China: Seres stößt zu Schnelllade-Joint-Venture von BMW und Mercedes

Der chinesische Autobauer Seres steigt als gleichberechtigter Gesellschafter bei Ionchi ein, dem 2024 ins Leben gerufenen Schnelllade-Joint-Venture der deutschen Autobauer Mercedes-Benz und BMW in China. Jeder der drei Gesellschafter wird künftig einen Anteil von 33,3 Prozent an Ionchi halten.

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Mit Seres steigt ein Lokalmatador bei Ionchi ein. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung. Der chinesische Autohersteller skizziert aber in einer Mitteilung bereits die künftige Ausgestaltung der Partnerschaft. So soll im Joint Venture vor allem die Seres-Premiummarke Aito „den Ausbau der Premium-Ladeinfrastruktur von Ionchi unterstützen“, wie es heißt. Bei dem vorrangig in chinesischen Großstädten angesiedeltes Ladenetz handelt es sich um ein für alle Marken offenes Netzwerk, allerdings genießen Kunden mit Elektroautos der drei Gesellschafter besondere Vorteile.

Durch den Beitritt von Seres zu Ionchi soll allen voran eine Ausweitung des Ladenetzes vorangetrieben werden. Man strebe weiteres Wachstum sowie eine größere Kundenreichweite an, schreibt der chinesische Akteur in einer eigenen Mitteilung. Gemeinsam will das Trio neue Möglichkeiten für „die geografische Expansion, die Netzdichte und die Serviceinnovation von Ionchi erschließen“.

Das Joint Venture wurde 2024 von der Mercedes-Benz Group China und BMW Brilliance Automotive gegründet – und als „hochmodernes Premium-Netz“ positioniert. Die Standorte finden sich vor allem im urbanen Raum, wobei die Gesellschafter ultraschnelles Laden, eine hohe Zuverlässigkeit und die Nutzung von 100 % erneuerbarer Energie versprechen. Kunden von BMW, AITO und Mercedes-Benz erhalten dabei gegenüber Drittmarken Vorteile wie die Möglichkeit einer Online-Reservierung oder eine vorrangige Stromzuteilung.

Wir erinnern uns: Die Pläne zu dem gemeinsamen Ladenetz hatten BMW und Mercedes erstmals im November 2023 vorgestellt. Im Januar 2024 erfolgte grünes Licht aus Brüssel. Die europäischen Wettbewerbshüter hatten „angesichts der begrenzten Auswirkungen auf den Europäischen Wirtschaftsraum“ keine Einwände. Nur zwei Monate später wurde die Gründung des Joint Venture vollzogen. Seinerzeit kündigten die Gesellschafter an, bis Ende 2026 mindestens 1.000 Schnellladestationen mit rund 7.000 Ladepunkten in China errichten zu wollen. Davon ist das Unternehmen aber noch weit entfernt. Laut dem Portal CN EV Post hatte Ionchi bis Dezember 2025 rund 430 Schnellladestationen mit 2.408 Ladepunkten in 37 Städten ans Netz gebracht.

Was die Ausstattung der Ladestandorte angeht, basiert Ionchi auf flüssigkeitsgekühlten Schnellladesäulen, die jeweils einen Ladepunkt bieten. Jede Säule kann eine Ladeleistung von bis zu 600 kW bereitstellen (200 bis 1.000 Volt Spannung in Kombination mit maximal 800 Ampere). Jedes Ladekabel inklusive Stecker soll zudem nur 3,15 kg wiegen.

reuters.com, cnevpost.com, en.seres.cn, ionchi.com

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