TU Braunschweig stärkt Batterie-Forschungszentrum

Das Forschungszentrum Battery Labfactory Braunschweig (BLB) der TU Braunschweig hat drei neue Anlagen zur Produktion zukunftsfähiger Batteriezelltechnologien in Betrieb genommen. Dabei geht es um Trockenbeschichtung, Festkörperelektroden sowie Batterierecycling.

Blb trockenbeschichtung
Bild: Christian Bierwagen/TU Braunschweig

Gefördert wurde die Investition mit rund zehn Millionen Euro durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Hintergrund der Förderung im Rahmen des Programms „ForBatt“ ist, dass das BLB damit zentrale Beiträge zum weiteren Aufbau der Batteriezellproduktion in Deutschland leisten soll.

Konkret hat das BLB nun folgende Anlagen inklusive zugehöriger Labor- und Analyseinfrastruktur eingeweiht:

  • 3D-Druckanlage für Festkörperelektroden: Ziel ist hier die Entwicklung und Herstellung innovativer 3D-Festkörperelektroden für zukünftige Batteriegenerationen.
  • Pilotanlage zur Trockenbeschichtung mit Trockenraum und Laborinfrastruktur: Das Verfahren, auch „Dry Coating“ genannt, stellt eine vielversprechende neuartige Produktionsmethode dar, die im Vergleich zur klassischen Nassbeschichtung von Elektroden deutliche Vorteile hinsichtlich Kosten, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bieten soll.
  • Tandem-Nassbeschichtungsanlage zur zirkulären Batteriezellproduktion: Die Anlage wurde insbesondere für die Realisierung einer mehrfachen Kreislaufproduktion mit nachhaltigen Trocknungsverfahren konzipiert und ermöglicht die reproduzierbare Herstellung größerer Mengen von Elektroden und Zellen. Damit will das BLB zusammen mit der schon vorhandenen Recycling-Anlage die Voraussetzung für industrienahe Untersuchungen geschlossener Materialkreisläufe schaffen.

„In ihrer Gesamtheit komplettieren die drei Anlagen eine deutschlandweit einzigartige Forschungsinfrastruktur, mit der wir Innovationen für nachhaltige, zirkuläre und leistungsfähige Batteriezelltechnologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Grundlagenforschung bis zur industrienahen Demonstration – entwickeln können“, erläuterte Professor Arno Kwade, Vizepräsident für Transfer und Innovation der TU Braunschweig und Vorstandssprecher der BLB. „Mit diesen vom BMFTR mit über zehn Millionen Euro geförderten Anlagen stärkt der Regionalverbund BLB+ den Ausbau der Region Braunschweig und Niedersachsen zu einem führenden Hotspot für die zirkuläre Produktion von Energiespeichern und -wandlern und leistet einen wichtigen Beitrag zur Transformation der Batteriezellproduktion in Deutschland.“

An der Einweihung nahm auch der niedersächsische Wissenschaftsminister Falko Mohrs teil. Der SPD-Politiker sagte: „Wir brauchen eine forschungsstarke, mit Unternehmen und Start-ups eng vernetzte und national gut abgestimmte Batterieforschung. Dafür steht die TU Braunschweig. Vor allem die Frage, wie man Batterien und Batteriematerialien erneut nutzen kann, wird hier bearbeitet. Die neuen Forschungsanlagen ergänzen diese Infrastruktur hier optimal – damit sind wir bundesweit Vorreiter.“

Die TU Braunschweig hat 2012 die Battery Labfactory Braunschweig (BLB) gegründet und 2015 eine Forschungspilothalle für die Batteriezellproduktion eröffnet. 2020 entstand am BLB zudem eine Batterie-Diagnosestraße und 2023 kam das CircularLab hinzu, das sich der Kreislaufproduktion und dem Recycling von Lithium-Ionen-Batterien widmet. Aktuell baut die TU Braunschweig zudem das Center for Circular Production of Next Batteries and Fuel Cells (CPC), das nicht direkt zum BLB gehören wird, aber Teil des Forschungsverbunds BLB+ werden soll.

tu-braunschweig.de

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