Volkswagen steigert globalen E-Auto-Absatz um 45 Prozent

Der Volkswagen-Konzern legt seine E-Auto-Statistik für das dritte Quartal offen. Die zeigt: Der Absatz von Batterie-elektrischen Fahrzeugen nimmt zu – allerdings eher sachte als sprunghaft.

Spätestens nachdem Volkswagen aufgrund der Marktsituation in seiner Elektroauto-Fabrik in Zwickau Hunderte Stellen abzubauen gedenkt, gibt es Sorgen um die Marktposition von Deutschlands größtem Autobauer. Die nun vorgelegten Zahlen zum globalen E-Auto-Absatz zeigen leichte Fortschritte, die aber differenziert betrachtet werden müssen: Denn die Marken des Konzerns entwickeln sich durchaus unterschiedlich.

Genug der Vorrede, rein in die Statistik: Volkswagen hat seine Auslieferungen von Elektroautos in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 um 45 Prozent auf weltweit 531.500 Fahrzeuge gesteigert. Wir erinnern uns: In der Halbjahresbilanz waren es 321.600 Einheiten. Im dritten Quartal sind ergo 209.900 hinzugekommen.

Der BEV-Anteil an den Gesamtauslieferungen stieg zwischen Januar und September auf 7,9 Prozent nach 6,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal kletterte der BEV-Anteil auf 9,0 Prozent, verglichen mit 6,8 Prozent vor einem Jahr.

64 Prozent der Konzern-BEV in Europa

Auch territorial differenziert die Volkswagen-Statistik: 64 Prozent der BEV-Auslieferungen des Konzerns entfielen auf Europa, gefolgt von China mit 22 Prozent, den USA mit zehn Prozent und vier Prozent in anderen Märkten. Dazu führen die Wolfsburger aus, dass Europa Haupttreiber der eigenen Elektrifizierungsstrategie bleibe – und zwar mit einem Anstieg von 61 Prozent auf 341.100 BEVs in den ersten neun Monaten des Jahres . Für die USA verzeichnet der Hersteller 74 Prozent (von 28.900 auf 50.300 BEVs) für China plus 4 Prozent (von 112.700 auf 117.100 BEVs).

Wenn wir auf das Abschneiden der verschiedenen Konzernmarken fokussieren, ergibt sich folgendes Bild: Die Marke Volkswagen Pkw lieferte bis Ende September 273.000 vollelektrische Fahrzeuge aus, etwas mehr als die Hälfte aller BEVs des Konzerns. Es folgen Audi mit 123.000 Fahrzeugen (Konzern-Anteil 23 Prozent), Skoda mit 54.400 Fahrzeugen (10 Prozent), Seat/Cupra mit 32.300 Fahrzeugen (6 Prozent), Porsche mit 27.900 Fahrzeugen (5 Prozent) und Volkswagen Nutzfahrzeuge mit 19.600 Fahrzeugen (4 Prozent).

Dabei zeigt die folgende Tabelle, dass sich das Absatz-Wachstum der Marken durchaus unterschiedlich entwickelt. Seat/Cupra und Audi und VW Nutzfahrzeuge haben sich gemessen an dem 45 Prozent durchschnittlichem Zuwachs in den ersten neun Monaten des Jahres stärker entwickelt. Dagegen schneiden VW Pkw und Porsche unterdurchschnittlich ab. Fast exakt im Schnitt liegt Skoda mit 47,6 Prozent. Zoomen wir auf das dritte Quartal mit konzernweit 40 Prozent mehr abgesetzten BEVs (gegenüber Q3/2022) zeigen Porsche, Skoda und Audi verbesserte Werte, Seat/Cupra verliert etwas, VW Pkw liegt bei lediglich 18,7 Prozent Absatzwachstum. Bemerkenswert ist die Steigerung bei VW Nutzfahrzeuge, dessen BEV-Quartalsverkäufe vergangenes Jahr noch dreistellig waren. Daran zeigt sich die Premiere des ID. Buzz  – mit einem Plus von fast 1.000 Prozent bei den E-Auslieferungen.

 

Q3 2023 Delta zu Q3 2022 Q1-Q3 2023 Delta
VW Pkw 108.200 +18,7% 273.000 +31,8%
Skoda 23.100 +57,5% 54.400 +47,6%
Seat/Cupra 13.500 +44,5% 32.300 +84,1%
VWN 7.300 +1.094,3% 19.600 +1.032,3%
Audi 47.400 +75,8% 123.000 +59,8%
Lamborghini/Bentley
Porsche 9.900 +59,7% 27.900 +11,2%
MAN 280 +63,3% 670 -4,8%
VW Truck & Bus 10 -93,9% 40 -77,8%
Scania 40 -24,1% 190 +28,6%
Navistar 210 +101,9 280 +30,5%
Volkswagen Group 209.900 +40,5% 531.500  +45,0%

 

Die erfolgreichsten BEV-Modelle in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 stellen die Wolfsburger auch noch heraus. Dies waren der Volkswagen ID.4/ID.5 (162.100 absetzte Einheiten), der Volkswagen ID.3 (90.500), der Audi Q4 e-tron (inkl. Sportback, 77.900), der Skoda Enyaq iV (inkl. Coupé, 54.400), der Cupra Born (32.300) und der Audi Q8 e-tron (inkl. Sportback, 21.800). Weitere Modelle weist Volkswagen nicht aus.

Durch die bekannten Halbjahreszahlen lässt sich auch von Volkswagen nicht gesondert publiziertes Modell-Ranking für das dritte Quartal aufstellen. VW ID.4/ID.5 kamen auf 60.900 Einheiten, der ID.3 auf 40.700, Audi Q4 e-tron (inkl. Sportback) auf 29.900, dessen Schwestermodell Skoda Enyaq (inkl. Coupé) auf 23.100 und der Audi Q8 e-tron (inkl. Sportback) auf 2.300 Einheiten. Der Cupra Born war zum Halbjahr nicht unter den Top-5, weshalb sich dessen Q3-Absatz nicht rekonstruieren lässt.

Hildegard Wortmann, Mitglied der Erweiterten Konzernleitung für Vertrieb, kommentiert das Ergebnis wie folgt: „Mit einem weltweiten Plus von 45 Prozent in den ersten neun Monaten haben sich unsere rein elektrischen Auslieferungen gut entwickelt. In Europa konnten wir bei den batterieelektrischen Fahrzeugen Marktanteile hinzugewinnen und bleiben Marktführer, obwohl wir auf diesem Markt derzeit industrieweit eine Kaufzurückhaltung in dem Segment sehen. Da die allgemeine Marktentwicklung hinter den Erwartungen zurückbleibt, liegt unser Auftragseingang jedoch unter unseren ehrgeizigen Zielen.“

volkswagen-newsroom.com

1 Kommentar

zu „Volkswagen steigert globalen E-Auto-Absatz um 45 Prozent“
Andreas V.
15.10.2023 um 21:30
Ich weiß auch net, warum die immer jammern ...

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