Norwegen erreicht zweiten Monat in Folge 95 Prozent Elektroauto-Neuzulassungen

8.477 Elektroautos wurden im Februar in Norwegen neu zugelassen, was einem Anteil von 94,7 Prozent an den gesamten Pkw-Registrierungen des Monats entspricht. Und im Modell-Ranking liegt keiner der üblichen Verdächtigen vorne – sondern der Nissan Ariya.

Nissan ariya min e
Bild: Nissan

Der Trend hält in Norwegen also an: Bereits im Januar waren mit 8.954 neuen E-Autos 95,8 Prozent der gesamten Neuzulassungen rein elektrisch, im Februar waren es nun 8.477 von 8.949 Neuzulassungen. Oder anders ausgedrückt: Nur 472 Neuzulassungen hatten keinen Batterie-elektrischen Antrieb. Im Februar 2024 lag der E-Anteil immerhin schon bei 90,1 Prozent, im Februar 2025 waren es nun 94,7 Prozent.

Dass die Neuzulassungen im Februar ingesamt um 21,3 Prozent zum Vorjahr auf 8.949 Fahrzeuge zugelegt haben, ist vor allem dem Wachstum bei den Elektroautos geschuldet. Denn im Februar 2024 waren noch 733 Verbrenner und Hybride neu auf die Straße gekommen. Das Wachstum an sich führt die norwegische Straßeninformationsbehörde OFV auf den steigenden Konjunkturoptimismus zurück, die Menschen würden sich jetzt „den lange aufgeschobenen Traum vom Neuwagen“ erfüllen.

„Auf dem Neuwagenmarkt herrscht ein harter Wettbewerb. Dennoch glaube ich nicht, dass es in diesem Jahr zu einem Preiskampf oder größeren Preiserhöhungen kommen wird“, sagt OFV-Direktor Øyvind Solberg Thorsen. „Vielmehr könnten die Preise für Elektroautos etwas sinken und ich glaube, dass die ‚Aktionspreise‘ des vergangenen Jahres in diesem Jahr zur neuen Normalität werden.“

Und wenn in Norwegen der Automarkt wächst, dann ist das bei den Batterie-elektrischen Antrieben der Fall. Die größte Antriebsart nach den 8.477 E-Autos sind 154 Benzin-Hybride, gefolgt von 145 neuen Dieseln und 134 Plug-in-Hybriden mit Benzinmotor. Reine Benziner kamen gerade einmal noch auf 37 Neuzulassungen oder 0,4 Prozent Marktanteil. Zwei Plug-in-Hybride mit Dieselmotor komplettieren die Neuzulassungen.

Bei den Modellen fällt die Wahl laut OFV-Direktor Solberg Thorsen zunehmend auf etwas kleinere und günstigere Autos als zuvor. „Die Mehrwertsteuerschwelle von über 500.000 NOK für Elektroautos ist eindeutig von Bedeutung. Viele Käufer eines Neuwagens sind sich dieser Grenze bewusst und bleiben knapp darunter oder in der Nähe dieses Betrags“, so Solberg Thorsen. „Und das ist möglich, weil es mittlerweile viele Marken und Modelle in einem Preisniveau gibt, das die Bedürfnisse der meisten Autokäufer befriedigt.“ 500.000 norwegische Kronen entsprechen umgerechnet etwa 42.740 Euro.

In der Modellstatistik wird dieser Trend auf den Spitzenplätzen aber noch nicht direkt sichtbar, denn die Top 3 teilen sich Fahrzeuge, die bereits einige Zeit auf dem Markt sind. Etwas überraschend liegt der Nissan Ariya mit 627 Neuzulassungen vorne, dicht gefolgt vom (alten) Tesla Model Y und dem Toyota bZ4X.

Dahinter kommt noch der VW ID.4 mit 512 Fahrzeugen über die 500er Marke. Mit etwas Abstand folgen der VW ID.7 (389), der ID.3 (335) und das Tesla Model 3 (311) vor dem neuen Kia EV3 (287), dem Skoda Enyaq (268) und dem Volvo EX30 (261). Auch der Enyaq befindet sich wie das Model Y mitten in einem Modellwechsel hin zu einer überarbeiteten Facelift-Version, weshalb hier die kommenden Monate ein besseres Bild über die Nachfrage geben werden.

ofv.no (Zitate), ofv.no (Statistik), ofv.no (Modelle, alle drei auf Norwegisch)

5 Kommentare

zu „Norwegen erreicht zweiten Monat in Folge 95 Prozent Elektroauto-Neuzulassungen“
Matthias
03.03.2025 um 20:03
Hier wird immerhin die Anzahl der noch verkauften Verbrenner berichtet. Was fehlt ist die Analyse der Verbrenner-Modelle und Motivationen die 100% BEV-Neuwagen verhindern. Gibt es vergleichbare BEV, oder sind es Varianten die es nicht brauchbar mit Akku gibt? Günstige Kleinstwagen, Kombis, Cabrios, Sportboliden, Luxuskarossen, rustikale Allradler, Nutzfahrzeuge?
Rr
04.03.2025 um 13:50
Das würde mich auch interessieren.
WH
04.03.2025 um 11:21
Das werden meist Sportwagen oder Fahrzeuge für die Unverbesserlichen Zylinderköpfe sein denen Geld (und Performance) egal ist solange es "gegen die da oben" ist...
Elon Murks
04.03.2025 um 07:27
Wundert mich, dass die Norweger trotz Elon schon wieder so viel Tesla kaufen.
Frank
04.03.2025 um 15:33
Mich nicht, da ich nicht eine Investitionentscheidung für ein Produkt von der Gesinnung von Fabriksangehörigen mache. Was kommt da als nächstes? Sternzeichen und Sockenfarbe meines Verkäufers? Freuen wir uns doch einfach, das die Norweger, das mit der E-Mobilität hinbekommen. Klimatechnisch ist Norwegen kein geneigtes E-Autoland. Daher müssen die etwas richtig machen bzw. gemacht haben. Und gut kopiert, ist allemal besser als schlecht selber gemacht. Politik sollte sich mehr trauen erfolgreiche Konzepte zu adaptieren.

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