Allego launcht neue Roaming-App
Dass die Lade-Landschaft noch recht fragmentiert ist, ist allen bekannt, die mit einem Elektroauto unterwegs sind und öffentlich laden. Es gibt viele Anbieter, Ladekarten und Apps, um Zugang zu ein und demselben Ladepunkt zu erhalten – und das zu teils stark unterschiedlichen Preisen. Teils zeigen die Apps auch Ladepunkte anderer Betreiber nur an, ein Ladevorgang kann darüber aber nicht gestartet werden.
In der neuen Version seiner App hat Allego neben den eigenen Ladepunkten nun auch Ladenetze der Konkurrenten eingebunden und ermöglicht auch dort das Laden über das Allego-Konto. „Mit der Allego App müssen EV-Besitzer nicht mehr je nach Betreiber unterschiedliche Lade-Apps nutzen und können ihre Ladestopps – selbst bei Langstreckenfahrten – mithilfe des Smart Route Planners der App effizient planen. Ein weiterer Vorteil: Allego erhebt keine zusätzlichen Gebühren für die Nutzung von Drittanbietern. Damit bietet die Allego App vollständige Preistransparenz“, teilt das Unternehmen mit. Der Zugang soll zu einer Million Ladepunkte in Europa möglich sein.
Aber: Eine Stichprobe von electrive in der neuen App hat ergeben, dass es keine einheitlichen Preise sind, sondern Allego offenbar die B2B-Preise an die eigenen Kunden weitergibt – diese aber ohne Aufschläge, also wie angekündigt ohne zusätzliche Gebühren. An Ladepunkten der EnBW wurde ohne Abo ein Ladepreis von 0,79 €/kWh angezeigt, bei Aral Pulse waren es 0,96 €/kWh.
Bei den Preisen an den eigenen Ladepunkten unterscheidet Allego zwischen drei Leistungsstufen: „Ultraschnelles“ Laden kostet zum Beispiel in Deutschland derzeit 0,76 €/kWh, an Schnellladern mit geringerer Leistung sind es 0,655 €/kWh, an den AC-Ladern 0,60 €/kWh – in anderen Ländern weichen die Konditionen ab, diese können auf der Allego-Website abgerufen werden. „Um die Anwendung nun zugänglicher zu machen, räumt Allego Nutzern seiner App automatisch einen Rabatt von 9 Prozent an allen Allego-Schnellladestationen in Deutschland“, so das Unternehmen. Statt 0,76 €/kWh werden dort also 0,69 €/kWh fällig.
Mit dem kostenpflichtigen „Allego Plus“-Abonnement für 9,99 Euro pro Monat gibt es 36 Prozent Nachlass, womit der Preis auf 0,49 €/kWh sinkt. Laut Allego soll sich das Plus-Abo schon ab 370 Kilometern pro Monat rechnen, basierend auf einem Durchschnittsverbrauch von 18 kWh/100km.
Der Betreiber führt in seiner Mitteilung ein Rechenbeispiel an: Für eine Reise von Hamburg nach München würden bei 0,76 €/kWh 102,60 Euro an Stromkosten anfallen, mit dem App-Preis von 0,69 €/kWh wären es 93,15 Euro, also schon 9,45 Euro Ersparnis. Mit dem Abo und 0,49 €/kWh sinken die Stromkosten auf 66,15 Euro, was einer Gesamt-Ersparnis von 36,45 Euro für eine Langstrecke entspricht.
Allego betreibt nach eigenen Angaben in Deutschland derzeit 525 Ultra-Schnellladestandorte mit 2.355 Ladepunkten. Bis 2026 sollen weitere 100 Ladestationen hinzukommen.
„Bisher müssen Fahrer mehrere Lade-Apps nutzen, um flexibel überall laden zu können. Indem wir alle Netzwerke in einer einzigen Schnittstelle in der Allego-App zusammenführen, vereinfachen wir den Ladeprozess, sodass er genauso einfach ist wie herkömmliches Auftanken – mit transparenten Preisen und sofortigen Einsparungen“, sagt Christian Zeh, Chief Operating Officer bei Allego.
Quelle: Info per E-Mail (Mitteilung), allego.eu (Preis-Übersicht)





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