RNV hadert mit Frostschäden bei Elektrobussen mit H2-Range-Extender

Im Raum Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen häufen sich in diesem Winter die Beschwerden über verspätete oder ausgefallene Busverbindungen. Störfaktor sind offenbar die neuen E-Gelenkbusse mit Brennstoffzellen-Range-Extender im Fuhrpark, die wegen Frostschäden teils nicht fahren können.

daimler buses mercedes benz ecitaro g fuel cell rnv rhein neckar heidelberg 2024 01 min
Bild: rnv GmbH / Haubner

Auf Nachfrage der Rhein-Neckar-Zeitung hat Betreiber Rhein-Neckar-Verkehr (RNV) bestätigt, dass es erhebliche Einschränkungen im laufenden Betrieb gibt. Ähnlich hatte sich das Unternehmen zuvor bereits in einer eigenen kurzen Mitteilung geäußert. Vor allem die neuen Mercedes-Benz eCitaro G Busse könnten wegen technischer Probleme nicht fahren, heißt es dort.

Das Problem, dass Kompressoren der Busse bei Frost Schaden nehmen, ist laut dem Zeitungsbericht seit Anfang Dezember bekannt. “Zu diesem Zeitpunkt war die Situation allerdings noch nicht so problematisch wie jetzt“, wird ein RNV-Sprecher zitiert. Derzeit sei jedoch im Schnitt mehr als die Hälfte der 48 neuen Busse nicht einsatzbereit. „Wir gehen davon aus, dass uns diese Schwierigkeiten noch einige Zeit begleiten werden.“

Wir erinnern uns: Die RNV war 2023 das erste Verkehrsunternehmen überhaupt, das Serienfahrzeuge vom Typ Mercedes-Benz eCitaro G fuel cell erhielt. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Elektro-Modelle, die zusätzlich zur Batterie eine 60-kW-Brennstoffzelle als Range Extender an Bord haben. Dadurch werden höhere Reichweiten möglich. Die Rhein-Neckar-Verkehr hat besagte 48 Einheiten des Modells eingeflottet und setzt sie im Raum Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen ein.

Dass die eCitaro G fuel cell mit der Kälte hadern, zeichnete sich laut dem Zeitungsartikel im Dezember ab, wobei man bei der RNV davon ausging, das Problem schnell in den Griff zu bekommen. Jetzt heiße es aus der Betriebszentrale: „Eine vollständige Stabilisierung des Busverkehrs ist zumindest kurzfristig nicht möglich.“ Die Heidelberger Linie 20 zwischen Karlstor und Neuenheimer Feld wird vorübergehend ganz eingestellt.

Da die Busse noch recht neu sind, steht Daimler Buses in der Haftung – und soll auch Ersatzfahrzeuge zugesagt haben. Ergänzend will die RNV auch Ersatzbusse von Subunternehmern heranziehen. Aber: „Es wird bis auf Weiteres zu Fahrtausfällen kommen“, so der Sprecher laut Zeitungsbericht. Diese Situation sei „mehr als ärgerlich – sowohl für unsere Fahrgäste als auch für uns“.

Daimler Buses bestätigt auf Anfrage von electrive, dass sich Fahrzeuge des Typs Mercedes-Benz eCitaro fuel cell der RNV zur Überprüfung „aufgrund diverser Fehlermeldungen in unserem Service Center befinden“. Die Gründe hierfür seien je nach Fahrzeug unterschiedlich. „Die Fahrzeuge werden derzeit sukzessive überprüft und gehen unmittelbar nach Abschluss der Überprüfung beziehungsweise der Fehlerbehebung wieder in den Einsatz beim Kunden“, teilt ein Sprecher des Unternehmens mit. Expertinnen und Experten von Daimler Buses stünden in engem Austausch mit der RNV. Und: „Daimler Buses unterstützt die RNV zusätzlich durch die Bereitstellung von Ersatzfahrzeugen. Darüber hinaus unterstützen wir mit einem mobilen Serviceteam (RS Busservice) vor Ort beim Kunden.“

Daimler Buses merkt zudem an, dass es bei der Einführung von neuen Technologien in der Praxis, trotz umfangreicher Tests im Vorfeld, zu nicht absehbaren Themen kommen könne. „Im Rahmen der fortwährenden Produktbeobachtung treffen wir die nötigen Ableitungen“, so der Unternehmenssprecher, „und lassen Verbesserungen fortlaufend in die Serienproduktion einfließen“. Aus anderen Verkehrsbetrieben mit dem identischen Modell sind öffentlich derweil keine Probleme publik geworden.

rnz.de, rnv-online.de

9 Kommentare

zu „RNV hadert mit Frostschäden bei Elektrobussen mit H2-Range-Extender“
Gregor
15.01.2026 um 19:48
es muss so richtig schweine Teuer sein solche Mini Serien in Stand zu halten. Traurig dabei ist, dass es unsere Steuergelder sind die elend verschwendet werden. Pfui.
Simon Schützer
15.01.2026 um 20:59
Die Standardausrede „bei der Einführung neuer Technologien“ könnt ihr H2-Lobbyisten euch sonst wohin [peep]. Seit Jahrzehnten und weltweit verursachen H2-Busse zuverlässig Probleme. Das ist systemisches Versagen der H2-Technologie. Die Wasserstoff-Lobby stellt sich natürlich dumm und tut so, als hätte sie davon nie etwas gehört. Schmeißt die H2-REX raus und baut ordentliche Batterie-Packs ein. Hört auf, euch von diesen Wasserstoff-Dummschwätzern verarschen zu lassen. Diese Technologie ist ineffizient, zu teuer und STÖRANFÄLLIG und gehört von der Straße verbannt! An Frankie: Stuttgart hat ebenfalls Probleme mit den H2-REX.
sig
16.01.2026 um 08:34
Seit den 1980ern mit viel Geld erforscht. A-Klasse mit FC war für Serienproduktion ab 2004 geplant. ...
Christian
16.01.2026 um 16:36
Ähnliche Probleme in Heidelberg mit den gleichen Bussen: Hier kursieren im Netz zwei Fehlerquellen: (1) Kompressoren des BZ-Systems und (2) Störungen in der elektrischen Anlage. Fehler (1) ist klar H2 zuzuordnen, ärgerlich und auf eine ungenügende Validierung zurückzuführen. Im Falle (2) wird ein Mangel eines elektrisch angetriebenen Busses genannt, was kein spezifisches H2-Problem ist. In beiden Fällen jedoch unsinnig, deshalb einen Antriebs-Technologiepfad, egal ob H2, BEV oder Diesel, nur über den Reifegrad von Komponenten zu bewerten.
Egon Kohler
16.01.2026 um 18:30
Es ist natürlich richtig, dass der Reifegrad der H2-Systeme - trotz jahrzehntelanger Entwicklung - noch relativ gering ist, da bisher keine relevanten Serien gebaut wurden. Ein H2-Rex könnte gerade im Winter sinnvoll sein, wenn mehr Energie verbraucht wird und die Abwärme willkommen ist zur Heizungs-Unterstützung. Wo allerdings letztendlich das (gesamtkostenmässige) Optimum zwischen Batterie-Grösse und H2-Betrieb dereinst zu liegen kommt, ist heute nicht absehbar - könnte aber auch bei 100% Batterie sein.
Simon Schützer
17.01.2026 um 14:00
Falsch. Posten Sie keine KI-Antworten! Ihr Beitrag enthält von einer KI reproduzierte Fehler. Der Reifegrad in Fahrzeugen ist sehr weit fortgeschritten. Das es Fahrzeugseitig angeblich noch Forschungspotential "gäbe" ist ein Narrativ der Wasserstoff-Lobby um fortlaufend Gelder einzuwerben. Die kleinen hoch optimierten BZ-Einheiten produzieren kaum/keine Abwärme, weshalb sie im Winter bei Bedarf zusätzlich beheizt werden müssen. Das ganze Konstrukt ist einfach absurd ineffizient.
Egon Kohler
22.01.2026 um 18:15
Ich poste keine KI-Antworten, Ihre Vermutungen sind falsch. - Auch Falsch: Der Reifegrad ist - verglichen mit typischen automobilen Stückzahlen - WEIT von "ausentwickelt" entfernt, kostenmässig noch nicht mal seriereif. Ich arbeite seit über 20 Jahren auf dem Gebiet und weiss sehr genau wovon ich spreche. - Falsch: Brennstoffzellen haben einen relativ geringen Wirkungsgrad, rund die Hälfte der Energie wird in ABWÄRME umgesetzt - und die kann sehr wohl zum Heizen benutzt werden, mit oder ohne Wärmepumpe, je nachdem wie sie ausgekoppelt wird. Etwas mehr Wissen und weniger Meinung bitte...
John
21.01.2026 um 10:07
Wie gesagt Grüner H2 ist strategisch sinnvoll. Wenn man aber mittlerweile technologisch nichts liefern kann, dann sollte man es langsam mal bleiben lassen. Oder wir lassen es die CN machen.
Peter
22.01.2026 um 14:51
Hallo miteinander,vermutlich wird niemand ernsthaft in diesem Forum glauben, dass wir mit dem Batterie PKW das Klima retten können. Darum bin ich immer wieder erstaunt über die schadenfrohe Berichterstattung wenn es wieder Mal etwas Negatives zum Thema H2 zu berichten gibt.Aber wenn wir ernsthaft einen wirksamen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten wollen wird es unumgänglich sein das Thema Wasserstoff voranzutreiben, und davon würden alle profitieren, die europäische Wirtschaft genauso wie die Energieversorgung!LG Peter

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