E-Boot-Hersteller Candela bekommt 30 Millionen Euro von Investoren

Verschiedene Bestandsinvestoren sowie die Entwicklungsbank IFC geben Candela eine Geldspritze von 30 Millionen Euro. Das schwedische Startup hat ein elektrisches Tragflügelboot entwickelt, das bereits im Stadtverkehr von Stockholm zum Einsatz kommt.

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Bild: Candela

Das frische Kapital soll eine zweite Produktionsstätte finanzieren, um die Herstellung des elektrischen Tragflügelboots Candela P-12 auszuweiten und die wachsende globale Nachfrage zu decken. Nachdem sich das E-Boot im Stadtverkehr von Stockholm bereits bewährt hat sowie auch in Projekten in Göteborg, Oslo und Trondheim eingesetzt wurde, so ist ab diesem Jahr die Serienproduktion der P-12 geplant. Das besondere an dem Boot: Es schwebt förmlich über das Gewässer. Dafür nutzt das Elektroboot die sogenannte Hydrofoil-Technik: Der Rumpf des Boots wird von Tragflügeln einen Meter über die Wasseroberfläche gehoben und erreicht eine Reisegeschwindigkeit von 25 Knoten (46 km/h)

Aktuell gilt es für Candela, einen Auftragsbestand von über 65 Bestellungen abzuarbeiten, der laut einem schwedischen Medienbericht rund 2 Milliarden SEK (ca. 185 Millionen Euro) wert sein soll. Darunter sind elf Boote für den Einsatz im indischen Mumbai sowie je zehn Einheiten für die Malediven und für Thailand. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Vorhaben in Mumbai, wo noch in diesem Jahr die ersten Einsätze geplant sind. Dort soll eine Flotte von zehn P-12 die Reisezeit vom Flughafen Navi Mumbai ins Stadtzentrum von etwa zwei Stunden auf 35 Minuten verkürzen.

Neues Werk soll 2027 in Danzig eröffnen

Um die Bestellungen der P-12 künftig möglichst schnell bedienen zu können, will Candela neben der bestehenden Anlage in Stockholm nun eine zweite Produktionsstätte im polnischen Danzig einrichten und damit nahezu direkt an der Ostsee. Das Werk in Danzig soll dabei dem schwedischen Werk nachempfunden werden, jedoch mit größerer Kapazität. Die neue Fabrik wird sich dabei über rund 10.000 Quadratmeter erstrecken, wobei ein bestehendes, betriebsbereites Lagergebäude entsprechend umgebaut werden soll.

Von Danzig aus will Candela vor allem Lieferungen in Schwellenländer realisieren. Das Werk in Danzig soll 2027 fertiggestellt werden und über eine Gesamtkapazität von 70 E-Booten pro Jahr verfügen. Zusammengenommen mit den Kapazitäten in Schweden kann Candela dann künftig 100 E-Boote pro Jahr bauen.

Candela-Gründer und -CEO Gustav Hasselskog sagt: „Indem wir uns von der Kleinserienproduktion – die unweigerlich hohe Kosten verursacht – abgewandt haben, haben wir eine Plattform geschaffen, die mehrere Märkte bedient“, sagt Hasselskog. „Dies ermöglicht es uns, technologisch fortschrittliche Kohlefaser-Schiffe mit branchenführenden Betriebskosten zu einem wettbewerbsfähigen Preis anzubieten und Betreiber aus der Kostenfalle fossil betriebener Schiffe zu befreien.“

Insgesamt schon 129 Millionen Euro eingeworben

Die aktuelle Finanzierungsrunde über 30 Millionen Euro, die wie erwähnt vor allem die neue Produktionsstätte in Danzig ermöglichen soll, wurde von allen bestehenden Anteilseignern – EQT Ventures, SEB Private Equity, CanDela AB und Ocean Zero LLC – sowie der Entwicklungsbank International Finance Corporation (IFC), der privaten Tochtergesellschaft der Weltbankgruppe, unterstützt. Allein die IFC bringt davon 8 Millionen Euro auf. Inklusive dieser aktuellen Finanzierungsrunde hat Candela nun 129 Millionen Euro von Investoren eingeworben und behauptet von sich, damit der weltweit am besten finanzierte Hersteller von Elektrobooten zu sein.

Vor wenigen Tagen ist Candela zudem eine neue Kooperation eingegangen: Mit Canopy Power, einem Ingenieurunternehmen für erneuerbare Energien aus Singapur, haben die Schweden eine Absichtserklärung zur Mobilität auf dem Wasser im asiatisch-pazifischen Raum unterzeichnet. Die Partnerschaft zielt darauf ab, ein fossilfreies Verkehrssystem für Inselresorts und Küstengemeinden zu schaffen. Durch die Kombination der Elektrofähre P-12 von Candela mit der Mikronetzlösung von Canopy Power mit schwimmenden Solar- und Batteriespeichertechnologien wollen die beiden Unternehmen eine Lösung bieten, die die Abhängigkeit der Hotellerie von importierten fossilen Brennstoffen durchbricht.

mynewsdesk.com, ifc.org, borsvarlden.com (auf Schwedisch), candela.com (Canopy)

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