Xpeng steigert Umsatz deutlich auf rund 9,6 Mrd. Euro

Der chinesische E-Auto-Hersteller Xpeng hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 87,7 Prozent auf 76,72 Milliarden Yuan (ca. 9,6 Milliarden Euro) erhöht. Zugleich konnte das Unternehmen seinen Verlust deutlich nach unten drücken und erzielte zum Jahresende 2025 erstmals in seiner Firmengeschichte einen Quartalsgewinn.

Xpeng p7 bruessel
Bild: Sebastian Schaal

Bereits seit Anfang Januar war bekannt, dass Xpeng im vergangenen Jahr 429.445 Elektroautos ausgeliefert hat, was einer Steigerung von 126 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Mit den nun vorgelegten, aber noch ungeprüften Finanzdaten fürs vierte Quartal sowie fürs Gesamtjahr 2025 zeigt sich, was dies in barer Münze bedeutet: Der Umsatz aus dem Fahrzeugverkauf stieg um 90,8 Prozent auf 68,38 Milliarden Yuan (8,6 Milliarden Euro). Das bedeutet also zugleich, dass der Durchschnittspreis pro verkauftem Auto auf knapp 160.000 Yuan (20.000 Euro) gesunken ist, was vor allem an der Markteinführung des günstigen Modells Mona M03 liegen dürfe.

Der Umsatz aus Dienstleistungen und sonstigen Erträgen belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 8,34 Milliarden Yuan (1 Milliarde Euro), was einem Anstieg von 65,6 Prozent entspricht. Dieser Anstieg geht laut Xpeng auf höhere Erlöse aus dem Handel mit CO2-Zertifikaten, dem Teile- und Zubehörverkauf sowie auf technische F&E-Dienstleistungen für einen anderen Autohersteller zurück. Mit letzterem dürfte der wichtige Partner Volkswagen gemeint sein, der 5 Prozent der Xpeng-Anteile hält und gemeinsam mit Xpeng zuletzt den VW ID.UNYX 08 auf Basis des Xpeng G9 sowie die China-Architektur CEA entwickelt hat.

Servicegeschäft mit hoher Rendite

Schaut man weiter in die Details, so erweist sich dieses Nebengeschäft als Turbo für Profitabilität. Denn die Marge lag bei Dienstleistungen/Sonstiges bei 68,2 Prozent. Dem gegenüber lag die Marge beim Fahrzeuggeschäft nur bei 12,8 Prozent. Über beide Bereiche hinweg lag die Bruttomarge bei 18,9 Prozent. Wichtig zum Verständnis: Eine positive Marge bedeutet noch keinen Gewinn, sondern zeigt nur an, dass ein Produkt teurer verkauft werden kann als dessen Herstellungskosten liegen. Dabei fehlen aber die Kostenblöcke für Forschung & Entwicklung, Verwaltung, Vertrieb, Abschreibungen, Zinsen und Steuern.

Schaut man, was unterm Strich dabei rauskommt, so belief sich der Nettoverlust von Xpeng im Jahr 2025 auf 1,14 Milliarden Yuan (143 Millionen Euro), verglichen mit 5,79 Milliarden Yuan (725 Millionen Euro) in 2024. Xpeng hat es also geschafft, seinen Nettoverlust um rund 80 Prozent zu reduzieren. Und tatsächlich sieht sich das Unternehmen aus Guangzhou auch auf dem besten Weg, die Gewinnschwelle zu erreichen: Denn ähnlich wie der Rivale Nio hat es auch Xpeng geschafft, im vierten Quartal 2025 erstmals einen Nettogewinn zu erzielen, und zwar von 380 Millionen Yuan (47,5 Millionen Euro).

Hohe Investitionen in KI u.a. für autonomes Fahren

„Im vierten Quartal 2025 erreichte die Bruttomarge von Xpeng mit 21,3 Prozent einen neuen Höchststand, der Nettogewinn belief sich auf 0,38 Milliarden Yuan. Durch die Nutzung eines technologieorientierten Geschäftsmodells haben wir einen profitablen Weg eingeschlagen, der uns von traditionellen Automobilherstellern abhebt“, sagt Brian Hongdi Gu, stellvertretender Vorsitzender und Co-Präsident von Xpeng. „Unsere liquiden Mittel in Höhe von 47,66 Milliarden Yuan zum Jahresende 2025 bilden eine solide Grundlage für unsere kontinuierlichen Investitionen in die Forschung und Entwicklung von physikalischer KI.“

Und auch CEO He Xiaopeng betont die Bedeutung von physikalischer KI für die Zukunft des Unternehmens. Dabei geht es um die Verschmelzung von künstlicher Intelligenz (Software) mit physischen Maschinen (Hardware), die in der echten Welt agieren – im Falle von Xpeng sind das Elektroautos, Roboter sowie die „Flugautos“ der Tochter Aridge.

He Xiaoping sagt: „Ich bin überzeugt, dass Xpeng an einem historischen Wendepunkt für Anwendungen physikalischer KI steht. Unser Ziel ist es nicht nur, unseren globalen Marktanteil bei KI-gesteuerten Fahrzeugen auszubauen und die Lücke zwischen L2+-assistiertem und L4-autonomem Fahren zu schließen, sondern auch unser VLA-Modell der zweiten Generation auf den internationalen Märkten einzuführen und die Serienproduktion fortschrittlicher humanoider Roboter zu realisieren.“ Die Abkürzung VLA steht dabei für Vision-Language-Action und damit ein KI-Modell, das nicht nur Text verstehen kann wie ChatGPT, sondern Videodaten in Echtzeit interpretieren und direkt in physische Handlungen (Lenken, Bremsen, Ausweichen) übersetzen kann. Sprich: Es handelt sich um die Grundlage für ein autonomes Fahrsystem.

xiaopeng.com

1 Kommentar

zu „Xpeng steigert Umsatz deutlich auf rund 9,6 Mrd. Euro“
Paul-Gerhard Fenzlein
23.03.2026 um 08:25
XPENG hat – ähnlich wie NIO – im vierten Quartal 2025 erstmals einen Quartalsgewinn ausgewiesen. XPENG erzielte im Gesamtjahr 2025 mit 429.445 Fahrzeugen sogar höhere Auslieferungen als NIO mit 326.028 Einheiten, lag beim Umsatz mit 76,72 Mrd. RMB jedoch unter NIO, das auf 87,49 Mrd. RMB kam. Das zeigt, dass XPENG zwar deutlich mehr Volumen verkauft, aber zu niedrigeren Durchschnittspreisen. Hinzu kommt, dass XPENGs Gesamtmarge 2025 mit 18,9 % zwar sehr stark aussah, die Fahrzeugmarge mit 12,8 % aber klar unter der von NIO lag, die im Gesamtjahr 2025 bei 14,6 % lag. Bei XPENG wurde die Profitabilität also nicht nur vom Fahrzeuggeschäft getragen, sondern auch von margenstarken sonstigen Erlösen, etwa technischen F&E-Dienstleistungen, Teile- und Zubehörgeschäft sowie Carbon Credits. Auch im vierten Quartal lag XPENGs Fahrzeugmarge mit 13,0 % deutlich unter NIOs 18,1 %. Gerade mit Blick auf 2026 ist das wichtig, weil in China die steuerliche Förderung für NEV-Käufe seit dem 1. Januar 2026 nicht mehr vollständig gilt, sondern nur noch halbiert gewährt wird; der maximale Steuervorteil sank von 30.000 auf 15.000 RMB je Fahrzeug. Das dürfte besonders im preissensibleren Massenmarkt relevant sein. Premiumhersteller wie NIO haben hier potenziell etwas robustere Kundengruppen, weil ihre Käufer tendenziell weniger stark auf staatliche Kaufanreize angewiesen sind. Deshalb ist es für XPENG im Jahr 2026 strategisch besonders wichtig, den Export – vor allem nach Europa – konsequent auszubauen. Für NIO ist Internationalisierung ebenfalls bedeutend, aber für XPENG ist sie wegen des stärkeren Volumen- und Preiswettbewerbs im Heimatmarkt vermutlich noch dringlicher. Das ist weniger eine Bilanzfrage als eine Frage der künftigen Absatzqualität, Preissetzungsmacht und Margenstabilität.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert