BYD kündigt Premiere der europäischen „Flash-Charger“ für April an

Das von BYD vor einigen Tagen in China präsentierte „Flash Charging“ steht nur noch wenige Wochen vor seiner weltweiten Markteinführung. Am 8. April wird der Denza Z9 GT in Paris europäischen Kunden vorgestellt und mit ihm auch das Flash Charging mit bis zu 1.500 kW.

Byd flash charger denza z9gt
Bild: BYD

Bei der Veranstaltung in China Anfang März hatte BYD die zweite Generation seiner Blade-Battery und die zugehörigen „Flash-Charger“ der zweiten Generation vorgestellt. Die Blade-2.0-Zellen mit LFP-Chemie kann laut dem Hersteller in nur neun Minuten von zehn auf 97 Prozent laden und selbst bei -30 Grad Celsius soll es von 20 auf 97 Prozent nur drei Minuten länger dauern. Möglich wird das neben der neuen Batterie auch durch die überarbeiteten „Flash-Charger“, die mit einer speziellen Technik ein E-Auto über zwei Ladekabel gleichzeitig bis bis zu 1,5 Megawatt Leistung versorgen kann.

Während BYD im Rahmen der Premiere angab, dass man in China bereits über 4.000 dieser „Flash-Charger“ installiert habe, blieb das Unternehmen zum Rollout der besonders schnellen Ladestationen in Europa sehr vage – obwohl der Aufbau der Megawatt-Ladesysteme hierzulande im vergangenen Jahr bereits angekündigt wurde. Jetzt kündigt BYD an, dass das „Flash-Charging“ nur „wenige Wochen vor seiner weltweiten Markteinführung“ stehe.

In Europa soll es konkret am 8. April so weit sein, denn dann soll der Denza Z9GT im Pariser Opernhaus Palais Garnier offiziell vorgestellt werden – und mit ihm das „bahnbrechende“ Ladesystem. Bei Denza handelt es sich um die „technologieorientierte“ Premium-Marke der BYD-Gruppe, daneben gibt es noch Yangwang als Luxus-orientierte Marke – neben BYD selbst. Denza ist einst als Elektro-Joint-Venture von BYD und Mercedes-Benz in China gestartet, die auf den Massenmarkt ausgelegten Modelle waren aber kein großer Erfolg. Später hat BYD die Mehrheit übernommen und die Marke wurde in Richtung Premiumsegment weiterentwickelt. Jetzt soll die einstige Mercedes-Hoffnung auf dem chinesischen Markt auch im europäischen Premium-Segment gegen die Marke mit dem Stern antreten.

Zwar kündigt BYD in der Mitteilung zum Premieren-Termin an, dass der Denza Z9GT in Europa „das einzigartige Prinzip ‚Bereit in 5. Voll in 9. Bei Kälte +3‘ vorstellen“ werde – Englisch: „Ready in 5, Full in 9, Cold Add 3“. Das ist eine Anspielung auf die Ladedauer, denn nach nur fünf Minuten soll der Akku von zehn auf 70 Prozent geladen und damit bereit für die Weiterfahrt sein. Die 97 Prozent sind nach neun Minuten erreicht – diese Marke wurde laut BYD bewusst festgelegt, um noch etwas Raum für die Energie aus der Rekuperation zu bieten. „Selbst bei Temperaturen von bis zu -30 °C, die die Ladegeschwindigkeit normalerweise drastisch reduzieren können, kann ‚Flash Charging‘ den Akku in nur zwölf Minuten von 20 auf 97 Prozent aufladen („+3“)“, wie BYD jetzt auch für Europa ankündigt.

Ob diese Ladezeiten tatsächlich auch in Europa erreicht werden können, ist aber selbst mit der aktuellen Ankündigung noch nicht ganz klar. Zwar gibt BYD an, dass die Grundlage für diese Ladezeiten „Durchbrüche in zwei Schlüsselbereichen“ seien. Neben der erwähnten Blade-2.0-Zelle wird dann „die neueste Version der BYD-eigenen Ladestation“ genannt, „die über ein einziges Kabel eine Ladeleistung von bis zu 1.500 kW (Stecker für den chinesischen Markt) ermöglicht“. Tatsächlich sind die 1.500 kW aber laut dem Event in China nur möglich, wenn beide Ladekabel eines „Flash Chargers“ gleichzeitig eingesteckt sind – BYD Europa zeigt auch diese spezielle Ladesäulen-Konstruktion in der Grafik zu der Mitteilung. Die Einschränkung mit dem „Stecker für den chinesischen Markt“ lässt zudem vermuten, dass der Denza Z9 GT für Europa über einen CCS-Anschluss verfügt, um mit den öffentlich zugänglichen Schnellladestationen in Europa kompatibel zu sein. Und ob die europäischen „Flash Charger“ dann über zwei CCS-Kabel verfügen und welche Leistungen dann möglich sind, wird BYD wahrscheinlich erst Anfang April genau bestätigen – oder noch etwas später. Denn in der Mitteilung heißt es auch: Weitere Details zu den Plänen und dazu, wie sie die Markteinführung des Z9 GT unterstützen werden, werden aber erst „zu gegebener Zeit“ bekannt gegeben.

Denza hatte den Z9GT bereits im April 2025 in Mailand erstmals in Europa vorgestellt. Der für Märkte wie Deutschland angekündigte Marktstart im vierten Quartal 2025 hat sich dann aber verschoben – wohl auch, weil man auf die zweite Generation der Blade-Battery und die neuen „Flash Charger“ gewartet hat. Der Z9GT soll in der Version mit Heckantrieb auf über 800 Kilometer Reichweite kommen, verbaut ist eine 122 kWh große Batterie. Die Topversion mit drei E-Motoren kommt auf über 700 kW Leistung. Was der Z9GT hierzulande kosten wird, ist aber noch nicht bekannt.

„Die Einführung des Denza Z9GT in Europa ist ein sehr wichtiger Meilenstein für unsere Marke. Der Z9GT verkörpert den wahren Geist von Denza – eine Kombination aus fortschrittlicher Technologie, wunderschönem Design und emotionalem Fahrgefühl“, sagt Stella Li, Executive Vice President von BYD und unter anderem für das Europa-Geschäft verantwortlich. „Die Möglichkeit, selbst bei extrem niedrigen Temperaturen in nur wenigen Minuten eine Reichweite von mehreren hundert Kilometern zu erzielen, bedeutet, dass der Z9GT unsere Vision für Denza perfekt widerspiegelt: Technologie, die begeistert, Leistung, die begeistert, und Eleganz, die die Zukunft der Premium-Mobilität definiert.“

myconvento.com

8 Kommentare

zu „BYD kündigt Premiere der europäischen „Flash-Charger“ für April an“
Dr. Remmel
15.03.2026 um 08:42
Bin mal gespannt auf den Culture-Clash, wenn die Chinesen auf die deutsche Bundesnetzagentur trifft, die sich nach dem Antrag vielleicht oder auch gar nicht irgendwann nach einigen Monaten oder Jahr meldet, wenn ein Charger aufgestellt werden soll.
Hübner
15.03.2026 um 14:43
In Deutschland? Mit unserer Infrastruktur vielleicht in 150 Jahren . Wir sind jetzt schon am Limit und müssen sogar drosseln damit das Netz nicht zusammenbricht
Chan Huj, PhD.
15.03.2026 um 15:15
Ich bin gespannt auf den Culture-Clash, wenn die Deutschen IRL auf chinesische Flash-Charger treffen. Die Deutschen schaffen es unfreiwillig vom Diesel-Passat auf einen ID.7 mit 200kW Ladeleistung umzusteigen. Ein Denza in Verbindung mit Flash-Charging muss für Deutsche so verboten schnell sein, dass die Deutsche Obrigkeit wieder "unfair!" schreit. Denza und BYD können nichts dafür, dass steter Fortschritt dem Durchschnitts-Deutschen fremd ist. Vielleicht sollten Deutsche bei Wahlen ausschließlich den Fortschritt und keinen Rückschritt wählen? Jaja, Ihr werdet es bestimmt (wie immer) besser wissen!
MarioB
16.03.2026 um 09:26
Hey Chan Huj, "...Vielleicht sollten Deutsche bei Wahlen ausschließlich den Fortschritt und keinen Rückschritt wählen?..." Probier das mal in China ;-) Nach dem Motto: "Freie Wahl für freie Bürger", kann ich mit manchen Unzulänglichkeiten gut leben, denn die Rahmenbedingungen passen. Und so schlecht ist hier nicht alles, wie es gerne dargestellt wird.
Branchenkenner
15.03.2026 um 17:40
Anmerkung zum vorherigen Kommentar meinerseits: Es sollten 1100km CLTC sein und nicht 1200km, damit kommt der BMW i3 wohl weiter als der BYD Denza Z9 GT mit 1036km CLTC. Nur das der Denza Z9 GT auch in China mehr kosten wird als der BMW i3. Ladegeschwindigkeit ist das eine, Reichweite das andere...Für den Kunden ist ein Mix aus beidem wichtig, die Reichweite ist dabei als wichtiger anzusehen als die Ladegeschwindigkeit. Und natürlich ist auch der Preis wichtig.
Branchenkenner
15.03.2026 um 17:31
Lol peinlicher Beitrag. Schon mal was von Mercedes AMG GT-4 Türer EQ gehört? Der kommt in einigen Wochen auf dem Markt und stellt den Denza in den Schatten. 850kW durchschnittliche Ladeleistung bis 80%, bis zu 1360PS, aktive aerodynamik, mitlenkende Hinterachse erc. Der Concept AMG GT XX hat den Reichweitenrekord in 24h von E-Autos geschlagen. Ladezeit beträgt wohl selbst im Serienfahrzeug nur 9 Minuten auf 80%. Natürlich muss man da aber die finalen Daten abwarten. Übrigens fahren auch Mittelklasse-Fahrzeuge wie BMW iX3 und i3 schon mit 400kW Ladeleistung rum, ein Porsche Taycan läd von 10% auf 80% in gemessenen 16-17 Minuten, ein Porsche Cayenne in 15 Minuten. Der ach so toller Denza läd also 3 Minuten schneller auf 80% als der AMG, ist aber sonst schlechter. Selbst ein Taycan von Anfang 2024 ist gerade mal 10 Minuten langsamer auf 80% als der Denza von Mitte 2026. Wen interessiert das ernsthaft? So lange die Ladezeiten sich im Bereich 10-15 Minuten aufhalten (und ich nehme da 16 Minuten mal mit rein, insbesondere weil der Taycan die maximale Ladegeschwindigkeit über ein sehr breites Temperaturfenster erreichen kann und damit fast jedes mal wenn man aufladen muss) spielt eine Verringerung der Ladezeiten um weitere 5-10 Minuten kaum eine Rolle. Was wichtiger ist ist die maximale Reichweite in Kombination mit Ladegeschwindigkeit. Ein BMW i3 wird als Mittelklasse-Limousine eventuell 900km WLTP erreichen, das dürften 1200km CLTC sein. Wo sind die Mittelklasse-Limousinen aus China die das schaffen?
Robert K.
16.03.2026 um 11:03
Irgendwie klingt es unausgegoren und irgendwie lese ich wieder 12000 MHz, weil 4 Kerne 3GHz haben.... Braucht man nun 1 oder 2 Kabel mit Steckern, die nur bis 500A Normiert oder zugelassen sind. Und physisch bei 700A am Limit sind. Ja, aber wir schicken halt doch 1000A durch. OK. Immer gerne. Auf jeden Fall geht es um Leistung und wofür wurde nochmal das MCS Megawatt CS erfunden. Schick wäre es schon, aber wer will schon 2 Kabel, wenn er 1 kann und vielleicht ist CCS ja dann doch nicht der richtige Stecker m.M.n scheitert es daran und an strengeren Sicherheitsregeln. Klingt nämlich alles abenteuerlich.Flash-charging wie ich es verstehe: Offener Lichtbogen schlägt in das Auto ein. das wäre meine Version von Sicherheit...
walter52
16.03.2026 um 23:14
..und wieder die große Diskussion über Autos, die 95% der Bevölkerung nie kaufen werden. . Aber kein Aufschrei, dass es eben weiterhin den Chinesen überlassen bleibt, erschwingliche Klein- und Mittelklassewagen auf den Markt zu bringen. Diese Einführung findet gerade statt, zeitgleich mit diversen SUV, welche das so genannte "Margen-Segment" unserer Autobauer im Visier haben. Der Aufschrei wird spätestens in 2 Jahren da sein, wenn man erkennt, dass angesichts der Verschiebung in den Marktanteilen der Gürtel sehr eng geschnallt werden muss. Oder wie meinte eine bekannte Beratungsagentur zum Thema Volkswagen? "8 von 10 Standorten könnte man schließen".

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert