VW muss fast 100.000 MEB-Stromer zurückrufen

Der Volkswagen-Konzern muss mehrere Elektro-Modelle auf Basis des MEB in die Werkstatt zurückholen. Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sind weltweit 74.579 Einheiten der Baureihen ID.3, ID.4, ID.5, ID.Buzz und ID.Buzz Cargo sowie 19.452 Cupra Born betroffen. Dabei geht es um potenziell fehlerhafte Batteriemodule.

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Bild: Volkswagen

Die betroffenen Fahrzeuge verließen laut der KBA-Rückrufdatenbank zu unterschiedlichen Zeiträumen zwischen 7. Februar 2022 und 23. August 2024 ihre jeweiligen Werke. Die Baureihen ID.3, ID.4, ID.5 und der Cupra Born wurden in Zwickau gefertigt, die beiden ID.-Buzz-Derivate bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover. Auf den Heimatmarkt entfallen den Angaben zufolge 22.182 Stromer der Marke VW und 5.976 der spanischen Marke Cupra.

Bei diesen Fahrzeugen kann es offenbar vorkommen, dass einzelne Module der Hochvoltbatterie nicht den Vorgaben entsprechen. „Nicht der Spezifikation entsprechende Module in der Hochvoltbatterie können zu einer Reichweitenabnahme und dem Aufleuchten einer gelben Kontrollleuchte führen. Es besteht Brandgefahr“, heißt es in der Mangelbeschreibung der Rückrufdatenbank. Wie genau das Problem bekannt geworden ist, geht daraus nicht hervor, es gibt aber keine Vorfälle mit Sach- und/oder Personenschäden. Das deutet darauf hin, dass die Problematik bei internen Untersuchungen aufgefallen ist und es zu keinem Schaden oder Brand mit Kundenfahrzeugen kam.

Als Maßnahme wird bei der Rückrufaktion ein Softwareupdate durchgeführt. Zudem werden die Module der Hochvoltbatterie geprüft. Wird dabei eine Abweichung von den Vorgaben festgestellt, werden einzelne Module ersetzt.

Der VW-Konzern hat für diese Jahrgänge seiner MEB-Modelle die Batteriezellen extern eingekauft, die Zulieferer übernehmen auch die Montage der Module aus diesen Batteriezellen. Erst die einbaufertigen Batteriepacks werden dann in VW-Fabriken hergestellt. Worin genau die potenzielle Abweichung von den Spezifikationen besteht, geht aus den KBA-Veröffentlichungen nicht hervor. Bei dieser Formulierung kann das eine Vielzahl an möglichen Ursachen haben.

Allerdings lassen einige Details aufhorchen. So sollen beim Cupra Born Fahrzeuge im Produktionszeitraum vom 07.02.2022 – 21.04.2024 betroffen sein. Beim VW ID.3, der gemeinsam mit dem Born auf der gleichen Linie im VW-Werk Zwickau gebaut wird, sollen es aber nur Fahrzeuge sein, die zwischen dem 24.06.2023 und 23.08.2024 gebaut wurden – diese Abweichung wird nicht erklärt. Und der ID.4 und dessen SUV-Coupé-Ableger ID.5 werden eigentlich zusammen mit dem Audi Q4 e-tron und dessen SUV-Coupé-Ableger mit dem Namenszusatz Sportback auf einer zweiten Linie in Zwickau gebaut. Die beiden Audi-Modelle werden in dem KBA-Rückruf aber nicht erwähnt.

Für den Rückruf der VW-Modelle ist die KBA-Referenznummer 16271R, bei VW wird die Aktion intern mit dem Code 93MI geführt. Und beim separat zurückgerufenen Cupra Born lautet die KBA-Referenznummer 16269R, der interne Coda ist 93S4.

kfz-betrieb.vogel.de, kba-online.de (KBA-Referenznummer nötig)

13 Kommentare

zu „VW muss fast 100.000 MEB-Stromer zurückrufen“
Martin
24.03.2026 um 09:57
Leider wird wieder mal der Zelllieferant nicht erwähnt. Samsung SDI? LG Chem?
D-Tric
24.03.2026 um 19:30
Es wird hier nur von "Modulen" geredet. Kein Hinweis darauf, dass die Zellen selbst das Problem sind. Es könnte sich also genausogut um einen Fehler bei der Montage der Module handeln.
Birne
24.03.2026 um 14:34
LG ist diesmal betroffen.
ste
28.03.2026 um 20:27
Ein LG Werk in Ungarn. Nextmove hat berichtet.
Wissen
24.03.2026 um 10:59
„ die Montage der Module aus diesen Batteriezellen erfolgte aber in Eigenregie.“ - die Module wurden nicht von VW gefertigt, sondern von den Zelllieferanten! (LG, CATL,..)
EdgarW
24.03.2026 um 12:30
Das verstehst Du falsch. Die Zellen werden von den Zell-Lieferanten geliefert, diese wurden beim MEB zunächst in Modulen integriert, und zwar in VW-Fertigungsstätten. Diese Module wurden dann in die Batteriepacks montiert, ebenfalls in VW-Fertigungsstätten.
David H
24.03.2026 um 21:12
Sind in diesem Zusammenhang auch Modelle von Skoda betroffen? Bei meinem Skoda Elroq wurde ebenfalls ein Problem an der Hochvoltbatterie festgestellt und es soll zu einem Austausch kommen. Die gelbe Leuchte ist mehrfach aufgetreten. Die Wartezeit beträgt mittlerweile 8 Wochen. Ein Liefertermin kann mir nicht in Aussicht gestellt werden.
ste
28.03.2026 um 20:30
Nicht bei diesem Rückruf. Betroffen sind LG Zellen aus Ungarn. Mein Elroq hat auch Akkus von LG. Keine Ahnung woher die kommen ...
MegaHorst
24.03.2026 um 21:43
Gibt es wirklich keine bekannten Fälle?https://www.meinid.com/thread/10766-unser-id-3-ist-explodiert/ vor einem Monat...
Erri Alset
25.03.2026 um 07:22
Hätte ich so ein Fahrzeug würde mir ehrlich gesagt schlecht werden!Das ist keine Werbung für die E-Mobilität und Wasser auf die Mühlen der Gegner!
Peter F.
25.03.2026 um 12:52
Die EZ meines ID Pro fällt in den Zeitraum. Bislang noch keine Infos von VW erhalten, ob das Fahrzeug tatsächlich betroffen ist. Die Stimmung schwankt zwischen: "Hurra, kostenloser Batteriecheck mit Option auf neue Module" und einem durchaus mulmigen Gefühl. Die bisherigen Informationen stellen für mich nicht ganz klar, ob man zu 100% verstanden hat, woher das Risiko kommt und genau weiß wie man es behebt oder ob hier jetzt einfach verschiedene BMS-Parameter geändert werden in der Hoffnung, dass dann schon kein Brandfall eintreten sollte. Dies könnte ja auch durchaus mit Einbußen bei der Batterieperformance, dem Ladeverhalten usw. einhergehen, wie es leider schon einmal Mercedes vorgemacht hat. Diese spärliche Informationspolitik könnte auch das Ziel haben, dass man einen vollständigen Akkutausch vermeiden möchte, obwohl dies die sicherste Variante wäre. Dass die Informationen so unkonkret bleiben, lässt leider diesen großen Interpretationsspielraum, den man beim Thema Sicherheit auf keinen Fall haben möchte.
Paul-Gerhard Fenzlein
25.03.2026 um 10:56
Es wird Zeit, dass auch wir in Europa, dem Vorbild Chinas folgen, die bereits seit einem Jahr strengere Vorgaben für die Qualitätssicherung von Batterien haben, die ab Juni 2026 noch einmal deutlich verschärft werden.Die Verschärfung ab Juli 2026: GB 38031-2025 Die zentrale Neuerung ist der aktualisierte Standard GB 38031-2025 ("Safety Requirements for Power Batteries of Electric Vehicles"). Dieser wird ab dem 1. Juli 2026 für alle in China verkauften Elektrofahrzeuge verbindlich. Die wichtigsten Punkte dieser "Null-Toleranz-Politik": • Kein Feuer, keine Explosion: Erstmals wird rechtlich bindend festgelegt, dass Batterien bei einem thermischen Durchgehen (Thermal Runaway) keinerlei offenes Feuer oder Explosionen verursachen dürfen. Bisher gab es oft ein Zeitfenster (z. B. 5 Minuten zur Evakuierung), doch die neuen Regeln fordern absolute thermische Stabilität für das gesamte Pack. • Härtetest nach Schnellladung: Ein neuer Test schreibt vor, dass Batterien nach 300 extremen Schnellladezyklen einem externen Kurzschlusstest standhalten müssen, ohne in Brand zu geraten. Das zielt direkt auf die Materialermüdung durch Hitze und Dendritenbildung ab. • Vorteil für LFP-Chemie: Diese strengen Regeln spielen der in China weit verbreiteten Lithium-Eisenphosphat-Technologie (LFP) in die Hände, da diese von Natur aus thermisch stabiler ist als die in Europa oft genutzten NMC-Zellen (Nickel-Mangan-Kobalt). Weitere Kontrollmechanismen (2025/2026) Neben der reinen Sicherheit führt China derzeit ein lückenloses Überwachungssystem ein: Bereich Maßnahme Status Rückverfolgbarkeit Einführung von Digital IDs und QR-Codes für jede Batteriezelle zur lückenlosen Überwachung des Lebenszyklus. Seit Jan. 2026 aktiv Recycling Neue Quoten: 98 % für Kupfer/Aluminium und 90 % für Lithium müssen beim Recycling zurückgewonnen werden. Ab 2026 verschärft Feststoffbatterien Erster formaler Standard für Solid-State-Batterien zur Vorbereitung der Serienreife. Geplant Juli 2026 In Google Sheets exportieren Und was macht Europa? Europa schläft zwar nicht, verfolgt aber einen etwas anderen Ansatz. Die EU-Batterieverordnung, die seit 2024 schrittweise in Kraft tritt, konzentriert sich stark auf den ökologischen Fußabdruck (Carbon Footprint) und den digitalen Batteriepass (ab Februar 2027). Während China also primär über die technische Sicherheit (Feuerschutz) reguliert, versucht Europa, die Qualität über Nachhaltigkeit und Lieferkettentransparenz zu definieren. Kritiker geben Ihnen jedoch recht: Bei den harten Sicherheitsvorgaben für den Betrieb (wie dem "No-Fire"-Standard) hat China aktuell die strengere Messlatte angelegt.
GE
25.03.2026 um 18:06
Jetzt habe ich ein 93MI Termin bekommen. Dauert 2 Tage aber ein kostenlose ersatzwagen ist bei VW nicht dabei. Muss ich selbst zahlen. Kann ein kostenlose Fahrrad haben… Darauf muss ich knappe 80km hinterlegen in die zwei Tagen… Super Service!

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