Cupra Tavascan: Das nächste MEB-Modell erhält ein Facelift

Wenige Tage nach dem überarbeiteten Born hat Cupra die Modellpflege seines zweiten MEB-Stromers Tavascan vorgestellt. Die modernisierte Variante des E-SUV erhält ebenfalls eine neue Basisversion mit 140 kW Motorleistung und 58-kWh-LFP-Akku.

Cupra tavascan facelift
Bild: Cupra

Die Facelift-Welle im Volkswagen-Konzern rollt weiter. Nach dem Cupra Born, Skoda Enyaq, Skoda Elroq und den Änderungen (ohne größeres Facelift) bei den MEB-Modellen von Ford steht mit dem Cupra Tavascan das nächste Elektro-Modell aus dem VW-Konzern vor einer Überarbeitung.

Anders als beim Born, der schon deutlich länger angeboten wurde, fallen die Änderungen an der Optik beim Tavascan deutlich kleiner aus – der in Zwickau gebaute Born musste mit dem Facelift erst auf das aktuelle Cupra-Markendesign mit den drei dreieckigen LED-Tagfahrlichtern geupdatet werden, während der Tavascan seinerzeit eines der ersten Modelle mit dem neuen Markengesicht war. Schließlich wird das elektrische SUV-Coupé erst seit Anfang 2024 gebaut und war zum Beispiel erst ab Juni 2024 in Deutschland erhältlich. Wie sich das Vor-Facelift-Modell geschlagen hat, können Sie in unserem Fahrbericht nachlesen.

Beim Design war der Tavascan also von Anfang an up to date, bei der Technik hat das Modell aber trotz der späteren Premiere quasi noch auf der ersten Generation der MEB-Technologie aufgebaut. Mit der frühen Modellpflege geht Cupra also vor allem die Technik an. Das betrifft – wie bei den bereits erwähnten Modellen – vor allem den neuen Basisantrieb, der beim Tavascan bisher gar nicht angeboten wurde. Cupra hatte sein größeres MEB-Modell bis zum Facelift nur mit dem 77-kWh-Akku im Sortiment, einmal als „Endurance“-Modell mit dem 210 kW starken Heckantrieb und einmal als sportlichen „VZ“-Ableger mit der 250 kW starken Allrad-Option.

In doppelter Hinsicht neu ist also künftig der Basisantrieb: Die Tavascan-Baureihe wird um eine neue Variante mit einem 140 kW starken Elektromotor und einer 58-kWh-Batterie erweitert. Dabei handelt es sich um einen Akku auf Basis von LFP-Zellen (der bisher 59 kWh große Akku anderer MEB-Modelle hat NMC-Zellen genutzt), der im Cupra eine Reichweite von rund 435 Kilometern ermöglichen soll. Die Ladedauer von zehn auf 80 Prozent gibt die spanische VW-Marke mit den bekannten 26 Minuten an, die Ladeleistung wird also wie bei den anderen Modellen bei 105 kW im Peak liegen.

Der Antrieb leistet 140 kW und bietet bis zu 350 Nm Drehmoment. Dafür verantwortlich ist ein neuer Elektromotor namens APP350, der den älteren APP310 (mit 310 Nm Drehmoment) im MEB-Baukasten ersetzt – im Tavascan wurde dieser Motor aber wie erwähnt bisher nicht angeboten. Der Antrieb soll laut Cupra „für ein souveränes und mitreißendes Fahrerlebnis“ sorgen und „gleichzeitig den fahrerorientierten Charakter und den progressiven Geist des Tavascan“ bewahren.

Keine Änderungen am Antrieb gibt es bei den „Endurance“- und „VZ“-Varianten, hier bleibt es bei dem bekannten 77-kWh-Akku und 210 bzw. 250 kW Leistung. Unabhängig davon profitieren aber alle Tavascan-Varianten von einigen Änderungen im Innenraum. Hinter dem Lenkrad ist jetzt ein deutlich größeres 10,25-Zoll-Cockpitdisplay verbaut und auch das Lenkrad selbst ist neu – mit physischen Tasten anstelle der kritisierten Touch-Felder. Die Software auf dem Infotainment-Touchscreen läuft jetzt auf einem Android-basierten System, auch das ist zum Beispiel schon vom Born und den Skoda-Modellen bekannt. „Der Innenraum wurde weiterentwickelt und verfügt nun über ein dynamisches, intelligentes Klimatisierungssystem, das sich jeder Fahrt anpasst und über neue elektrische Luftauslässe gesteuert wird , die sich bereits vor dem Einsteigen des Fahrers aktivieren. Sobald sich der Schlüssel nähert, sorgt das System für eine Vorzirkulation der Luft und passt deren Richtung an die Anzahl der Insassen und den Sonnenstand an“, beschreibt Cupra eines der weiteren Features.

Auch die Connectivity wurde verbessert: Mit dem neuen mobilen Schlüssel können Fahrer ihr Fahrzeug per Smartphone entriegeln, starten und den Zugang teilen. Bis zu vier digitale Schlüssel lassen sich teilen, ein fünfter ist für den Hauptnutzer reserviert. Zusätzliche Funktionen wie „Öffnen beim Annähern“ und „Verriegeln beim Weggehen“ sollen den Komfort erhöhen, während eine Smartcard bei Bedarf temporären Zugang ermöglicht. Und auch die Vehicle-to-Load-Funktion per Adapter über den Ladeport ist jetzt beim Tavascan verfügbar. Eine kleine Änderung beim Außendesign gibt es aber doch: Die Farbpalette wird um „Dark Void“ erweitert, eine laut Cupra „ tiefe und ausdrucksstarke neue Farbe, die die skulpturale Präsenz des Tavascan unterstreicht und seine progressive Identität bekräftigt“.

Die Produktion beginnt in den kommenden Wochen, die ersten Kundenfahrzeuge werden nach der Sommerpause ausgeliefert. Zu den Preisen äußert sich Cupra noch nicht, in Deutschland wird der Tavascan „Endurance“ derzeit ab 48.340 Euro angeboten, der „VZ“ startet bei 52.910 Euro – mit dem neuen, noch namenlosen Basisantrieb und der LFP-Batterie dürfte der Einstieg in die Tavascan-Baureihe künftig etwas günstiger werden.

Der Tavascan wird auch weiterhin im VW-Werk Anting in China gebaut. Damit war der Cupra bisher von den Sonderzöllen auf in China hergestellte E-Autos bei der Einfuhr in die EU betroffen. Im Februar wurde allerdings bekannt, dass sich VW/Cupra und die EU-Kommission auf eine Mindestpreis-Regelung geeinigt haben, welche die Zölle ersetzt – dabei geht es allein um den Tavascan, der als einziges in Europa angebotenes VW-Modell in China gebaut wird.

seat-cupra-mediacenter.com

7 Kommentare

zu „Cupra Tavascan: Das nächste MEB-Modell erhält ein Facelift“
Tom
27.03.2026 um 13:42
Das Facelift war von Anfang an eingebaut... Man ist die Front hässlich.
Wolfgang Speckardt
05.04.2026 um 09:36
Verglichen mit den verzerrten Frazen, welche BMW und DB anbieten, ist und bleibt für mich das Cupra-Gesicht eine Schönheit.
Benny
27.03.2026 um 14:18
Zum Glück sind Geschmäcker verschieden. Ich finde ihn sehr hübsch, schade, dass f7r das facelift optisch nicht noch ne schippe drauf gepackt wurde aber trotzdem okay so.Das größere drive Display war aber definitiv Pflicht und der größte Kritikpunkt an der MEB plattform
Peter
28.03.2026 um 13:33
Also ganz ehrlich...BYD haut ein gut designtes Auto mit 700km Reichweite und Schnelladeln für unter 20.000 Euronen raus...dagegen ist das doch der voll Wucher und technisch Steinzeit...und der wird schließlich auch in China produziert...
Timo
30.03.2026 um 12:40
Hallo Peter, welchen BYD Modell meinst du denn mit 700km Reichweite und unter 20.000€? Irgendwie hab ich das auf der BYD Homepage nicht gefunden.
Stefan K
28.03.2026 um 17:42
Finde das Facelift sehr gut, vor allen Dingen das Lenkrad! Nur diese "MINDESTPREISREGELUNG" (anstelle Zoll, ... vermutlich etwas weniger sehr schlecht)..., wenn ich das Wort schon höre...
Robert
30.03.2026 um 14:04
anstatt Mindestpreisregelung könnten man auch den Begriff Apothekerpreise oder auch Mondpreise verwenden kommt auf das gleiche raus.

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