04.07.2018 - 14:58

Paris: Renault und PSA wollen Autolib beerben

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Paris hat Ersatz für das kürzlich aufgekündigte E-Carsharing Autolib gefunden: Renault und PSA schicken sich an, ab September bzw. ab dem vierten Quartal 2018 ein Nachfolge-Angebot ins Leben zu rufen.

Renault schwebt ein Carsharing- und Ridehailing-Angebot mit einer Elektro-Flotte vor, die den gesamten Großraum Paris abdecken und bis Ende 2019 auf 2.000 Fahrzeuge anwachsen soll. Das Unternehmen betreibt in Frankreich bereits ein Carsharing namens „Renault Mobility“ und darüber hinaus ein weiteres Angebot mit 500 elektrischen Zoe in Madrid.

Auch PSA will Autolib – das 2011 aus der Taufe gehobene Elektroauto-Carsharing von Bolloré – beerben und in Paris im vierten Quartal dieses Jahres ein E-Carsharing unter der Marke Free2Move mit anfänglich 500 E-Autos von Peugeot und Citroën starten. Wie der Name nahelegt, soll es sich dabei um eine Free-Floating-Lösung handeln.

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo sagte auf einer Pressekonferenz außerdem, dass auch weitere Unternehmen Interesse bekundet haben, als Carsharing-Anbieter in der Stadt aktiv zu werden. Es gilt als ausgemacht, dass die Stadt nicht noch einmal mit einem einzigen Anbieter eine lange Vertragslaufzeit eingeht, sondern das „Erbe“ auf mehrere Bewerber verteilt. Die Suche nach Nachfolgern läuft, da Paris und umliegende Gemeinden Autolib Ende des Monats endgültig den Stecker ziehen.

 

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Autolib, das sind 4.000 Fahrzeuge und annähernd 6.200 Ladesäulen an 1.100 Standorten im Großraum Paris. Knapp zwei Wochen ist es her, dass Paris dem Carsharing-Unternehmen die Konzession entzogen hat. Der Vertrag mit Betreiber Bolloré sollte eigentlich bis 2023 laufen. Als Gründe für das Aus gelten ein riesiger Schuldenberg, ein zuletzt stark schrumpfender Nutzerkreis und Fahrzeuge in teils desolatem Zustand. Das Fass zum Überlaufen brachte ein Streit darüber, wer das aufgelaufene Defizit in Höhe von rund 300 Millionen Euro zu welchem Anteil übernehmen muss. Einen Großteil – nämlich 233 Millionen Euro – wollte Bolloré an die Kommunen abwälzen, doch die Gemeinderäte des Syndicat Autolib’ Vélib’ Métropole (SAVM), welches das Carsharing für rund 100 Gemeinden in der Region Paris verwaltet, schmetterte den Antrag ab. Seitdem ist die Debatte von gegenseitigen Schuldzuweisungen geprägt.

Derweil verschwinden bereits die ersten der grauen Elektro-Kleinwagen aus dem Stadtbild. „Le Parisien“ berichtet, dass im Département Yvelines im Westen der Île-de-France sogar schon vor dem 2. Juli, dem offiziellen Beginn der schrittweisen Angebots-Einstellung, die ersten Flottenfahrzeuge eingesammelt wurden. Bereits Ende Juni sollen Mitarbeiter des Anbieters drei E-Autos aus Vélizy mitgenommen haben. Im Laufe des Monats werden nun sukzessive immer mehr Autolib-Stromer verschwinden. Und das alles im verflixten siebten Jahr des Carsharing-Angebots.
europe.autonews.com, media.group.renault.com (beide Renault), europe.autonews.com, media.groupe-psa.com (beide PSA)

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04.07.2018 14:58