14.10.2020 - 13:56

V2G-fähige Ladestation mit 11 kW von ABB und DREEV

ABB bietet zusammen mit dem französischen Unternehmen DREEV, einem Joint Venture zwischen EDF und Nuvve, eine neue bidirektionale 11-kW-Ladestation an, die speziell für Vehicle-to-Grid entwickelt wurde. Erster Zielmarkt ist Frankreich, gefolgt von Großbritannien, Italien, Belgien und Deutschland.

Die leichte und kompakte Ladestation ist das Resultat eines Vehicle-to-Grid-Partnerprojekts, bei dem die bidirektionale Ladetechnologie von ABB und die Softwaretechnologie von DREEV miteinander gekoppelt wurden. Die Lösung erlaubt Fahrern von Elektrofahrzeugen, überschüssige Energie ins Stromnetz zurückzuspeisen „und auf diese Weise bis zu 20 Euro pro Elektrofahrzeug im Monat zu generieren”, teilt ABB mit.

Mit V2G können gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Einerseits können Elektroautonutzer durch die phasenweise Bereitstellung von Strom ihre Gesamtbetriebskosten senken und andererseits bidirektionale Ladesäulen die schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Solar- und Windkraft stabilisieren.

Ein konkretes Datum für den Markteintritt nennt ABB ebenso wenig wie den Preis der Ladelösung. Frank Mühlon, Leiter des globalen ABB-Geschäfts E-Mobility Infrastructure Solutions, äußert lediglich, dass es ihn freue, DREEV dabei zu unterstützen, das Stromnetz dank V2G-Technologie widerstandsfähiger zu machen. „Unsere Kooperation mit DREEV ist eines der weltweit führenden Projekte zur Einführung von V2G-Technologie in der Praxis”, fügt er hinzu und deutet auch an, dass ABB in dieser Richtung noch viel vor hat: „Diese intelligente, bidirektionale Ladelösung ist maßgeblich für die Weiterentwicklung unseres Portfolios im Bereich der Elektromobilität und zudem ein wichtiger Meilenstein der Nachhaltigkeitsstrategie von ABB.”

Bei DREEV handelt es sich um ein 2019 gegründetes Gemeinschaftsunternehmen mit explizitem Fokus auf V2G. Aufgabe des Joint Ventures ist unter anderem der Aufbau mehrerer Hundert Terminals im Auftrag des Energiekonzerns EDF. Und zwar zuvorderst auf dessen europäischen Hauptmärkte, die da wären: Frankreich, Belgien, Italien und Großbritannien. Zurückgreifen kann das Joint Venture auf eine von Nuvve bereits seit 2010 beständig weiterentwickelte V2G-Technologie. Konkret bietet DREEV das smarte Management von Fahrzeugen auf der Basis von Netzsignalen an. Teil des Systems ist es, den durch die Bereitstellung von Energie geschaffenen Wert zu monetarisieren, wie es bei der oben vorgestellten Ladelösung mit ABB der Fall ist.
new.abb.com

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9 Kommentare zu “V2G-fähige Ladestation mit 11 kW von ABB und DREEV

  1. Max

    Ich fände es gut, wenn Electrive vorher bei ABB nachhaken würde, welcher Ladestecker verwendet wird. Auf dem Foto ist nämlich Chademo zu sehen, in der Pressemitteilung steht kryptisch “Die leichte und kompakte 11-kW-Ladestation ermöglicht eine schnelle und flexible Aufladung und ist sowohl mit aktuellen als auch künftigen Elektrofahrzeugen vollständig kompatibel.”

  2. Gerald Hesse

    Bitte teilen Sie mir mit, warum die deutschen Autobauer diese Technologie nicht vorantreiben bzw. überhaupt nicht aufgreifen. Die Japaner haben diese Technologie doch schon seit Fukushima im Petto. Man könnte fast meinen, das der kleine Mann durch dieses System, welches ich persönlich hervorragend finde, zuviel vom Kuchen der grossen Energieversorger abschneiden könnte. Bei Batterie Kapazitäten von ca. 50kwh heutzutage komme ich, wenn ich über Nacht 5kwh aus dem Auto entnehme trotzdem am nächsten Tag noch zur Arbeit.
    Bitte informieren Sie mich bitte über die weitere Entwicklung und Serienreife von V2Grid. Bin selbst passionierter E Auto (ZOE) Fahrer.
    Im voraus dankend Gerald Hesse.

    • Michael Amperov

      Sie fahren ein französisches Fahrzeug und die Technologie kommt auch in Frankreich. Passt doch…

  3. Siegfrief Lück

    Das Produkt finde ich super.Ich fahre ein E-Auto der Marke Tesla und wäre sehr dankbar, wenn diese Lösung auch für mich verwndbar wäre.

  4. Mike

    Wirkt etwas halbgar diese Ankündigung. Einige wichtige Fragen werden leider nicht beantwortet: Welche Elektroautos können überhaupt V2G? Erlaubt die Regulatorik in Deutschland überhaupt bereits V2G-Anwendungen, und welche Schnittstellen ermöglichen V2G auf technologischer Seite? Erlischt die Batteriegarantie meines E-Autos, wenn ich V2G nutze?

  5. ID 3

    Hallo, dieses Thema interessiert mich sehr da ich einen VW ID3 und Photovoltaik besitze
    Gibt es auch noch andere Hersteller die zu einem Absehbaren Zeitpunkt und Verkaufspreis V2G Wallboxen anbieten?
    VW ist auch noch in einem Versuchsstadium mit 22 KW V2G Wallbox.
    Wäre schön wenn dann eine Softwareupdate für den Id3 oder andere E Fahrzeuge kommt um diese Technik zu nutzen.
    MfG Michael

  6. Newbee

    Es wird von 20 € pro Monat an “Verdienst” gesprochen. Gibt es dafür in Deutschland schon einen gesetzlichen Rahmen in welcher Art das vom Energieversorger zu vergüten ist?

    Handelt es sich hier um eine AC oder DC Ladelösung?

  7. Thomas Wagner

    Da diese Entwicklung von der EDF betrieben wird, kann man sicher sein, dass sie nicht so schnell in Deutschland ankommen wird.
    Die deutschen Energiekonzerne und die von ihnen lobbyierte Bundesregierung hält V2G und V2H bisher an der kurzen Leine 🙁
    Mir selbst wäre V2H eh wichtiger ! Damit könnte ich mich vollends vom Stromnetz verabschieden und mich autark selbst versorgen 🙂

  8. Cora Werwitzke

    Wir haben eine Anfrage an ABB gestellt, um weitere Details zu der neuen Ladelösung zu erhalten. Sobald wir eine Antwort bekommen, werden wir den obigen Text ergänzen.

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2020/10/14/v2g-faehige-ladestation-mit-11-kw-von-abb-und-dreev/
14.10.2020 13:54