Xpeng startet Serienproduktion seines E-Robotaxis
Xpeng hatte bereits im November 2025 angekündigt, dass es dieses Jahr drei Robotaxi-Modelle auf den Markt bringen will. Das nun im Xpeng-Werk in Guangzhou erstmals serienproduzierte Fahrzeug ist das erste dieser drei Modelle. Es basiert auf dem sechssitzigen SUV-Flaggschiff GX, das Xpeng erst im Februar enthüllt hatte – ein geräumiges Fahrzeug mit 5,27 Meter Länge und luxuriöser Ausstattung, das optisch an einen Range Rover erinnert.
Interessant sind beim Robotaxi aber weniger die Abmessungen und das Design als vielmehr die Technologie, die zusätzlich zum normalen GX in ihm steckt: Es wurde nach den Standards für autonomes Fahren auf Level 4 konstruiert und läuft mit vier selbstentwickelten Turing-KI-Chips, die eine Bord-Rechenleistung von 3.000 TOPS bieten. Bei Robotaxis ist eine besonders hohe Rechenleistung erforderlich, denn die Echtzeit-Berechnungen zur Situation in der Straße müssen direkt an Bord des Fahrzeugs erfolgen anstatt über einen Cloud-Dienst.
Auffällig ist dabei, dass Xpeng technologisch einen ähnlichen Weg wie Tesla beschreitet, auf kostspielige Lidar-Sensoren verzichtet und stattdessen komplett auf ein Kamera-basiertes System setzt. Entsprechend nutzt das Robotaxi eine reine Bildverarbeitungslösung, deren Entscheidungsfindung vom sogenannten VLA 2.0-Modell („Vision-Language-Action“) gesteuert wird. Dieses Modell eliminiert laut Xpeng den in herkömmlichen dreistufigen Architekturen üblichen Sprachübersetzungsschritt und reduziert die Systemreaktionszeit auf unter 80 Millisekunden. VLA 2.0 kommt übrigens auch im neuen ID.UNYX 08 von Xpeng-Partner VW in China zum Einsatz.
Erst im März hat Xpeng eine eigene Geschäftseinheit für Robotaxis gegründet, die die Produktdefinition, die Forschung und Entwicklung sowie den Betrieb verantwortet und so die Kommerzialisierung beschleunigen soll. Aktuell ist noch unklar, wer die Robotaxis aus der Xpeng-Produktion betreiben wird. Die Formulierung „Betrieb“ deutet darauf hin, dass Xpeng dies selbst tun will. Zugleich nennt Xpeng die Plattform Amap als ersten globalen Ökosystempartner für sein Robotaxi SDK.
Bei Amap handelt es sich um eine App des Internetkonzerns Alibaba für Mobilitätsdienste, die sich als Aggregator für Ride-Hailing-Fahrzeuge versteht. Das deutet daraufhin, dass Xpeng die Robotaxis selbst betreiben, sie aber auf Plattformen wie Amap oder auch Didi buchbar machen will. Denn auch die Ride-Hailing-Plattform Didi ist seit langem Partner von Xpeng und der Autohersteller hat in Kooperation mit Didi bereits die Limousine M03 für Fahrdienste entwickelt. Weitere relevante Robotaxi-Plattformen in China sind etwa die Baidu-Tochter Apollo Go, Pony.ai und WeRide.
Bereits seit Januar darf Xpeng in Guangzhou autonome Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen testen. Fest steht, dass Xpeng plant, in der zweiten Jahreshälfte Pilotprojekte mit Robotaxis zu starten, um die technische Machbarkeit, die Nutzerakzeptanz und das gesamte Geschäftsmodell zu validieren. Das Unternehmen strebt bis Anfang 2027 einen vollautonomen Betrieb ohne Sicherheitspersonal im Fahrzeug an.





0 Kommentare