16.10.2019 - 11:12

Volkswagen plant dritten Elektro-Baukasten

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Volkswagen plant neben MEB und PPE einen dritten Elektroauto-Baukasten, der auch mit einer Brennstoffzelle ausgestattet werden kann. Laut VW-Chefstratege Michael Jost soll der neue Baukasten für alle Markengruppen des Konzerns eingesetzt werden können.

„Der VW-Konzern entwickelt eine modulare Plattform E-Mobilität für unsere Autos ab dem B-Segment aufwärts, die quer über alle Marken eingesetzt werden kann“, sagte Jost der „Automobilwoche“. „Die Skalierbarkeit erstreckt sich nicht nur auf Länge oder Breite der Autos, sondern auch über die Einsatzfelder Volumen, Premium und Luxury.“

Der Zeitpunkt, zu dem Jost Einblicke in die Plattform-Pläne mit Brennstoffzellen-Option gibt, verwundert allerdings. Kaum ein anderer Konzern hat sich wie Volkswagen auf BEV festgelegt. Noch auf der IAA hatte VW-Chef Herbert Diess der Brennstoffzelle eine deutliche Absage erteilt. Er sei sich „sehr sicher“, dass das Wasserstoffauto in den kommenden zehn Jahre keine relevante Option für den Antrieb von Autos sei, sagte Diess vor Journalisten. Das liege nicht nur an der hohen CO2-Last und dessen „sehr ineffizienter“ Herstellungsmethode, sondern auch daran, dass die in den Autos benötigte Technik auf absehbare Zeit „sehr viel teurer“ bleibe.

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Wozu also die Brennstoffzellen-Pläne für die neue Plattform mit dem Kürzel MPE? Die Antwort liegt im Zeitrahmen. Diess sprach von den kommenden zehn Jahren und auch Chefstratege Jost geht von keinem VW mit Brennstoffzelle in naher Zukunft aus: „Auf lange Sicht, grob geschätzt zum Ende des nächsten Jahrzehnts, kommt Wasserstoff zusätzlich als Energieträger für elektrisch angetriebene Fahrzeuge in Betracht.“

Mit dem ID.3 kommt bald das erste Modell des Modularen Elektrobaukastens (MEB) auf den Markt. Die Technik taugt für Fahrzeuge vom Polo bis zum Passat, auch Skoda, Seat und Audi werden Elektroautos auf MEB-Basis bauen bzw. bei VW in Zwickau bauen lassen. Die Premium Platform Electric (PPE) wird derzeit noch von Porsche und Audi entwickelt und soll 2023 serienreif sein. Das erste Modell könnte dann Berichten zufolge der Nachfolger des Porsche Macan werden, Audi plant laut der „Auto, Motor und Sport“ zuerst ein viertüriges Coupé im Stile des A5 Sportback mit der PPE-Technik. Möglich sind aber auch noch größere Fahrzeuge, egal ob Luxuslimousine oder SUV.

Wie sich die Modulare Plattform Elektro (MPE) in die Plattform-Logik der Wolfsburger im Detail einfügt, wird auch aus Josts Äußerungen in der „Automobilwoche“ nicht genau klar. Schließlich haben MEB und PPE viel Geld gekostet bzw. tun es noch. Andererseits hat Audi von seinen Brennstoffzellen-Plänen nie ganz abgelassen – und bevor es wieder teure und später nur bedingt kompatible Einzellösungen gibt, soll es mit internen Kooperationen für den Konzern entwickelt werden. Denn eines macht Jost auch klar: Es muss auf die Konzernrendite einzahlen.
automobilwoche.de, auto-motor-und-sport.de, wiwo.de

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