Stellantis plant angeblich Opel-SUV mit Leapmotor-Technik
Dass Stellantis und Leapmotor immer enger zusammenrücken, zeigen die Meldungen der letzten Wochen. So erwägt Leapmotor aktuell, E-Autos in einem stillgelegten Stellantis-Werk in Kanada zu produzieren. Bereits im März haben die Partner die Produktion des Leapmotor B10 ab der zweiten Jahreshälfte im Stellantis-Werk in Saragossa bestätigt. Und schon seit Wochen machen Spekulationen die Runde, dass Stellantis erwägen soll, die E-Auto-Technologie von Leapmotor zu nutzen, um die Kosten für seine europäischen Massenmarken wie Fiat, Opel und Peugeot zu senken.
Nun greifen die beiden letzten Punkte offenbar ineinander: Die Nachrichtenagentur Reuters will von drei Insidern erfahren haben, dass sich Stellantis in fortgeschrittenen Gesprächen mit Leapmotor befinden soll, um einen Elektro-SUV der deutschen Stellantis-Marke Opel zu entwickeln. Der Wagen soll die Technologie von Leapmotor nutzen und im Stellantis-Werk in Saragossa gebaut werden. Dabei würde das Opel-Modell die selbe Plattform nutzen wie der Leapmotor B10, ein kompaktes Familien-SUV, das seit September auch in Deutschland erhältlich ist.
Bei der Partnerschaft würde sich Opel/Stellantis um das Design kümmern, während von Leapmotor Schlüsseltechnologien und Komponenten, darunter elektronische und elektrische Teile, kommen würden. Noch unklar ist, ob es sich um ein ansonsten relativ eigenständiges Modell handeln wird oder eher nur um „Badge Engineering“, wo im Grunde nur ein neuer Name über ein vorhandenes Modell gestülpt werden würde. Entsprechende Medienberichte über eine Opel-Version des B10 gab es bereits vergangenen Oktober.
So oder so ginge es bei einem solchen Deal um zahlreiche Synergieeffekte: Stellantis konzentriert sich nach seinem Kurswechsel samt Milliardenabschreibungen auf das E-Auto-Geschäft wieder stärker auf die Entwicklung von Verbrennermodellen und Plug-in-Hybriden, während Leapmotors E-Auto-Technologie moderner ist. Diese nutzen zu können, würde die Entwicklungskosten bei Stellantis deutlich reduzieren. Zugleich könnte der Deal das Werk in Saragossa besser auslasten und beide Fahrzeuge – also der Leapmotor B10 und ein künftiges Schwestermodell von Opel – könnten vermutlich sogar auf dem selben Band gebaut werden, was die Fertigungskosten senken würde.
Laut dem Reuters-Bericht gehen die Insider aktuell von einem Produktionsstart des Opel-SUV mit Leapmotor-Technologie (Codename: O3U) in 2028 aus. Dabei werde mit 50.000 Einheiten pro Jahr geplant. Eventuell werde es nicht nur bei einem Opel-SUV auf der Leapmotor-Plattform bleiben, sondern auch ein neues Modell von Alfa Romeo könne darauf entwickelt und ebenfalls in Saragossa gebaut werden.
Stellantis hatte sich 2023 mit rund 20 Prozent an Leapmotor beteiligt. Beide Autohersteller haben zudem das Joint Venture Leapmotor International gegründet, das sich um die Globalisierung der chinesischen Marke kümmert und u.a. den Europastart im Herbst 2024 eingeleitet hat. Bei diesem Gemeinschaftsunternehmen ist Stellantis im Lead und hält 51 Prozent der Anteile, Leapmotor entsprechend 49 Prozent.





5 Kommentare