Electra-App bietet Zugang zu 800.000 Ladepunkten
Bislang war die Electra-App vor allem auf die eigenen Schnellladeparks zugeschnitten. Seit Dezember 2025 ermöglicht das Unternehmen zudem den Zugang zu den Ladepunkten der ChargeLeague-Partner Ionity, Fastned und Atlante. Zum damaligen Zeitpunkt konnten Kunden mit dem kostenpflichtigen Electra+-Tarif bei den drei Betreibern für 0,64 Euro pro Kilowattstunde laden. Ohne Abo kostete die Kilowattstunde bei Fastned 0,71 Euro und bei Ionity 0,75 Euro. Atlante betreibt zumindest in Deutschland bislang keine eigenen Ladeparks.
Im Mai hatte Electra seine Tarife in Deutschland dann angepasst. Seither kostet das Abo-Modell „Electra+ Smart“ 4,99 Euro im Monat, der Preis an den eigenen Schnellladern beginnt bei 0,34 Euro pro Kilowattstunde. Im günstigeren Tarif „Electra+ Essential“ mit 1,99 Euro Monatsgebühr werden ab 0,44 Euro pro Kilowattstunde fällig. Rabatte bei den ChargeLeague-Partnern gibt es aber weiterhin nur im höherpreisigen Abo. Die Preise bei den genannten Partnern bleiben unverändert.
Auch die übrigen Preise an den eigenen Schnellladern ändern sich nicht: Ohne Abo zahlen Nutzer über die Electra-App weiterhin 0,54 Euro pro Kilowattstunde. Für spontanes Laden per Kreditkarte gilt unverändert ein Preis von 0,69 Euro pro Kilowattstunde.
Electra macht seine App zur europaweiten Ladeplattform
Nun geht der französische Schnellladeanbieter einen Schritt weiter und entwickelt sich eigenen Angaben zufolge zu einem eMobility Service Provider, kurz eMSP. Über die App sollen Nutzer ab sofort nicht nur auf die Ladepunkte von Electra und der ChargeLeague-Partner zugreifen können, sondern auf rund 800.000 öffentliche Ladepunkte in Europa.
Wie sich die Preise an den jetzt hinzugefügten Fremdnetzen konkret zusammensetzen, lässt die aktuelle Mitteilung offen. Electra erklärt lediglich, dass der jeweilige Preis vor dem Start des Ladevorgangs in der App angezeigt werde und keine versteckten oder zusätzlichen Gebühren erhoben würden. Eine Stichprobe in der Electra-App zeigt jedoch, dass die Preise je nach Betreiber deutlich über den Electra-Tarifen im eigenen Netz liegen können: Bei Mer werden 0,71 Euro pro Kilowattstunde angezeigt, bei Shell und EnBW jeweils 0,79 Euro, bei EWE Go 0,84 Euro und bei Aral sogar 0,96 Euro pro Kilowattstunde.
Je nach Ladepunkt kann der Ladevorgang über die App oder mit einer Electra-Ladekarte gestartet werden. Mit dem Schritt zum eMobility Service Provider, kurz eMSP, führt Electra nun auch eine eigene Ladekarte ein. Für Nutzer ohne Abo kostet diese einmalig 4,99 Euro. Kunden mit einem Electra-Abo erhalten sie kostenlos. Bislang setzte Electra für das eigene Netz vor allem auf den Zugang per App.
Parallel führt Electra an den eigenen Schnellladern Autocharge ein. Nach einer einmaligen Aktivierung in der App muss das Fahrzeug nur noch angeschlossen werden, anschließend startet der Ladevorgang automatisch. Aber: Nicht alle Elektroautos sind auch mit Autocharge kompatibel. „Damit Autocharge funktioniert, muss Ihr Fahrzeug über eine feste und eindeutige Kennung (VID) verfügen. Einige Hersteller vergeben zufällige VIDs, wodurch diese Fahrzeuge inkompatibel sind; dies liegt außerhalb der Kontrolle von Electra“, so der Schnellladeanbieter. Beim Hinzufügen des Fahrzeugs in der App erhalten Nutzer einen Hinweis, ob dieses für Autocharge geeignet ist oder nicht.
Neben dem erweiterten Roaming-Angebot hat Electra auch die Navigation in der App ausgebaut. Im Zentrum der neuen Funktion stehe laut Electra ein Algorithmus, der verfügbare Ladepunkte nicht nur auf einer Karte anzeigt, sondern sie aktiv bewertet. Dafür analysiert die Electra-App Ladeleistung, Verfügbarkeit, technische Zuverlässigkeit, Standort und Preis in Echtzeit. „Nutzer erhalten so nicht einfach die nächstgelegene Ladesäule, sondern eine konkrete Empfehlung für den passenden Ladepunkt“, heißt es.
Der Ansatz soll besonders relevant auf längeren Strecken sein, bei hoher Auslastung oder in Städten mit vielen Ladeoptionen. „Wenn ein Ladepunkt belegt ist oder eine bessere Alternative in der Nähe verfügbar ist, kann die App direkt eine passende Station vorschlagen. Fahrer können außerdem eigene Kriterien festlegen, etwa Preis, Entfernung oder Ladeleistung. Der Routenplaner integriert Ladestopps direkt in die Fahrtplanung – für den Alltag ebenso wie für Urlaubs- und Geschäftsreisen“, erklärt Electra.
Hannover wird neuer Flagship-Standort von Electra
Parallel zum eMSP-Start setzt Electra seinen Ladeinfrastruktur-Ausbau hierzulande fort. Am 1. Juli soll in Hannover der bislang größte urbane Schnellladepark des Unternehmens in Deutschland offiziell eröffnet werden. An der Herschelstraße 9 stehen dann 14 Ladepunkte an sieben Ladesäulen mit jeweils bis zu 400 kW zur Verfügung. Die Anlage ist überdacht und liegt an einer stark frequentierten Kreuzung im Stadtzentrum.
Die Eröffnung in Hannover ist Teil des laufenden Deutschland-Rollouts von Electra. Parallel gingen zuletzt unter anderem neue Ladeparks in Leipzig, Peine, Detmold und Krefeld in Betrieb.
Nach Unternehmensangaben betreibt Electra derzeit knapp 700 Ladeparks mit rund 4.000 Ladepunkten in zehn Ländern. Bis 2030 soll das eigene Schnellladenetz auf 15.000 Schnellladepunkte wachsen.
Quelle: Info per E-Mail





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