Xpeng steigert Umsatz deutlich auf rund 9,6 Mrd. Euro
Bereits seit Anfang Januar war bekannt, dass Xpeng im vergangenen Jahr 429.445 Elektroautos ausgeliefert hat, was einer Steigerung von 126 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Mit den nun vorgelegten, aber noch ungeprüften Finanzdaten fürs vierte Quartal sowie fürs Gesamtjahr 2025 zeigt sich, was dies in barer Münze bedeutet: Der Umsatz aus dem Fahrzeugverkauf stieg um 90,8 Prozent auf 68,38 Milliarden Yuan (8,6 Milliarden Euro). Das bedeutet also zugleich, dass der Durchschnittspreis pro verkauftem Auto auf knapp 160.000 Yuan (20.000 Euro) gesunken ist, was vor allem an der Markteinführung des günstigen Modells Mona M03 liegen dürfe.
Der Umsatz aus Dienstleistungen und sonstigen Erträgen belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 8,34 Milliarden Yuan (1 Milliarde Euro), was einem Anstieg von 65,6 Prozent entspricht. Dieser Anstieg geht laut Xpeng auf höhere Erlöse aus dem Handel mit CO2-Zertifikaten, dem Teile- und Zubehörverkauf sowie auf technische F&E-Dienstleistungen für einen anderen Autohersteller zurück. Mit letzterem dürfte der wichtige Partner Volkswagen gemeint sein, der 5 Prozent der Xpeng-Anteile hält und gemeinsam mit Xpeng zuletzt den VW ID.UNYX 08 auf Basis des Xpeng G9 sowie die China-Architektur CEA entwickelt hat.
Servicegeschäft mit hoher Rendite
Schaut man weiter in die Details, so erweist sich dieses Nebengeschäft als Turbo für Profitabilität. Denn die Marge lag bei Dienstleistungen/Sonstiges bei 68,2 Prozent. Dem gegenüber lag die Marge beim Fahrzeuggeschäft nur bei 12,8 Prozent. Über beide Bereiche hinweg lag die Bruttomarge bei 18,9 Prozent. Wichtig zum Verständnis: Eine positive Marge bedeutet noch keinen Gewinn, sondern zeigt nur an, dass ein Produkt teurer verkauft werden kann als dessen Herstellungskosten liegen. Dabei fehlen aber die Kostenblöcke für Forschung & Entwicklung, Verwaltung, Vertrieb, Abschreibungen, Zinsen und Steuern.
Schaut man, was unterm Strich dabei rauskommt, so belief sich der Nettoverlust von Xpeng im Jahr 2025 auf 1,14 Milliarden Yuan (143 Millionen Euro), verglichen mit 5,79 Milliarden Yuan (725 Millionen Euro) in 2024. Xpeng hat es also geschafft, seinen Nettoverlust um rund 80 Prozent zu reduzieren. Und tatsächlich sieht sich das Unternehmen aus Guangzhou auch auf dem besten Weg, die Gewinnschwelle zu erreichen: Denn ähnlich wie der Rivale Nio hat es auch Xpeng geschafft, im vierten Quartal 2025 erstmals einen Nettogewinn zu erzielen, und zwar von 380 Millionen Yuan (47,5 Millionen Euro).
Hohe Investitionen in KI u.a. für autonomes Fahren
„Im vierten Quartal 2025 erreichte die Bruttomarge von Xpeng mit 21,3 Prozent einen neuen Höchststand, der Nettogewinn belief sich auf 0,38 Milliarden Yuan. Durch die Nutzung eines technologieorientierten Geschäftsmodells haben wir einen profitablen Weg eingeschlagen, der uns von traditionellen Automobilherstellern abhebt“, sagt Brian Hongdi Gu, stellvertretender Vorsitzender und Co-Präsident von Xpeng. „Unsere liquiden Mittel in Höhe von 47,66 Milliarden Yuan zum Jahresende 2025 bilden eine solide Grundlage für unsere kontinuierlichen Investitionen in die Forschung und Entwicklung von physikalischer KI.“
Und auch CEO He Xiaopeng betont die Bedeutung von physikalischer KI für die Zukunft des Unternehmens. Dabei geht es um die Verschmelzung von künstlicher Intelligenz (Software) mit physischen Maschinen (Hardware), die in der echten Welt agieren – im Falle von Xpeng sind das Elektroautos, Roboter sowie die „Flugautos“ der Tochter Aridge.
He Xiaoping sagt: „Ich bin überzeugt, dass Xpeng an einem historischen Wendepunkt für Anwendungen physikalischer KI steht. Unser Ziel ist es nicht nur, unseren globalen Marktanteil bei KI-gesteuerten Fahrzeugen auszubauen und die Lücke zwischen L2+-assistiertem und L4-autonomem Fahren zu schließen, sondern auch unser VLA-Modell der zweiten Generation auf den internationalen Märkten einzuführen und die Serienproduktion fortschrittlicher humanoider Roboter zu realisieren.“ Die Abkürzung VLA steht dabei für Vision-Language-Action und damit ein KI-Modell, das nicht nur Text verstehen kann wie ChatGPT, sondern Videodaten in Echtzeit interpretieren und direkt in physische Handlungen (Lenken, Bremsen, Ausweichen) übersetzen kann. Sprich: Es handelt sich um die Grundlage für ein autonomes Fahrsystem.





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