ZF Foxconn weiht Werk in Ungarn ein und baut dort E-Achsen für BMW
In voller Länge heißt das bislang nur Insidern bekannte Unternehmen ZF Foxconn Chassis Modules und wird auch mit ZFFCN abgekürzt. Es ging aus der ZF-Tochter ZF Chassis Modules hervor, bei der der taiwanesische Auftragsfertiger Foxconn im Frühjahr 2024 eingestiegen war und seitdem 50 Prozent der Anteile hält. Dafür soll Foxconn rund 500 Millionen Euro auf den Tisch gelegt haben.
Bei Bekanntgabe der Partnerschaft im Sommer 2023 sagte der damalige ZF-Vorstandsvorsitzende Holger Klein: „Mit Foxconn haben wir einen starken strategischen Partner gewonnen, mit dem wir neue Perspektiven und Chancen für die ZF Chassis Modules GmbH erschließen können. ZF als global agierender Automobilzulieferer und Foxconn als führender Elektronikhersteller ergänzen sich ausgezeichnet, um gemeinsam neue Kundenkreise zu erschließen und die Präsenz insbesondere in Wachstumsmärkten auszubauen.“ Der Schritt sei Teil der Strategie, in bestimmten Geschäftsfeldern „mit Unterstützung externer Partner über die bisherigen Grenzen hinaus zu wachsen“, so Klein damals.
Foxconn will Kompetenz auf Autobranche übertragen
Foxconn, das als Auftragsproduzent von Apples iPhone weltbekannt geworden ist, ist ein spannender Partner für ZF. Schließlich hat das Unternehmen große Ambitionen in der Automobilbranche und will sein vom iPhone bekanntes Geschäftsmodell auf Fahrzeuge übertragen. Dazu hat Foxconn auch bereits mehrfach eigene Prototypen vorgestellt, die als Grundlage für Kundenfahrzeuge dienen könnten, und hat u.a. bereits Mitsubishi als Partner gewonnen.
Tätigkeiten als Zulieferer – wie nun im Joint Venture für Pkw-Fahrwerkssysteme mit ZF Friedrichshafen – kommen also gerade recht, um sich als Player in der Branche zu etablieren. Denn ZFFCN hat schon eine ordentliche Größe und beschäftigte zuletzt an weltweit 27 Standorten rund 4.000 Mitarbeiter. Zudem soll Foxconn auch erwogen haben, die weitaus größere Antriebssparte Division E von ZF zu übernehmen, doch die Verhandlungen über einen Kauf sind offenbar vergangenen Herbst vorerst gescheitert.
550 neue Jobs in Ungarn
Doch zurück zu ZFFCN: Bis 2027 sollen in der neuen Fabrik in Debrecen sowie in einem weiteren neuen Werk in Kecskemét nahe einer Mercedes-Fabrik etwa 550 neue regionale Arbeitsplätze für das E-Mobilitäts-Cluster in Ungarn entstehen. Die neue Produktionsstätte in Debrecen wurde in nur 13 Monaten gebaut und hat 26,7 Millionen Euro gekostet.
In dem Werk entstehen elektrische Vorder- und Hinterachsen für die Neue Klasse von BMW wie etwa dem neuen iX3 in Just-in-Sequence-Produktion. Dabei werden 22 bis 24 Montageschritte pro Achse auf der hochautomatisierten Montagestraße ausführt. Im Werk ist dabei eine Flotte fahrerloser Transportsysteme (AGV) im Einsatz, um die Intralogistik zu unterstützen.
Das Werk ist über 15.000 Quadratmeter groß, wobei 14.500 Quadratmeter auf Lager- und Produktionsfläche entfallen. In der Fabrik wird ausschließlich Ökostrom eingesetzt.





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