Neue Elektrobusse von BYD im Landkreis Zwickau unterwegs

Der Regionalverkehr Westsachsen (RVW) aus Zwickau flottet aktuell 56 Elektrobusse ein, und zwar größtenteils Solo- und Gelenkbusse von BYD. Damit will der Landkreis Zwickau eine Vorreiterrolle bei der Elektrifizierung des Regionalbusverkehrs in Deutschland einnehmen.

Elektrobusse regionalverkehr zwickau
Bild: Landkreis Zwickau

Bereits Ende 2023, als der Landkreis Zwickau den Betreibervertrag mit der Transdev-Tochter RVW verlängerte, wurde bekannt, dass in der neuen Vertragslaufzeit zwischen 2026 und 2035 mehr als die Hälfte der über 100 eingesetzten Busse vollelektrisch sein sollen. Nun also ist es soweit und die neue E-Bus-Flotte nimmt ihren Betrieb auf – mit finanzieller Unterstützung des Freistaates Sachsen, der im Rahmen des Förderprogramms RL Bus im Sommer 2024 rund 4,1 Millionen Euro für die Beschaffung von fünf Kleinbussen, drei Standardbussen und vor allem 51 Elektro-Linienbussen für RVW bewilligt hatte.

„Mit dem Start des neuen Verkehrsvertrags setzen wir einen wichtigen Schritt in die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs. Wir übernehmen Verantwortung für den Klimaschutz und bieten den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Zwickau eine moderne, nachhaltige Mobilitätslösung“, sagt Landrat Carsten Michaelis. „Der Landkreis Zwickau wird damit nicht nur zum Vorreiter im ländlichen Raum, sondern auch zum Leuchtturmprojekt für Elektromobilität im Regionalverkehr.“

Rund 70 Prozent der jährlich gefahrenen 4,1 Millionen Kilometer im Regionalbusverkehr werden fortan mit Elektrofahrzeugen zurückgelegt. Laut eigenen Angaben ist der Landkreis Zwickau damit eine der ersten Regionen in Deutschland, die im ÖPNV eine solch hohe Quote an elektrisch betriebenen Bussen erreichen.

Konkret kommen vom chinesischen Hersteller BYD 37 elektrische Standardbusse des Modells K9UD mit 12 Meter Länge zum Einsatz sowie zehn elektrische Gelenkbusse des 18 Meter langen Typs B18. Die Busse wurden im Buswerk von BYD in Ungarn gebaut. Hinzu kommen neun elektrische Minibusse des Modells City 45 Electric des Dortmunder Minibus-Spezialisten Tremonia Mobilty, die auf dem Sprinter von Mercedes-Benz basieren.

André Jalowy, Geschäftsführer der Regionalverkehr Westsachsen (RVW), sagt in jedem Fall „Die Elektrobusse sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlicher im Betrieb. Damit ist die Umstellung sowohl nachhaltig als auch langfristig kostengünstig. Als langjähriger Betreiber des ÖPNV im Landkreis Zwickau, sind wir stolz auch die neue Vertragsperiode gemeinsam mit dem Landkreis Zwickau gestalten zu können.“

PV-Anlage und BESS sollen Ladestationen speisen

Für die neuen Elektrobusse hat RVW auch die passende Ladeinfrastruktur angeschafft. So hat die Firma Juno Solar am Standort Werdau zwölf Ladepunkte installiert: „Mit den Ladesäulen und der Ladeinfrastruktur leisten wir einen weiteren wichtigen Beitrag zur Elektromobilität und unterstützen die Umstellung des öffentlichen Nahverkehrs im Landkreis Zwickau“, betont Denny Schädlich, Geschäftsführer von Juno Solar „Gleichzeitig hoffen wir, dass dieses Projekt auch andere Unternehmen ermutigt, den Schritt zur Elektrifizierung ihrer eigenen Fahrzeugflotten zu gehen.“

Die Ladestationen stammen laut Juno Solar und der ebenfalls beteiligten Firma Wattkraft vom chinesischen Hersteller Huawei, konkret dürfte es sich um mehrere Dispenser des Systems FusionCharge handeln. Die E-Busse sollen dabei künftig mit Strom aus einer 450 kWp Photovoltaikanlage geladen werden, der in einem stationären Batteriespeicher (BESS) mit einer Kapazität von 1.600 kWh zwischengespeichert werden kann. Dadurch wird es möglich, die Elektrobusse auch nachts mit Strom aufzuladen, der aus der PV-Anlage bzw. dem BESS stammt.

landkreis-zwickau.de, freie-presse.de, tag24.de, linkedin.com (Juno Solar), linkedin.com (Wattkraft)

Offenlegung: In einer früheren Version des Artikels haben wir gemutmaßt, dass auch Minibusse von HEERO aus Ismaning beschafft wurden. Dies war aber eine Verwechselung mit Tremonia Mobility.

1 Kommentar

zu „Neue Elektrobusse von BYD im Landkreis Zwickau unterwegs“
Volker Jaschke
13.01.2026 um 07:28
Sehr erfreuliche Entwicklung, in Skandinavien bereits selbstverständlich. Einen Widerspruch gibt es aber im Text - die Anschaffung wird öffentlich mit Steuermitteln gefördert, der Betrieb der Busse aber lt Aussage wirtschaftlicher. Warum wird dann nicht kreditfinanziert oder per Leasing? Auch bei der DVB Dresden scheitert der Flottenausbau derzeit an öffentlichen Mitteln, betriebswirtschaftlich schwer nachvollziehbar.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert