Dataforce: E-Autos in Flotten wachsen weiter
Die rund 42.700 neuen E-Autos entsprechen laut der Veröffentlichung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) einem Marktanteil von rund 22 Prozent. Das liegt in leicht über dem Niveau des vergangenen Jahres und in etwa auf dem Level des vierten Quartals. Es ist also kein Ausreißer nach oben oder unten. Im Jahresvergleich haben die E-Autos zum Januar 2025 sogar um 24 Prozent zugelegt.
Daher überrascht es etwas, dass die Marktexperten von Dataforce ihre Mitteilung mit „Januar 2026: Elektro knickt wie zu erwarten im deutschen Pkw-Markt ein“ betiteln. Was stimmt: Die E-Autos haben zugelegt, allerdings hat sich das Wachstum verlangsamt. „Vor allem im Flottenmarkt ging es von +55 Prozent im Dezember 2025 nun auf +18 Prozent zurück. Das gleiche Phänomen gab es auch im Privatmarkt von 74 auf 43 Prozent. Das ist aber nichts Ungewöhnliches, da zu Jahresbeginn oftmals die E-Zulassungen zurückgehen, nachdem sie zuvor zum Jahresende in die Höhe geschossen sind“, schreibt Dataforce dann schon sachlicher (und korrekt) später in der Mitteilung. „Der Markt wächst also aktuell immer noch, nur eben etwas langsamer.“ Und isoliert für den Januar betrachtet, war es sogar der stärkste Januar bisher im Privatmarkt für E-Autos. Das klingt nicht gerade nach „einknicken“.

Neben den BEV (+24 %) lagen auch die Plug-in-Hybride (+22 %) und die Hybride (+8 %) im Plus. Dass der deutsche Pkw-Markt im Januar 2026 mit 193.969 Neuzulassungen „relativ schwach ins neue Jahr gestartet“ (O-Ton Dataforce) ist, liegt also nicht an den elektrifizierten Antrieben – sondern an den reinen Verbrenner. Die Benziner liegen 19 Prozent im Minus, die Diesel 16 Prozent.
Während die E-Autos bei den Privatkunden und im relevanten Flottenmarkt wie erwähnt zugelegt haben (zwar langsamer, aber immer noch mit zweistelligen Wachstumsraten), haben über alle Antriebsarten hinweg die Privatkunden 14,4 Prozent und die Flotten um 7,9 Prozent nachgegeben, auch der Fahrzeughandel war bei den Zulassungen mit 3,2 Prozent leicht im Minus. „Die einzigen Kanäle, die wachsen konnten, waren die Autovermieter (+9,9%) und die Hersteller selbst (Fahrzeugbau +5,3%)“, so Dataforce. „Es scheint also so, dass überschüssige Fahrzeuge, die keinen ‚echten‘ Abnehmer gefunden haben, vermehrt von den Herstellern selbst zugelassen wurden oder per Sonderangebot an Autovermieter gingen.“
Angesichts des Elektro-Bestwerts bei den Privatkunden im Januar sieht Dataforce „übrigens keinen Hinweis darauf, dass der Markt vor der Prämie zur Zurückhaltung tendiert“. Die schwache Performance im Privatmarkt „geht aktuell aber eher doch auf die Verbrenner zurück“ – beide Antriebsarten lagen bei den Privatkunden im Januar knapp 30 Prozent im Minus. „Um einen solch starken Rückgang auszugleichen, hätten die E-Zulassungen nochmal gewaltig steigen müssen. Doch vielleicht passiert das in den nächsten Monaten, wenn wir die ersten erhöhten Zulassungszahlen durch die neue Förderprämie sehen“, schreibt Dataforce. Man könnte also eher sagen: Das Elektro-Wachstum reicht derzeit nicht aus, um die rapiden Verluste bei den Verbrennern auszugleichen.
So lässt sich auch die Lage am von Flottenkunden dominierten Transporter-Markt zusammenfassen: Mit 32.803 Neuzulassungen hat das Segment im Januar ganz 16 Prozent eingebüßt – und das durch alle Kanäle. Der relevante Flottenmarkt (52 % Marktanteil) lag 13 Prozent im Minus, die Privatkunden (21 % MA) kamen auf -16 Prozent. Auch bei den Vermietern, Herstellern und dem Handel gibt es mit -18 bis -22 Prozent zweistellige Verluste.

Auch hier geht das vor allem auf die Lage bei den Verbrennern zurück: Die Diesel, die nach wie vor 77 Prozent des Transporter-Marks ausmachen, haben um 21 Prozent verloren, die weniger relevanten Benziner (7 % MA) sogar um 41 Prozent. Nur die E-Transporter haben um 56 Prozent deutlich zugelegt – auf elf Prozent Marktanteil. „Aktuell sind noch 77 Prozent aller Transporter Diesel, was im Angesicht der CO2-Ziele für die Hersteller problematisch ist“, heißt es in der Analyse. „Lieber würden sie hier eine deutlich höhere Quote an Elektro-Zulassungen sehen, um ihre Bilanzen zu verbessern. Immerhin aber lagen die E-Transporter diesen Monat schon bei 11 Prozent Marktanteil.“
„Der Start ins neue Jahr ist nicht ganz gelungen. Der Markt schwächelt deutlich, und das ausgerechnet durch Rückgänge in den Kanälen, die für die Hersteller das Geld versprechen“, sagt Julian Litzinger, Automotive Analyst bei Dataforce. „Gleichzeitig sendet der Markt aber auch positive Signale. Und zwar gibt es momentan keinen Anschein, dass die angekündigte Förderprämie den E-Auto Markt vorher zum Erliegen bringt. Die Quoten bleiben momentan stabil, viel eher sind die Verbrenner-Zulassungen am Kränkeln.“
Quelle: Info per E-Mail





0 Kommentare