gibt’s nämlich in vielen Konzernen Denk- und Sprechverbot. In der Politik sowieso.

      • Albert Zurl

        Das Festklammern an Bekanntem und Gewohntem ist halt leider menschlich.
        Ich verfolge mit Interesse den grooßen Knatsch in vielen Kfz.-Vertriebsorganisationen, wo es aktuell um Themen wie Agenturmodell, Dichte des Händlernetzes, herstellerseitigen Direktvertrieb, Elektrozukunft, Gebrauchtwagenvertrieb, Margen u. dgl. geht.
        Da liegen die Nerven blank.

      • Beat Zorg

        Die Verbote gibt’s wirklich.
        Ein Kollege von mir zog mal im Beisein des Chefs die ständigen Appelle in der Firma „wir müssen wachsen, wir müssen wachsen!“ in Zweifel.
        Unmittelbare Reaktion des Chefs coram publico: „Herr L., das dürfen Sie nie wieder sagen! Das dürfen Sie nicht mal mehr denken“. Und er meinte das bierernst.

      • Reiner Werto

        @Peter Pior
        Siehe die unzureichende Auslastung der Produktionskapazitäten im Werk Wolfsburg – dies schon seit Jahren.
        Und Gewerkschaften, Betriebsräte, Land Niedersachsen wehren sich er- und verbittert gegen Personalanpassungen.

    • Bernd

      Schauen sie sich dich einfach die Lage an: Bestellt man heute einen Skoda Enyaq, bekommt man ihn Ende 2024. Bestellt man heute einen BMW i4, wird es ähnlich lange dauert. Bestellt man einen BYD Atto 3 oder Han EV, fährt man Ende 2022 sein neues Auto.

      Die miese Verfügbarkeit von BEV bei ihren deutschen oder europäischen Herstellern ist auch für Großkunden nicht viel besser als für Privatleute. Sie können sich also entweder darüber aufregen, dass Sie bei Sixt keinen E-Mietwagen bekommen oder dass es ein chinesisches Auto ist. Für alles andere sind Firmen wie Sixt zu spät dran und müssen jetzt erst umsteuern. Erich Sixt hat doch noch vor einem Jahr oder so gegen das E-Auto gewettert.

      • Steffen Plagge

        Was Sie hier sagen, stimmt natürlich.
        Aber was bedeutet die aktuelle Situation eigentlich für die Hersteller und deren Produktionsstätten? Sie produzieren doch nach meinem Verständnis weit unter ihren prinzipiellen Kapazitäten. Lässt man also Schichten ausfallen oder schickt die Mitarbeiter tage- und wochenweise nach Hause? Zumindest in der Presse habe ich diesbezüglich nichts gelesen, anders als damals bei den Corona-Produktionseinschränkungen.

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04.10.2022 09:24