Tesla baut in USA nur noch V4-Powerunits – V3-Fertigung läuft aus

Tesla stellt in seiner Fabrik in New York ab sofort nur noch die V4-Schaltschränke für Supercharger her. Die Produktion der V3-Schaltschränke wurde nach über sieben Jahren und 15.000 Exemplaren eingestellt. Hintergrund ist Teslas Bestreben, an seinen Ladestationen höhere Ladeleistungen bereitzustellen.

Tesla gigafactory supercharger v3 v4
Bild: Tesla

Die Supercharger-Generation „V4“ hat Tesla bereits seit 2023 als Begriff etabliert. Doch die ersten Standorte, die sowohl mit Blick auf die Säulen als auch hinsichtlich des Schaltschranks mit V4-Technik ausgestattet wurden, sind in den USA erst im vergangenen Spätsommer ans Netz gegangen. Diese bieten dem Cybertruck und auch 800-Volt-Stromern anderer Hersteller eine Ladegeschwindigkeit von bis zu 500 kW, der E-Lkw Semi soll sich mit dieser Technologie sogar bis zu 1,2 MW ziehen können.

Zum Hintergrund: Die V4-Supercharger, die Tesla seit dem Frühjahr 2023 ausrollt, waren genau genommen eine Mischkonstruktion: Es kamen zwar die neuen V4-Stalls zum Einsatz, die sich durch ein anderes Design der Ladesäulen und längere Ladekabel für Nicht-Tesla-Fahrzeuge auszeichnen. An der Ladeleistung von maximal 250 kW änderte sich aber bei dem Wechsel von den V3-Stalls zu den V4 nichts. Das lag daran, dass im Hintergrund immer noch die alten V3-Schaltschränke  (oder bei Tesla Cabinets genannt) zum Einsatz kamen. Einzig der Cybertruck als 800-Volt-Modell konnte in Nordamerika aus den V4-Stalls mit V3-Cabinets bereits bis zu 325 kW herausholen, die anderen Tesla-Modelle waren dort auf 250 kW limitiert.

Nun läuft also die Produktion dieser V3-Schaltschränke in den USA aus. Das teilt Tesla in einem „X“-Post mit – inklusive Belegschaftsfoto von vor Ort. Ob auch die Produktion in China inzwischen komplett auf V4 umgestellt wurde, ist nicht bekannt. In einer separaten Fabrik nahe der Tesla-Gigafactory 3 in Shanghai wird die Ladetechnik seit 2021 gebaut. Bei dem US-Werk handelt es sich um die Gigafactory 2 genannte Produktion in New York. Dort ist Teslas Solarsparte seit rund zehn Jahren Mieter und stellt neben Ladesäulen und Schaltschränken auch weitere Komponenten aus dem Tesla-Ökosystem her.

Wir erinnern uns: Die V4-Cabinets, die an den V4-Stalls bis zu 500 kW Ladeleistung ermöglichen, hatte Tesla Mitte November 2024 vorgestellt – und im September 2025 erstmals an einem öffentlich zugänglichen Ladepark im kalifornischen Redwood City aufgebaut. Inzwischen gibt es mehrere solcher Standorte. Laut Tesla soll es sich um die „zuverlässigste Leistungselektronik der Welt“ handeln. Von den V4-Cabinets erhofft sich der Autobauer zudem geringere Kosten und einen schnelleren Rollout der Ladeinfrastruktur.

Wichtig: Anfangs konnten nur Tesla-Fahrzeuge die V4-Supercharger mit V4-Cabinets nutzen. Tesla gab im September an, zunächst Daten sammeln und noch weitere technische Prüfungen abschließen zu wollen, doch schon im Laufe des vierten Quartals 2025 eine Öffnung für Dritte anzustreben. Inzwischen sollten also auch 800-Volt-Fahrzeuge anderer Hersteller bei Tesla ihre maximal mögliche Ladekurve abrufen können.

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5 Kommentare

zu „Tesla baut in USA nur noch V4-Powerunits – V3-Fertigung läuft aus“
David
17.03.2026 um 14:01
Das war auch mal wieder eine milliardenschwere Fehlentscheidung von Bachelor Musk. Er hätte mit der V3 auf 1000 V Betriebsspannung gehen müssen. Damit wären sowohl die Transformatoren als auch die Leistungselektronik günstiger gewesen, weil ja alle anderen in der Welt genau solche Einheiten auch ordern und damit Skaleneffekte gegriffen hätten. Zudem wäre man damit zukunftsssicher gewesen und trotzdem hätten ja alle Tesla laden können.. Hat man aber nicht gemacht, sondern auf die Säulen 1000 V geschrieben und die teure Peripherie lief auf 500 V. Damit konfrontiert, hörte man aus dem Fanlager, wenn da mal wirklich Bedarf wäre, dann würde man einfach umschalten. Die Säulen können das ja schon. Jetzt sieht man: Nein, man muss die komplette Hardware austauschen!
Silverbeard
18.03.2026 um 18:25
Tesla muss gar nichts. Für die Model 3 und Y reichen weiterhin 250kW. Für Besitzer aller anderen Marken gilt: Die können die Säulen nutzen, oder es lassen. Wichtig wird es jetzt für den Semi (und für den Cybertruck ist es auch sinnvoll).
Branchenkenner
18.03.2026 um 23:14
Da reicht hinten und vorne nichts. Die E-Mobilität wird endlich massagemarkttauglich und der Markt ist weniger emotionsgetrieben (Emotionen ist hier das falsche Wort, es geht bei einigen eher um Anhängerschaft). Mittlerweile zählen die technischen Daten, und auch endlich wieder die Innenraumqualität mitsamt technischer Funktionen und Komfortfeatures. Überall kann Tesla nicht mithalten und das schlägt sich halt auch in den Verkaufszahlen wieder. Einen merklichen Aufschwung der Zahlen wird es ohne neue Modelle und endlich auch neue Technik und bessere Innenräume nicht mehr geben. Kurzzeitige Erhöhung der Quartalszahlen durch große Rabattaktionen sind nur Strohfeuer und bewirken kaum etwas, ich glaube sogar das das der Marke mittelfristig schadet da viele nach dem Kauf die bescheidenen technischen Daten und den Innenraum im Vergleich zur besseren Konkurrenz, die wohlmöglich auch noch der Nachbar oder Arbeitskollege fährt, first-hand vergleichen können. Da muss mehr kommen
Silverbeard
20.03.2026 um 08:10
Soso, Sie sind also weniger emotionsgetrieben. Gerne Das heißt aber nicht, dass Sie mehr Wissen haben. Denn die meisten Modelle von VW haben weniger als 200kW maximale Ladeleistung. Und mit vielen Modellen anderer Hersteller ist das genauso. D.h. für die Mehrheit der BEV Modelle sind die Ladesäulen von Tesla völlig ausreichend. Und die paar Autos, die mehr als 250kW Ladeleistung erreichen, können sich ja an teurere Ladesäulen stellen, um ein paar Minuten zu sparen. Hier geht es nicht nur um 'moderne Technik im Auto', sondern auch um ein rückständiges Deutschland. Was nützen Ladesäulen mit fantastischen Maximalleistungen, wenn die Netzanschlüsse dafür nicht reichen oder deutlich länger für die Genehmigung brauchen. Und zum Thema Tesla kann nicht mithalten. Telsa verkauft weltweit mehr BEV als alle deutschen Hersteller zusammen. Wir sollten uns nicht zuviel darauf einbilden, weil das in Deutschland anders ist. Auf dem deutschen Markt werden 5% aller weltweiten Neufahrzeuge verkauft, in der EU 15%. In China aber 35% und dort ist das Model Y immer auf einem der ersten Plätze bei den Neuzulassungen.
Effekthascher
17.03.2026 um 14:29
Ja, und? Non of your business!

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