Stellantis will Dongfeng-Marke Voyah zum Durchbruch in Europa verhelfen
Seit wenigen Tagen war bereits bekannt, dass Dongfeng neue Modelle der Stellantis-Marken Peugeot und Jeep in China bauen soll. Auf Grundlage der in China bereits seit 34 Jahren bestehenden Partnerschaft wollen beide Autokonzerne nun auch ein Joint Venture für den europäischen Markt gründen. Dessen Ziel ist der Verkauf, Vertrieb, Produktion und Engineering von Dongfeng-Fahrzeugen mit alternativen Antrieben („NEVs“) in Europa. NEVs steht dabei für „New Energy Vehicles“ und damit den chinesischen Sammelbegriff für E-Autos, Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender.
Die Führung des Joint Ventures soll bei Stellantis liegen, das 51 Prozent der Anteile halten soll. Entsprechend sollen die restlichen 49 Prozent bei Dongfeng liegen. Zunächst soll das Joint Venture den Vertrieb der NEVs der Marke Voyah von Dongfeng in bestimmten Märkten Europas verantworten und wird dabei das Händlernetzwerk sowie die After-Sales-Expertise von Stellantis nutzen. Damit erinnert der Deal an die Partnerschaft von Stellantis mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor, den Stellantis ebenfalls tatkräftig beim Europavertrieb unterstützt. Auch an diesem Joint Venture hält Stellantis 51 Prozent.
Eine weitere Parallele zum Leapmotor-Deal: Wie Leapmotor in Spanien würde auch Dongfeng gern künftig einen Teil seiner Fahrzeuge von Stellantis in Europa bauen lassen. Dabei ist die Wahl auf das Werk im französischen Rennes gefallen, in dem aktuell die SUVs Citroën C5 Aircross und Peugeot 5008 gebaut werden. Damit könnte Dongfeng für das noch nicht näher genannte Modell ein „Made in Europe“-Siegel erhalten, so dass einerseits die hohen Importzölle entfallen würden und andererseits auch die vermutlich schon bald in der EU geltenden neuen Kriterien für E-Auto-Förderprogramme erfüllt werden würden.
„Die Pläne, die wir heute bekannt geben, heben unsere kürzlich verstärkte Kooperation mit Dongfeng auf eine völlig neue Ebene einer internationalen Partnerschaft zum Nutzen der Kunden auf der ganzen Welt“, sagt Stellantis-CEO Antonio Filosa. „Mit diesem neuen Kapitel unserer Zusammenarbeit werden wir unseren Kunden eine noch größere Auswahl an wettbewerbsfähigen Produkten und Preisen bieten, indem wir das Beste aus der globalen Präsenz von Stellantis mit dem Zugang von Dongfeng zu Chinas fortschrittlichem Ökosystem für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben verbinden.“
„Dongfeng wird die Partnerschaft mit Stellantis weiter festigen und ausbauen und sich dabei eng an Chinas nationalen Strategien der umfassenden Öffnung und der Stabilisierung von Auslandsinvestitionen, Unternehmen und Beschäftigung ausrichten“, äußert Qing Yang, Vorsitzender von Dongfeng. „Dies entspricht auch den Entwicklungsbedürfnissen beider Anteilseigner. Durch die Zusammenarbeit in den Bereichen Technologie, Markenbildung und globale Märkte wird das Joint Venture einen größeren Mehrwert erschließen, die globale Expansion von Dongfeng beschleunigen und die globale strategische Neuausrichtung von Stellantis sowie die Präsenz in China unterstützen.“
Dongfeng wollte Voyah bereits vor langem in vielen Ländern Europas einführen, so wurde bereits für 2024 ein Start in Deutschland, Frankreich, Italien, Portugal und Spanien angekündigt. Doch die Pläne zerschlugen sich vermutlich wegen der Sonderzölle der EU auf chinesische E-Autos. Aktuell sind die Voyah-Fahrzeuge in Europa lediglich in den Nicht-EU-Ländern Norwegen und Schweiz offiziell erhältlich. Die Zusammenarbeit mit Stellantis dürfte den Rollout in Europa nun deutlich beschleunigen.





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