Ecoro, TH Köln und RWTH Aachen forschen an virtuellen Logistikspuren

Die TH Köln, die RWTH Aachen und andere Partner haben ein Forschungsprojekt namens „ViDeLL“ gestartet. Darin soll ein Konzept für virtuelle Straßenabschnitte zur temporär exklusiven Nutzung durch automatisierte Logistikfahrzeuge entstehen.

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Bild: Ecoro

„Die prognostizierte Zunahme des Gütertransports führt unsere Straßen in absehbarer Zeit zur vollständigen Überlastung“, warnt Professor Achim Kampker, Leiter des Lehrstuhls Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen. Das „ViDeLL“-Projekt fokussiert sich daher auf die Logistik und intelligente Steuerung von deren Verkehrströmen. Dabei schaut sich das Projekt speziell die städtische Endverbraucher- und Handelslogistik sowie auch die Industrielogistik zwischen urban angesiedelten Produktionsstandorten an.

Wie ein Blick auf den Projektpartner Ecoro zeigt, geht es dabei nicht unbedingt nur um klassische Lkw oder Transporter. Denn das Münchner Startup hat sich auf automatisierten Gütertransport spezialisiert und ein autonomes E-Shuttle für den Warentransport entwickelt, das vier Paletten mit einer Kapazität von 2,4 Tonnen mit bis zu 60 km/h befördern kann. Es erinnert an AGV-Fahrzeuge (Automated Guided Vehicles), also fahrerlose, selbstfahrende Transportfahrzeuge für die innerbetriebliche Logistik wie zum Beispiel innerhalb von Autofabriken. Es kann aber auch im Außeneinsatz verwendet werden.

„ViDeLL“ steht übrigens für „Virtual Dedicated Logistics Lanes“, also dezidierte virtuelle Logistikspuren. Das Projekt will die Flexibilität und Effizienz des Verkehrsraums durch innovative Technologien grundlegend verbessern. Eine Idee dafür sind „intelligente Fahrbahnmarkierungen“ innerhalb eines integriertes Gesamtsystems aus automatisierten Fahrzeugen, Infrastruktur-Sensorik und zentralem Steuerungssystem.

„Flexible virtuelle Lösungen durch optische Komponenten sind wirtschaftlich attraktiv, da sie mit einer effizienten Nutzung des vorhandenen Straßenraums und erheblich weniger Baumaßnahmen einhergehen als physische Fahrspuren für einzelne Fahrzeuggruppen“, sagt PEMs Projektverantwortlicher Tarik Hadzovic.

Die Projektpartner wollen geeignete Anwendungsfälle für virtuelle Logistikspuren in urbanen Räumen sowie deren Umgebung analysieren und ein Gesamtsystem konzipieren, das den Aufbau von „On-site“-Sensorik zur Absicherung der virtuellen Straßenabschnitte umfasst. Eine solche Sensorik soll laut den Projektverantwortlichen viel günstiger zu realisieren sein, als in den Fahrzeugen selbst die Sensorik zu verbauen. Anschließend sollen Algorithmen für die dynamische Zuweisung und Steuerung der virtuellen Logistikspuren auf Basis von Echtzeit-Verkehrsdaten entwickelt werden. Zudem wollen die Forscher die Interaktion zwischen automatisierten Logistikfahrzeugen und anderen Verkehrsteilnehmern untersuchen, ein Sicherheitskonzept erarbeiten sowie Lösungsansätze für zulassungsrechtliche Herausforderungen und Handlungsempfehlungen für regulatorische Anpassungen entwickeln.

Das Projekt wird im Rahmen des EFRE-Innovationswettbewerbs „NeueWege.IN.NRW“ vom Bundesland Nordrhein-Westfalen und der EU gefördert und ist bis zum 31. Dezember 2028 befristet. Die Konsortialleitung von „ViDeLL“ liegt bei der TH Köln, weiter an Bord sind wie erwähnt Ecoro, der u.a. auf Sensoren spezialisierte Zulieferer ETO aus Stockach in Baden-Württemberg, der PEM-Lehrstuhl der RWTH Aachen sowie die RWTH-Ausgründung PEM Motion.

rwrth-aachen.de

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