BVG zelebriert Richtfest am Elektrobus-Depot in Marienfelde

Die Berliner Verkehrsbetriebe arbeiten parallel am Bau von zwei neuen E-Bus-Depots. Auf dem Betriebshof an der Säntisstraße in Marienfelde feiern die Hauptstädter nun das Richtfest. Dieselbe Etappe hatte das zweite Neubau-Projekt in Treptow bereits vor drei Monaten passiert.

Bvg richtfest e depot saentisstrasse marienfelde
Bild: BVG, Florian Bündig

Im Sommer 2025 haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf einer rund 6,6 Hektar großen Fläche mit der Errichtung eines neuen E-Bus-Betriebshofs in Marienfelde begonnen. Es handelt sich dabei um einen vollständig auf den Betrieb von Elektrobussen ausgerichteten Betriebshof, auf dem bald 220 Elektrobusse stationiert werden sollen. Die Fertigstellung ist für kommendes Jahr geplant – ebenso übrigens wie die Inbetriebnahme des zweiten neuen Berliner E-Busdepots in Treptow am Spree-Ufer. Die Richtfeste beider Großprojekte absolvierte die BVG denn auch mit nur drei Monaten Zeitdifferenz. Das geht aus einer uns per E-Mail vorliegenden Pressemitteilung hervor.

Mit beiden neuen Betriebshöfen schafft die BVG die notwendigen Kapazitäten für den Süden bzw. Südosten der Stadt. Kumuliert werden beide Standorte Platz für rund 440 E-Fahrzeuge schaffen – fast ein Drittel der künftigen E-Bus-Flotte. An der Säntisstraße in Marienfelde sind das Verwaltungsgebäude und die Servicehalle bereits im Rohbau fertig. Rund 180 Mitarbeitende sollen hier künftig für einen stabilen und emissionsfreien Busbetrieb sorgen. 

Wir erinnern uns: Der im August 2025 erfolgten Grundsteinlegung und dem jetzigen Richtfest an der Säntisstraße ging 2023 ein Vergabeverfahren für die Arbeiten voraus. Den Zuschlag erhielt im Februar 2024 ein Konsortium namens ARGE BVG Säntis, bestehend aus der ZECH Bau SE und SBRS GmbH, wobei das Duo sowohl die Planungs- als auch die Ausführungsleistungen übernimmt. SBRS ist bekanntlich eine Tochter der Shell Deutschland GmbH – der Energiekonzern hatte den auf Ladeinfrastruktur-Lösungen für E-Busse, E-Lkw und auch E-Schiffe spezialisierten Hersteller Mitte 2022 übernommen. In der Berliner Arbeitsgemeinschaft ist also nicht nur ein Bauunternehmen und ein Ladeinfrastruktur-Hersteller involviert, sondern indirekt auch ein Energiekonzern mit Erfahrung beim Betrieb von Ladestationen.

Bvg e bus betriebshof saentisstrasse marienfelde
Rendering: Sweco

Auf dem Betriebshof werden insgesamt 209 Pantografen-Ladepunkte mit einer Leistung von bis zu 150 kW entstehen – das sind die Plätze für das Laden der E-Busse über Nacht. Diese werden – wie in einem Rendering und einem animierten Video auf LinkedIn zu sehen ist – an Gestellen auf einer Freifläche montiert, damit die Ladekabel einfach an die dort geparkten Busse angesteckt werden können. Zudem soll es neun „Ultraschnellladesäulen“ mit bis zu 450 kW geben, falls die Batterie eines Fahrzeugs innerhalb kurzer Zeit nachgeladen werden soll. Darüber hinaus wird die ARGE BVG Säntis eine Übergabestation, zwölf Wechselrichterstationen und neun Lademasten errichten. Außerdem besteht auch die Option, Doppeldecker-Busse zu laden.

„Vor sieben Monaten standen wir hier noch in einer Baugrube und heute sieht es hier schon richtig nach Betriebshof aus“, äußerte Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der BVG, beim Richtfest. „Das zeigt, wie ernst wir es mit der Umrüstung auf E-Mobilität meinen. Dank der guten Zusammenarbeit mit den beiden Baufirmen sind wir voll im Plan und schon im kommenden Jahr wird hier der Betrieb losgehen. Die dafür nötigen Fahrzeuge sind schon unterwegs. Wir schlagen hier einen wichtigen Pfeiler für die Stabilität im Bussystem ein und machen deutlich, was wir auch von allen künftigen Projekten erwarten.”

Wie auch auf dem neuen Depot in Treptow kommt auch auf dem Gelände in Marienfelde künftig ein spezielles Betriebshofmanagementsystem zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein automatisiertes System, das den Einsatz und die Abstellung der Fahrzeuge, die Ladevorgänge und Serviceintervalle optimiert.

Wichtig noch: Parallel zu den beiden Depot-Neubauten treibt die BVG auch den Ausbau der Bus-Ladeinfrastruktur innerhalb des Stadtgebiets voran – allen voran durch Pantografen-Ladestationen an bis zu 20 Endhaltestellen. Die Idee dahinter ist einfach: Busse können dort im Linienbetrieb laden und müssen nicht zwischendurch zum Aufladen auf den Betriebshof. Zwar ist bei den meisten Linien der tägliche Einsatz ohne Zwischenladen möglich, da in der Regel die Anzahl der Batteriepakete der Busse (und damit die Reichweite) auf den geplanten Einsatz der Fahrzeuge abgestimmt wird. Kommt es aber im Betrieb zu Situationen, in denen der Ladestand geringer ist als geplant, können die Ladestationen an Endhaltestellen dazu beitragen, während der dortigen Standzeit ausreichend Strom nachzuladen. Bei einigen, besonders langen Linien werden zudem teils Ladepausen von Anfang an eingeplant – auch diese können künftig entlang der Strecke erfolgen.

Parallel schreitet die Flottenelektrifizierung bei der BVG voran: Aktuell sind rund 280 der circa 1.500 Busse der BVG rein elektrisch unterwegs. Weitere 270 E-Gelenkbusse sind bestellt. Die ersten 70 werden laut BVG bis zum Sommer 2026 angeliefert. Als Zwischenetappe strebt der Betreiber an, bis 2027 etwa 500 E-Busse im Einsatz zu haben. Das ursprünglich angestrebte Ziel einer vollständigen Elektrifizierung bis 2030 hat die BVG derweil aufgeweicht: Seit geraumer Zeit ist bei den Verantwortlichen von den 2030ern die Rede, außerdem soll übergangsweise auch HVO als Kraftstoff eingesetzt werden. BVG-Chef Falk geht konkret davon aus, dass Batterie-elektrische Busse im Berliner Mobilitätssystem 2035 eine Mehrheit von 80 oder 90 Prozent stellen werden, für die verbleibenden zehn bis 20 Prozent sieht er den Kraftstoff HVO100 aus Abfall- und Reststoffen als Option. Damit rückte die BVG von ihren früheren, ambitionierteren Zielen ab. Eine ähnliche Aufweichung der E-Bus-Ziele – jedenfalls was die zeitliche Dimension angeht – hat es vergangenes Jahr auch in Hamburg gegeben.

Quelle: Infos per E-Mail

1 Kommentar

zu „BVG zelebriert Richtfest am Elektrobus-Depot in Marienfelde“
Michael
18.03.2026 um 21:45
Ich nehme an über den Ladepark kommt noch eine große PV-Fläche?

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