11.02.2022 - 10:13

Tesla: Musk bezeichnet Model-X-Produktionsstopp als Fehler

Während Tesla beim Model 3 und Model Y in quasi jedem Quartal neue Absatzrekorde erzielt, gibt es beim Model X seit über einem Jahr Probleme. Wie Elon Musk jetzt eingeräumt hat, sind diese Probleme aufgrund einer Fehleinschätzung zu einem guten Teil hausgemacht. Zudem gibt es in den USA zwei weitere Software-Rückrufe.

Die im Oktober 2021 in den USA begonnenen Auslieferungen des grundlegend überarbeiteten Tesla Model X laufen alles andere als rund und führten zu einem Bestellstopp außerhalb Nordamerikas. Vor diesem Hintergrund räumt Tesla-CEO Elon Musk nun auf Twitter Fehler im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Model X ein.

Laut Musk war es „idiotisch, die Produktion des alten X im Dezember 2020 einzustellen, als noch viel Nachfrage vorhanden war“. Davon habe sich Tesla noch nicht vollständig erholt. Das Model X sei „ein extrem schwierig zu bauendes Auto“ und der limitierende Faktor sei die Innenausstattung. Sprich: Die Nachfrage ist hoch, das Hochfahren der Produktion ist schwierig. Das führt zu einem Auftrags-Stau, der auch, aber nicht nur mit der achtmonatigen Produktionspause zu erklären ist.

Laut dem US-Portal „Electrek“ gibt es aktuell immer noch Unklarheiten und weitere Verzögerungen für Besteller. Mehrere Kunden, die vor einem Jahr ein Model X geordert haben, wurde nun ein Lieferfenster im Q2 2022 genannt – nachdem Tesla über Monate gar keinen Liefertermin mehr genannt hatte.

Für heute aufgegebene Bestellungen in den USA gibt Tesla den Oktober 2022 als Liefertermin für die dreimotorige Plaid-Version an. Das Model X Dual Motor wird bei einer jetzt aufgegebenen Bestellung im Januar 2023 geliefert – sofern die aktuellen Vorhersagen stimmen. In Deutschland gibt es weiterhin keine Aussage, wann das Model X wieder ausgeliefert wird.

Tesla verliert einen erfahrenen Fahrzeugingenieur an die Konkurrenz: Alan Clarke, der mehr als zehn Jahre bei Tesla tätig war, wechselt zu Ford und arbeitet dort an der Entwicklung von Elektroautos. Zuletzt war Clarke Chefingenieur für den Roadster 2, aber auch die Patentanmeldung für die einrollbare Solar-Abdeckung der Ladefläche des Cybertrucks läuft auf Clarkes Namen. Zuvor war er unter anderem für die Integration der Antriebseinheiten beim Model X verantwortlich, auch die ausfahrbaren Türgriffe des Model S gehen auf Clarke zurück.

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An welchen Projekten Clarke bei Ford genau arbeiten wird, ist nicht bekannt. Er wird in der „Advanced EV“-Entwicklungsgruppe unter dem Ex-Tesla-Entwickler Doug Field tätig sein, der nach einer Zeit bei Apple nun ebenfalls für Ford arbeitet.

In den USA muss Tesla bereits den dritten und vierten Software-Rückruf seit Anfang Februar hinnehmen. Bei diesen geht es um Probleme mit dem Heizsystem und dem Fußgänger-Warnsystem – letzteres sei laut der US-Verkehrsaufsicht in vielen Teslas zu leise und komme so der gewünschten Wirkung nicht nach. In diesem Fall sind 578.000 Exemplare aller vier Baureihen in den USA betroffen. Bei dem Software-Update zu dem Heizsystem (unter extremen Bedingungen kann die Wärmepumpe ausfallen) geht es um eine deutlich geringere Zahl an Fahrzeugen in den USA und Kanada. Zuvor musste Tesla bereits Probleme mit der Sicherheitsgurt-Funktion (bzw. dem Gurtwarner-Geräusch) und seiner FSD-Software beheben.

Zudem gibt es noch eine Meldung aus China: Tesla wird sein geplantes chinesisches Designzentrum in Peking ansiedeln, wie aus Informationen der Stadtregierung hervorgeht. Bislang galt der Großraum Shanghai als Favorit, wo auch das chinesische Werk angesiedelt ist. In dem Arbeitsbericht der Pekinger Stadtregierung sei das Tesla-Designzentrum als eines der Schlüsselprojekte im Jahr 2022 aufgelistet. Details oder den genauen Standort gibt es noch nicht. Tesla will laut früheren Angaben in China Fahrzeuge „im chinesischen Stil“ entwerfen.
electrek.co (Model X), electrek.co, freep.com (beide Alan Clarke), teslamag.de, spiegel.de (Rückrufe), reuters.com, cnevpost.com (China-Designzentrum)

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4 Kommentare zu “Tesla: Musk bezeichnet Model-X-Produktionsstopp als Fehler

  1. Sebastian

    Tesla sollte sich mal aktuell, die Geschäftszahlen von Mercedes und BMW genau anschauen. Je teurer die Autos, desto mehr bleibt hängen. Mit Gurken wie einem Model 3 für schlappe 40.000 Euro? Das ist bei manchen Autos nicht mal die Sonderausstattung.

    • Steelpanther

      Also hattest du gern noch mehr unbezahlte Autos ? Wo ist denn das Model 3 eine Gurke? Tesla verdienst an jedem Auto bis vielleicht Porsche am meisten an einem Fahrzeug. Außerdem ist Tesla Keinpremium-Hersteller sondern das Ziel war von Anfang an bezahlbare Eautos zu hauen. Wie die deutschen Hersteller für Extras viel Geld zu nehme. Ist eher beschiss am Kunden. Das ist wie bei Apple. Wer mehr Speicher haben will zahlt 100 Eur Aufpreis obwohl er in der Herstellung nicht viel teuerer ist.

    • Eride

      Sorry, aber das genaue Gegenteil ist der Fall. Die Gross Margin ist bei Tesla(~30%) um einiges höher als bei den deutschen Premium OEMs.

      • Sebastian

        Mercedes hat im letzten Jahr 12 Mrd. Gewinn gemacht, nicht übel bei den aktuellen Umständen. Sogar die von vielen totgebetete BMW haben ein Rekordjahr hingelegt.

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