Schaffhausen startet Bau von Lademöglichkeiten für E-Regionalbusse
Wegen umfangreicher Bauarbeiten in der Innenstadt haben die Verkehrsbetriebe Schaffhausen (vbsh) das eigentlich für 2029 geplante Ende von Oberleitungsbussen vorgezogen. Nach der 2024 erfolgten Bestellung von sechs Batterie-elektrischen Gelenkbussen beim spanischen Hersteller Irizar lösten diese im Dezember 2025 die letzten O-Busse ab – das Ende einer Ära.
Doch nicht nur im Stadtverkehr, sondern auch im Regionalverkehr will Schaffhausen künftig auf E-Busse setzen. Nach der Umstellung von Dieselfahrzeugen auf Batterie-elektrische Busse soll der Regionalverkehr künftig einen erheblichen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen und zur Verbesserung der Luftqualität beitragen.
Dazu haben die vbsh bereits Ende 2024 bei Daimler Buses 13 Einheiten des elektrischen Solobusses eCitaro bestellt. Da der ÖPNV-Betreiber von Standardbussen spricht, dürfte die klassische Konfiguration mit 12 Metern Länge und einer Kapazität für bis zu 88 Fahrgäste gemeint sein.
Um den Start dieser E-Busse vorzubereiten, beginnt am 2. März der Umbau des Regionalbuszentrums am Bahnhof Schaffhausen, der im Sommer 2027 abgeschlossen werden soll. Im gleichen Zeitraum ist auch der Einbau von zusätzlichen Übernacht-Ladestationen in der neuen Einstellhalle Ebnatring geplant, so die vbsh.
Opportunity Charging am Bahnhof
Der Ansatz des Ladekonzepts: Beim Halt am Bahnhof Schaffhausen können die künftigen E-Busse ihre Batterie mit per Pantograph (Stromabnehmer) zwischenladen – das nennt man auch Opportunity Charging. Über Nacht werden sie im Depot dann „schonend“ vollgeladen – hiermit dürfte eine niedrige Ladeleistung gemeint sein.
Für die Zwischenladungen werden im Regionalbuszentrum am Bahnhof Schaffhausen sieben per Pantograph nutzbare Schnellladepunkte und eine Trafostation gebaut. Die neuen Ladepunkte bestehen mehrheitlich aus Stahl, sind in die Busdächer integriert und erhalten wie an der Bahnhofstrasse, wo die Stadtbusse laden können, Ladehauben mit 270 bis 540 kW Leistung.
Barrierefreie Umgestaltung
Im Zuge des Umbaus wird das Regionalbuszentrum auch barrierefrei umgestaltet. Dabei werden die Haltekanten von 16 auf 22 Zentimeter erhöht, sodass ein stufenfreier Zustieg in die E-Busse möglich wird und Rollstuhlfahrer und Kinderwagen ohne Hindernis hinein rollen können.
Die Investitionen für die Elektrifizierung belaufen sich auf 7,5 Millionen Franken, die von den vbsh getragen werden. Die Stadt Schaffhausen übernimmt gemäß Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) 1,3 Millionen Franken für den barrierefreien Umbau.
Update 20.05.2026: Seit dieser Woche fahren die ersten elektrischen Regionalbusse der Verkehrsbetriebe Schaffhausen im Linienbetrieb. In einer ersten Phase werden die beiden Vorserienfahrzeuge des Typs Mercedes-Benz eCitaro vorwiegend auf den Regionalbuslinien 21 (Schaffhausen – Schleitheim), 23 (Schaffhausen – Kleinbuchberg/Bargen) und 24 (Schaffhausen – Büttenhardt – Thayngen) eingesetzt. Die zwei Busse dienen dazu, den Einsatz der neuen Elektrobusse im Regionalverkehr unter realen Betriebsbedingungen zu erproben. Weitere elf Serienfahrzeuge werden bis Ende 2027 schrittweise die bestehende Dieselbusflotte im Regionalverkehr ablösen.
vbsh.ch, tagesanzeiger.ch, vbsh.ch (Update)





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