18.06.2021 - 09:40

EU-Kommission: CO2-Reduktionsziel für 2030 nun bei 60 Prozent?

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Die EU-Kommission plant offenbar noch strengere Vorgaben für die CO2-Emissionen von Neuwagen. Laut einem Medienbericht erwägt das Gremium, das derzeitige CO2-Reduktionsziel für das Jahr 2030 von 37,5 auf 60 Prozent anzuheben. Für 2035 sollen dann gar 100 Prozent gelten. Faktisch ein Verbrenner-Verbot.

Das berichtet das Politikportal „Politico“ unter Berufung auf drei EU-Offizielle. Die Pläne kämen ab 2035 einem Verbot für Autos mit Verbrennungsmotoren gleich, auch für Hybride. Die neuen Regeln sollen im Rahmen einer Überarbeitung der EU-Standards zur Reduzierung von Auto-Emissionen etabliert werden, die ihrerseits Teil des Green-Deal-Plans der EU sind. Unter dem Green Deal sollen die Verkehrsemissionen bis 2050 um 90 Prozent sinken.

Sollten es die Vorschläge der Kommission in den endgültigen Text schaffen, der am 14. Juli veröffentlicht werden soll, müsste dieser aber noch von den EU-Ländern und dem Europäischen Parlament abgesegnet werden. In beiden Fällen dürfte starker Gegenwind drohen: unter den Ländern von den Nationen mit traditionell starker Autoindustrie wie Deutschland und im Parlament durch den Einfluss der Automobillobby.

Fakt ist, dass eine derartige Verschärfung der Auflagen einen noch schnelleren Umbau des Verkehrssektors erfordern würde. Seit Frühjahr 2019 gilt offiziell ein ausgehandelter Kompromiss zwischen Kommission, Parlament und Mitgliedsstaaten. Neue Pkw sollen demnach bis 2030 um 37,5 Prozent weniger CO2 und leichte Nutzfahrzeuge um 31 Prozent weniger CO2 Ausstoßen als im Jahr 2021.

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Als Zwischenetappe muss bis 2025 in beiden Fahrzeugklassen eine Minderung um 15 Prozent erreicht sein. Die EU-Parlamentarier nahmen das neue Gesetz seinerzeit mit 521 Stimmen bei 63 Gegenstimmen und 34 Enthaltungen an. Zur Erinnerung: Bis 2021 gelten bei Neuwagen in der EU im Flottendurchschnitt 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer als Maximalwert. Das ist auch die Basis, an der sich die ausgehandelten Reduktionsvorgaben orientieren.

Aus einem internen Papier ging bereits im September 2020 hervor, dass die EU-Kommission die CO2-Grenzwerte verschärfen will. Wie seinerzeit Medien unter Berufung auf dieses Behördendokument berichteten, strebte die EU-Kommission zu diesem Zeitpunkt für Neuwagen im Jahr 2030 im Schnitt bereits 50 Prozent weniger CO2-Ausstoß an als im Referenzjahr 2021. Dieser Wert soll nun also schon wieder revidiert worden sein: auf besagte 60 Prozent bis 2030 und 100 Prozent bis 2035.

Laut „Politico“ hat VDA-Chefin Hildegard Müller auf die neuen Angaben bereits reagiert: „Das würde nicht nur das Ende des Verbrennungsmotors bedeuten, sondern auch das Ende von Plug-in-Hybriden“, sagte sie gegenüber dem Politikportal.

Dagegen argumentiert der Green-Deal-Chef der Kommission, Frans Timmermans, dem Bericht zufolge so: „Indem Sie die Emissionsnormen weiter erhöhen, machen Sie es für die Hersteller so attraktiv, umzusteigen. Die Folge davon ist, dass ICEs kaum noch gebaut werden.“
politico.eu

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3 Kommentare zu “EU-Kommission: CO2-Reduktionsziel für 2030 nun bei 60 Prozent?

  1. EFahrer

    So lange BEV 3 fach angerechnet werden, können 66% Verbrenner verkauft werden und wir sind dennoch bei Null-Emmision (auf dem Papier) . Neuzulassungen mit 1/3 BEV das sollte schon sehr bald in der ganzen EU zu schaffen sein und wir haben Nettonull Juhu.

  2. Alex S.

    Das ist schön, dass die Vorgaben der EU höher ausfallen als geplant.
    Wahrscheinlich ist die weiterhin betrügerische Visionierung, Publikation und Präsentation der Verbrauchswerte, die real momentan bei dem 25-fachen der erlaubten Werte liegen, der EU ein Dorn im Auge.
    Und da die deutschen Autobauer unterstützt durch den VDA und mit dieser Masche durchkamen, haben natürlich auch alle anderen Hersteller der Welt reagiert, und machen es den deutschen Autobauern nach. Es klagt ja keiner.
    So wird dieser Betrug salonfähig gemacht.
    Und den Kunden verkaufte man Verbrenner zu Schnäppchenpreisen, denn das ist die Gelddruckmaschine schlechthin.
    Ein Verbrenner, dessen Rohstoffe aus Südamerika kommen und der in der Produktion 300€ kostet, besser kann man doch kein Geld auf Kosten der Gesundheit der Menschen und des Planeten verdienen.
    Aber die Sache mit den neuen Werten hat gleich mehrere Haken:
    – wann müssen die Staaten dies Vorgabe ratifiziert haben,
    – und wird es Deutschland dann wieder so machen, dass es als Gegenleistung für ein BEV drei dreckige Verbrenner bauen darf,
    Dann geht die Rechnung der Automobilkonzerne auf.
    Alle hatten sich gefreut nach dieser Meldung:
    – Menschen die bald gesunde Luft atmen wollen
    – die Kinder und Enkel, die eine gesunde Umwelt für ein Leben auf diesem Planeten brauchen,
    – Flora,
    – Fauna und
    – der Planet, der durch dies Klimaänderung leidet und uns mitleiden lässt.
    Hoffentlich schließen sie die Schlupflöcher, die heute jede Entscheidung für:
    – gesunde Luft
    – saubere Umwelt
    – Flora
    – Fauna und
    – die ERDE
    konterkarieren.
    Die Politiker, dessen Portemonnaies (CDU/CSU/SPD/AFD bis zu 130.000€ durchschnittlich pro Jahr) von der Automobilindustrie gefüllt werden.
    Die deutsche Automobilindustrie wird weiter Wege finden die Deutschen zu verdummen und ihnen tote Pferde zu verkaufen. Wer glaubt hier noch an eine lebenswerte Zukunft.
    Hier regiert das Geld liebe EU.
    Erst nach dem VW-Diesel-Betrugsskandal ist die Emissionskurve der dreckigen Verbrenner so richtig in die Höhe geschnellt.
    Im Prospekt der Autobauer steht halt irgend was: 1,5 Liter auf 100???
    Präsentation, Vision, Publikation.
    Wer beherrscht hier die Köpfe der Deutschen?

  3. Sven

    Die Plugin-Hybride sind ja oft nur eine Mogelpackung – als Firmenwagen werden die Fahrzeuge mangels Abrechnungsmöglichkeit oder Zeitmangels nie elektrisch geladen und verbrauchen damit erheblich mehr als angegeben.

    Also weg damit.

    PS: Eine Vorgabe wieviel elektrisch gefahren und/oder geladen werden muss wäre vielleicht hilfreich

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18.06.2021 09:19