BMW und Solarwatt gehen nächsten Schritt für Vehicle-to-Home

Der neue BMW iX3 ist bekanntlich fit für bidirektionales Laden und auch die kommende E-Limousine i3 wird es sein. Um den Haltern dieser Modelle noch mehr Optionen zu bieten, baut BMW seine Partnerschaft mit Solarwatt im Bereich intelligente Energie- und Heimladelösungen weiter aus – und zwar für Vehicle-to-Home (V2H).

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Bild: BMW

Bereits seit 2013 machen BMW und Solarwatt in der Elektromobilität gemeinsame Sache, 2021 stellten beide Firmen einen modularen Heimspeicher auf Basis von BMW-Batteriezellen vor. Wenige Wochen nach dem Auslieferungsstart des BMW iX3 vertiefen die Unternehmen ihre Partnerschaft nun weiter. Denn das Fahrzeug ist ab Werk für bidirektionales Laden (BiDi) ausgestattet. Heißt: Die Traktionsbatterie kann als Zwischenspeicher genutzt werden und die Energie daraus in ein Stromnetz zurückgespeist werden.

Während BMW für die BiDi-Königsdisziplin Vehicle-to-Grid (V2G) bereits den Stromkonzern E.ON als Partner gewonnen hat und es dabei um die Rückspeisung ins öffentliche Stromnetz geht, betrifft die Zusammenarbeit mit Solarwatt ein anderes Szenario: Vehicle-to-Home, kurz V2H genannt. Die Technologie bezeichnet die Fähigkeit eines Elektroautos, als mobiler Stromspeicher zu dienen und die in seiner Batterie gespeicherte Energie wieder ins Hausnetz zu speisen.

Die Idee dahinter: Eigenheimbesitzer mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach können den selbsterzeugten Solarstrom in der E-Auto-Batterie zwischenspeichern und bei Bedarf später für den Eigenverbrauch im Haus entnehmen – etwa abends oder nachts. Zwar kann dieses Szenario auch mit separaten Heimspeichern umgesetzt werden, doch die sind oft kostspielig und können auch nicht soviel Strom wie eine E-Auto-Batterie zwischenspeichern.

Deshalb optimieren BMW und Solarwatt nun die Integration der E-Auto-Batterie ins Heimnetz. Dabei wird das Fahrzeug in die vorhandene Struktur von Photovoltaik‑Anlage, Heimspeicher und Verbrauchern im Haus eingebunden, wobei das Heimenergiemanagementsystem namens Solarwatt Manager als Bindeglied zwischen beiden Ökosystemen dient. Voraussetzung dafür ist die BiDi-fähige BMW Wallbox Professional. 

„Wer ein Elektroauto der Neuen Klasse wie den BMW iX3 fährt, kann durch den zusätzlichen Speicher selbsterzeugten Solarstrom noch effizienter nutzen, den Eigenverbrauch erhöhen und so den Bezug von teurem Netzstrom reduzieren. Für viele Hausbesitzer ist die Perspektive hochattraktiv, einen vorhandenen Heimspeicher durch das Elektroauto zu erweitern. Das steigert den Nutzen der eigenen PV-Anlage deutlich, senkt Stromkosten und macht das Zuhause noch unabhängiger von teurerem Stromnetzbezug“, sagt Solarwatt-CPO Peter Bachmann.

Marcus Krieg, Vice President New Business bei der BMW Group, ergänzt:„Gleichzeitig liegt im bidirektionalen Laden ein enormes Potenzial für die Energiewende, denn die Batterien der Elektroautos bilden zusammen eine gewaltige Speicherreserve. Wenn diese Flexibilität intelligent in Energiemärkte und Haushalte eingebunden wird, kann sie helfen, Stromnetze zu entlasten, erneuerbare Energien besser zu integrieren und zusätzliche Speicherkapazitäten schnell und kosteneffizient verfügbar zu machen.“

Der Marktstart für die Einbindung von BiDi-fähigen BMW-Fahrzeugen in das neue Heimenergiemanagementsystem von Solarwatt für den Anwendungsfall Vehicle-to-Home (V2H) ist Ende 2026 für die Märkte Deutschland, Österreich und Niederlande geplant.

bmwgroup.com

5 Kommentare

zu „BMW und Solarwatt gehen nächsten Schritt für Vehicle-to-Home“
Jue Kos
18.05.2026 um 20:28
...eine Energiewende mit BiDi-Themen wird nicht mit den Knebelveträgen mit der Eon erreicht. Erst wenn produktoffene Installationen und Funktionen vorhanden sind, die auch schnellere Be- & Entladungen >> 11kW ermöglichen, wird dies geschehen.
E. Wolf
19.05.2026 um 07:58
Mit den Knebelverträgen bei V2G & e.ON gebe ich Ihnen Recht, aber Leistungen >> 11 kW bei ePKW und im Heimbereich sehe ich nicht. Insbesondere bei V2H reichen idR 3,7 kVA (& damit keine Steuerbox, sowie "dimmen") - reicht de-facto auch für's Laden. Größe BiDi Leistungen dann gewerblich & beim eLKW.
Jörg
18.05.2026 um 23:30
Sollte jemand PV ohne Speicher besitzen, ist das aber auch nur sinnvoll wenn das Auto auch zu Hause steht und laden bzw wieder entladen kann, dürfte auf die Wenigsten zutreffen. Bei PV mit Speicher kommt es darauf an wie gross der Heimspeicher dimensioniert ist und der Verbrauch aussieht, auch da ist aus eigener Erfahrung der Nutzen begrenzt bzw wird er extrem teuer erkauft mit all seinen Einschränkungen (Auto muss zu Hause stehen). Der wirkliche Nutzen beschränkt sich auf eine überschaubare Anzahl Tage im Jahr in der Übergangszeit, im Winter hat man für gewöhnlich nicht genug PV Ertrag um das Auto mit Überschuss zu laden(Wärmepumpe frisst alles weg), im Sommer weiß man nicht wohin mit dem Strom und hat keine Verbraucher - ob da ein überteuertes Elektroauto sparen hilft, darf hart bezweifelt werden….
MWF
19.05.2026 um 08:21
Na dann entweder pseudo VtG mit EOn-Knebelvertrag oder Solarwatt VtH. Beides geht nicht. Bin mal gespannt wie lange EOn „Partner“ bleibt.
Müller Bernhard
19.05.2026 um 10:59
15.000 km fährt ein deutsches Auto p.a., also 300 km pW. Einmal laden pW reicht. Mehr als 10 kW pro Nacht (eher weniger) braucht man kaum. PV reicht selbst bei 20 % Leistung der PV (früh morgens oder abends reichen). Ob WP oder Auto besser externen Strom nutzen,liegt am Preis, meist ist es für das Auto effektiver, es sei denn man hat günstige Lademögiichkeit in der Firma (zukünftig sehr wichtig).Und klar: Im Winter reicht die Sonne nicht, das war aber immer schon so und dennoch bin ich noch nie so billig Autogefahren, wie mit BEV+PV.

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