Opel entwickelt E-SUV mit Leapmotor-Technik
Im Stellantis-Werk Saragossa wird ab der zweiten Hälfte diesen Jahres wie berichtet auch der Leapmotor B10 neben mehreren Stellantis-Kleinwagen auf Basis der e-CMP gefertigt. Der B10 dürfte tatsächlich einen guten Eindruck von dem kommenden Opel-SUV geben. Denn die Rüsselsheimer sprechen in ihrer Mitteilung ausdrücklich von einem „neuen SUV im C-Segment“, also der Kompaktklasse. In diesem Segment werden üblicherweise Fahrzeuge mit 4,20 bis 4,60 Metern Länge zusammengefasst – der B10 fällt mit 4,51 Metern genau in diese Kategorie.
„Das Projekt dient als Blaupause für eine effiziente globale Zusammenarbeit im Rahmen der von Stellantis und Leapmotor geplanten Erweiterung ihrer Partnerschaft“, so Opel. „Zugleich soll es dem deutschen Hersteller ermöglichen, in kürzester Zeit einen bedeutenden strategischen Schritt bei der Elektrifizierung und Skalierung zu machen.“ Das neue Fahrzeug werde „voraussichtlich das erste Produkt aus der geplanten erweiterten Partnerschaft sein“ – weitere Opel-Modelle mit Leapmotor-Technik könnten also folgen.
Zu den „zentralen Komponenten“, die das Opel-SUV von Leapmotor übernehmen soll, gehören demnach die „neueste elektrische Architektur sowie die Batterietechnologie“, wie es in der Mitteilung aus Rüsselsheim heißt. Sprich: Wahrscheinlich sind auch in dem Opel-Modell LFP-Akkus mit 56,2 und 67,1 kWh Energiegehalt, der große Akku kann mit bis zu 168 kW geladen werden. Allerdings hat der B10 keine Batterie-Vorkonditionierung, was bei niedrigen Temperaturen im Winter zu abweichenden Leistungen führen kann. Zudem ist der bis zu 160 kW starke Antrieb nicht der effizienteste: Die WLTP-Reichweite liegt bei maximal 434 Kilometern. Im Gesamtpaket hat der B10 mit seiner umfangreichen Ausstattung und niedrigen Preisen zwischen 29.990 Euro und 33.990 Euro mit großem Akku und Vollausstattung in unserem Fahrbericht aber überzeugt.
Opel ändert Design, Fahrwerk und Bedienkonzept
Laut Opel-CEO Florian Huettl soll das neue Modell bei Opel in Rüsselsheim designt, aber von „internationalen Teams in Deutschland und China entwickelt werden“. „Die Partnerschaft mit Leapmotor soll ermöglichen, das Fahrzeug in weniger als zwei Jahren zu entwickeln. Damit plant Opel einen weiteren wichtigen Schritt bei der Entwicklung hochmoderner und erschwinglicher Elektrofahrzeuge für unsere Kunden“, sagt Huettl.
Zu den eigenständigen Elementen des Opel-Modells sollen etwa das markentypische Design gehören, die „Fahrwerkskompetenz sowie Licht- und Sitztechnologie von Opel“ und auch das Bedien- und Nutzererlebnis wollen die Rüsselsheimer anpassen. Es ist mit dieser Aussage noch unklar, ob das Opel-Modell den großen, freistehenden Touchscreen und das reduzierte Innenraum-Design von Leapmotor übernimmt oder ob das aus anderen Opel-Baureihen bekannte Cockpit-Konzept mit kleineren, eher integrierten Bildschirmen umgesetzt wird.
Die gemeinsame Entwicklung wurde aber jetzt erst bestätigt, womöglich sind derartige Entscheidungen noch gar nicht final getroffen. Gerüchte um ein mögliches Opel-Modell mit Technologie des chinesischen Stellantis-Partners gab es bereits im vergangenen Jahr, im April 2026 wurden sie hingegen schon sehr konkret – mit dem Leapmotor B10 als Basismodell für den Opel und Saragossa als Produktionsstandort, wie es jetzt bestätigt wurde. Auch zu den europäischen Stellantis-Marken Fiat und Peugeot gibt es ähnliche Gerüchte, diese wurden aber noch nicht bestätigt. Später im Mai soll Stellantis-CEO Antonio Filosa seine neue Strategie bei einem Investoren-Tag vorstellen. Zuletzt gab es Insider-Berichte, wonach sich der internationale Mehr-Marken-Konzern auf vier Lead-Marken fokussieren will, in Nordamerika Jeep und Ram, in Europa Fiat für Kleinwagen und Peugeot als Allrounder-Marke. Von den von diesen Lead-Marken entwickelten Fahrzeugen sollen die anderen Marken dann ihre Modelle ableiten, so die Gerüchte. Ob dann auch Peugeot und Fiat als Lead-Marken Fahrzeuge von Leapmotor-Modellen ableiten oder ob das vorerst Opel überlassen wird, ist noch nicht bekannt.
Derzeit hebt Stellantis vor allem die Bedeutung der Partnerschaft für die Rüsselsheimer hervor. Die Zusammenarbeit solle „die Rolle von Opel als wichtigen Treiber für Wertschöpfung und Elektrifizierung stärken“, heißt es. Derzeit würden Machbarkeitsstudien und Vorentwicklungsarbeiten im Rahmen bestehender Vereinbarungen durchgeführt, parallel dazu laufen Gespräche über eine mögliche weitergehende industrielle Zusammenarbeit. Ein Abschluss einer solchen erweiterten Partnerschaft stehe aber unter Vorbehalt des Abschlusses verbindlicher Vereinbarungen sowie der üblichen Genehmigungen.
„Mit diesem Projekt beabsichtigt Opel, deutsche Ingenieurskunst mit globaler technologischer Innovationsgeschwindigkeit zu vereinen“, sagt Xavier Chéreau, Vorsitzender des Opel-Aufsichtsrates und Stellantis Chief Human Resources & Sustainability Officer. „Innovationsgeist prägt das nächste Kapitel unserer globalen Zusammenarbeit mit Leapmotor – und Opel übernimmt mit diesem Projekt eine Vorreiterrolle.“





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