Allego launcht neue Roaming-App

Der niederländische Ladeanbieter Allego hat eine neue Version seiner App herausgebracht. Über die sind ab sofort nicht nur die Allego-eigenen Ladepunkte zugänglich, sondern auch jene anderer Betreiber – und das zu einheitlichen Konditionen.

Allego app
Bild: Allego

Dass die Lade-Landschaft noch recht fragmentiert ist, ist allen bekannt, die mit einem Elektroauto unterwegs sind und öffentlich laden. Es gibt viele Anbieter, Ladekarten und Apps, um Zugang zu ein und demselben Ladepunkt zu erhalten – und das zu teils stark unterschiedlichen Preisen. Teils zeigen die Apps auch Ladepunkte anderer Betreiber nur an, ein Ladevorgang kann darüber aber nicht gestartet werden.

In der neuen Version seiner App hat Allego neben den eigenen Ladepunkten nun auch Ladenetze der Konkurrenten eingebunden und ermöglicht auch dort das Laden über das Allego-Konto. „Mit der Allego App müssen EV-Besitzer nicht mehr je nach Betreiber unterschiedliche Lade-Apps nutzen und können ihre Ladestopps – selbst bei Langstreckenfahrten – mithilfe des Smart Route Planners der App effizient planen. Ein weiterer Vorteil: Allego erhebt keine zusätzlichen Gebühren für die Nutzung von Drittanbietern. Damit bietet die Allego App vollständige Preistransparenz“, teilt das Unternehmen mit. Der Zugang soll zu einer Million Ladepunkte in Europa möglich sein.

Aber: Eine Stichprobe von electrive in der neuen App hat ergeben, dass es keine einheitlichen Preise sind, sondern Allego offenbar die B2B-Preise an die eigenen Kunden weitergibt – diese aber ohne Aufschläge, also wie angekündigt ohne zusätzliche Gebühren. An Ladepunkten der EnBW wurde ohne Abo ein Ladepreis von 0,79 €/kWh angezeigt, bei Aral Pulse waren es 0,96 €/kWh.

Bei den Preisen an den eigenen Ladepunkten unterscheidet Allego zwischen drei Leistungsstufen: „Ultraschnelles“ Laden kostet zum Beispiel in Deutschland derzeit 0,76 €/kWh, an Schnellladern mit geringerer Leistung sind es 0,655 €/kWh, an den AC-Ladern 0,60 €/kWh – in anderen Ländern weichen die Konditionen ab, diese können auf der Allego-Website abgerufen werden. „Um die Anwendung nun zugänglicher zu machen, räumt Allego Nutzern seiner App automatisch einen Rabatt von 9 Prozent an allen Allego-Schnellladestationen in Deutschland“, so das Unternehmen. Statt 0,76 €/kWh werden dort also 0,69 €/kWh fällig.

Mit dem kostenpflichtigen „Allego Plus“-Abonnement für 9,99 Euro pro Monat gibt es 36 Prozent Nachlass, womit der Preis auf 0,49 €/kWh sinkt. Laut Allego soll sich das Plus-Abo schon ab 370 Kilometern pro Monat rechnen, basierend auf einem Durchschnittsverbrauch von 18 kWh/100km.

Der Betreiber führt in seiner Mitteilung ein Rechenbeispiel an: Für eine Reise von Hamburg nach München würden bei 0,76 €/kWh 102,60 Euro an Stromkosten anfallen, mit dem App-Preis von 0,69 €/kWh wären es 93,15 Euro, also schon 9,45 Euro Ersparnis. Mit dem Abo und 0,49 €/kWh sinken die Stromkosten auf 66,15 Euro, was einer Gesamt-Ersparnis von 36,45 Euro für eine Langstrecke entspricht.

Allego betreibt nach eigenen Angaben in Deutschland derzeit 525 Ultra-Schnellladestandorte mit 2.355 Ladepunkten. Bis 2026 sollen weitere 100 Ladestationen hinzukommen.

„Bisher müssen Fahrer mehrere Lade-Apps nutzen, um flexibel überall laden zu können. Indem wir alle Netzwerke in einer einzigen Schnittstelle in der Allego-App zusammenführen, vereinfachen wir den Ladeprozess, sodass er genauso einfach ist wie herkömmliches Auftanken – mit transparenten Preisen und sofortigen Einsparungen“, sagt Christian Zeh, Chief Operating Officer bei Allego.

Quelle: Info per E-Mail (Mitteilung), allego.eu (Preis-Übersicht)

15 Kommentare

zu „Allego launcht neue Roaming-App“
Stefan
01.05.2026 um 12:02
Allego ist mir einfach zu teuer. 5-10ct runter um mithalten zu können.
Peter F.
01.05.2026 um 14:13
Jo danke...Absolut nutzlos mit den B2B-Preisen
RF
01.05.2026 um 14:42
Vielen Dank für die Warnung vor der App und den deutlich zu teuren Ladetarifen.
Martin Drozd
01.05.2026 um 15:21
Ein weiterer Ladeanbieter mit einem Tarif-Dschungel. Mittlerweile ist das der Hauptgrund kein EV zu besitzen...Wann schiebt die EU einen Riegel vor?
Phil Osovi
01.05.2026 um 20:50
Genau. Ein Ladeanbieter reicht. /Sarkasmus Aus Beim "Tarifdschungel" von Mobilfunkanbietern haben Sie den Druchblick? Interessant, wenn es so ist, denn warum klappt es beim Einen aber nicht beim Anderen. Aber ja, manchen für manch einfache Gemüt sind 3 Bäume schon genug um keinen Durchblick mehr zu haben.
Frank
01.05.2026 um 15:38
Wer bei Allego lädt hat die Kontrolle über sein Leben verloren.😂 Welcher Depp lädt den da?Adhoc Laden( gängige Zahlungsart) 29 Cent wäre eine Maßnahme damit Allego seine Infrastruktur auch mal ausgelastet.Die Ladekartenmafia und Roaming Piraten muss das Handwerk gelegt werden.In Erftstadt hab ich noch nie hinter ATU jemand Laden sehen.😂🤷
Heiner647
01.05.2026 um 16:37
Wieder eine neue App. Hört dieser Irrsinn nicht einmal auf. Geht es nicht einfach mit Kreditkarte. Grundgebühr um einen vermeintlichen Kostenvorteil zu erhalten ist leistungsloses Grundeinkommen der Anbieter.
Phil Osovi
01.05.2026 um 20:47
"Grundgebühr um einen vermeintlichen Kostenvorteil zu erhalten ist leistungsloses Grundeinkommen der Anbieter." Was ist den das für ein Krampf? Wenn Sie keine Abogebühr zahlen wollen, dann schließen Sie kein Abo ab, aber lassen Sie mir meine günstigen kWh-Preise mit Abo. Es gibt noch andere Anforderungen als Ihre.
Christian,E
03.05.2026 um 11:56
Abo für was brauchen sie Abo, s? Bei 3 Abo,s sind es doch schon 33 € für nix halbe Strecke bis Hamburg....
Thomas aus Marl
02.05.2026 um 12:14
Heiner hat vollkommen Recht , da beißt die Maus keinen Faden ab. Super ist auch seine Begriffswahl dafür. Leistungsloses Grundeinkommen, denn für jemanden, der meist zu Hause, oder auf seinem Weg bei wechselnden Anbietern lädt (laden muss), bedeutet es genau dies. Er zahlt, erhält aber keinerlei Gegenleistung.
Phil Osovi
02.05.2026 um 17:53
Niemand ist gezwungen ein Abo abzuschließen.
Phil Osovi
01.05.2026 um 20:37
Mit einem Abo von einem Mitbewerber und 0,39 €/kWh sinken die Stromkosten auf 52,65 Euro, was einer Gesamt-Ersparnis von 49,95 Euro zum Vergleichspreis, der gleichzeitig ein Mondpreis ist, entspricht.
Andreas We
02.05.2026 um 09:55
Ein völlig überteuertes und nutzloses Angebot. Warum nicht laden wie tanken?
Hans
03.05.2026 um 14:35
Schon einfach krass, dass der Anbieter selbst vorrechnet, dass er gerne 66,15 Euro haben möchte für den Strom den man von Hamburg nach München braucht. Aber wenn man nicht aufpasst, berechnet er über 100 EUR. Warum? Einfach so, weil er es kann. Es handelt sich nicht um einen gemeinnützigen Verein, allego ist verpflichtet Gewinne zu erwirtschaften. Man darf also davon ausgehen, dass allego mit 66 EUR einen guten Gewinn und eine solide Abschreibung der Investition kalkuliert hat. Man muss sich mal vorstellen so offen würde der Versuch die Kunden abzuzocken in anderen Branchen vorgerechnet werden, vom Anbieter selbst!
Ralle
04.05.2026 um 07:53
Um auf 49 Cent zukommen in Einbeck brauche ich kein Abo von Allego. TEAG und EWE GO bieten mir den Preis ohne Abo.Allego steht bei uns auf dem Kaufland Gelände. Und sogut wie kein Mensch lädt dort sein Auto. Ich kann die Politik der Unternehmen nicht verstehen. Aber wer bin ich schon.......

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