Cubos will Umrüstung von AC-Wallboxen auf bidirektionales Laden ermöglichen
Bidirektionales Laden ist in aller Munde: Damit kann die Traktionsbatterie des E-Autos als eine Art Zwischenspeicher fürs öffentliche Netz oder auch das interne Stromnetz eines Haushalts oder einer Firma genutzt werden. Das Wolfsburger Unternehmen Cubos plant nun, mit einer Umrüstungslösung bestehende AC-Ladestationen nachträglich fürs bidirektionale Laden zu befähigen.
Das könnte vor allem für Fuhrparks von Firmen mit hohem Elektroauto-Anteil und einer entsprechend hohen Anzahl von AC-Ladestationen auf dem Firmengelände spannend sein. Denn so könnten die Batterien der E-Autos zu einem virtuellen Kraftwerk gebündelt werden, das je nach Bedarf Strom aufnimmt oder abgibt, etwa um einerseits Strom aus einer firmeneigenen PV-Anlage aufzunehmen und andererseits um Lastspitzen zu kappen.
Die nun gemeinsam mit dem Partner Bender entwickelte Umrüstungslösung vom undirektionalen auf bidirektionales Laden soll ab Ende 2026 erhältlich sein. Cubos will sie für die beiden hauseigenen Ladestationen C22E (Einzelladepunkt mit 22 kW) und C44E (Doppelladepunkt mit 2×22 kW) anbieten. Deren modularer Aufbau soll die Nachrüstung zum bidirektionalen Laden besonders einfach machen.
Laut Cubos besteht jede Ladestation aus zwei Modulen, ähnlich wie zwei Lungenflügel. Für die Umrüstung wird einer dieser „Lungenflügel“ gegen ein bidirektionales Modul getauscht. Diesen Eingriff kann eine elektrotechnisch unterwiesene Person (EUP) übernehmen, und er erfordert keine erneute eichrechtliche Abnahme. Nach dem Austausch ist die Station sofort wieder einsatzbereit. So bleiben getätigte Investitionen geschützt und bestehende Ladeparks werden ohne Neuanschaffung zukunftsfähig, heißt es dazu von Cubos.
Cubos-Geschäftsführer Marc Wille sagt: „Bidirektionales Laden verändert die Rolle des Elektrofahrzeugs grundlegend: Aus einem reinen Verbraucher wird ein aktiver Baustein des Energiesystems. Mit der neuen Technologie, die bidirektionales Laden auch über AC-Infrastruktur ermöglicht, wird für Unternehmen jeder Stellplatz zur Energiequelle und der Fuhrpark zum flexiblen Speicher.“
Durch die erweiterten Nutzungsmöglichkeiten der Ladeparks und die einfachen Umrüstungen könnten Kosten bei Unternehmen gesenkt und zusätzlich das Energienetz entlastet werden, so Wille weiter: „Unser Ziel ist es, die Leistung eines jeden Ladepunkts zu maximieren: Mit eigener Hardware, Software und qualifizierten Servicetechnikern, ergänzt um PV-Anlagen und Batteriespeicher, schöpfen wir das volle Potenzial aus.“ Aktuell stellt Cubos die Umrüstungslösung auf der Power2Drive in München sowohl in der „BiDi Zone“ (Stand C6.330) als auch am Hauptstand C6.138 vor.
Jedoch gibt es noch ein gewisses Henne-Ei-Problem: Die meisten bidirektionalen Ladelösungen arbeiten bislang mit DC-Ladestationen, also Gleichstrom-Ladestationen, so z.B. das Angebot von E.ON und BMW für den neuen iX3 oder das gerade vorgestellte BiDi-Paket der VW-Tochter Elli. Dagegen gibt es bislang nur wenige Modelle am Markt, die bidirektionales Laden über AC-Wallboxen unterstützen, wie etwa den Renault 5 und künftig wohl einige Nissan-Modelle.
Zur Erklärung: Beim bidirektionalen DC-Laden erfolgt die Wandlung von Gleich- in Wechselstrom extern in einer kostspieligen, komplexen DC-Wallbox, während das Fahrzeug lediglich den Stromfluss freigibt. Im Gegensatz dazu wird beim von Cubos vorangetriebenen bidirektionalen AC-Laden die Leistungselektronik eines speziell entwickelten On-Board-Chargers (OBC) im Fahrzeug genutzt, um den Gleichstrom der Batterie in Wechselstrom zu wandeln und netzkonform für die AC-Wallbox bereitzustellen. Der OBC fungiert bei der AC-Variante also als zentrales Herzstück der Energiewandlung, wodurch die Ladeinfrastruktur selbst deutlich einfacher und kostengünstiger ausgeführt sein kann.





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