E-Lkw-Hersteller Tevva fusioniert mit ElectraMeccanica

Bild: Tevva

Der britische E-Lkw-Hersteller Tevva und der kanadische E-Pkw-Bauer ElectraMeccanica haben den Zusammenschluss ihrer Unternehmen angekündigt, um sich gemeinsam auf den Markt für elektrische Nutzfahrzeuge zu fokussieren – zunächst in Großbritannien und dann in Kontinentaleuropa sowie den USA.

Das fusionierte Unternehmen, das unter dem Namen Tevva, Inc. firmieren und seinen Sitz voraussichtlich im US-Bundesstaat Delaware haben wird, soll zu 76,5 Prozent von Tevva und zu 23,5 Prozent von ElectraMeccanica gehalten werden und die Börsennotierung von ElectraMeccanica an der US-Börse Nasdaq übernehmen. Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2023 erwartet.

Das fusionierte Unternehmen wird die Produktionsstätten von Tevva im englischen Tilbury und von ElectraMeccanica in Mesa im US-Bundesstaat Arizona nutzen, um elektrische Nutzfahrzeuge für die genannten Märkte zu fertigen. Der Fokus soll dabei auf „der schnell wachsenden Branche der mittelschweren und schweren elektrischen Nutzfahrzeuge“ liegen. Tevva hat bekanntlich einen elektrischen 7,5-Tonner am Markt und 2022 einen 19-Tonner vorgestellt. Marcel de Rycker, Tevvas Vertriebschef für Europa, hatte jedoch schon seinerzeit vor unserer Kamera geäußert, dass sich sein Unternehmen mit seinem dualen Energiesystem aus Batterie und Brennstoffzelle künftig auch an die ganz großen Tonnagen herantasten wolle.

ElectraMeccanica hatte seinerseits bereits im März 2023 angekündigt, die Produktion seines bislang einzigen Modells, des dreirädrigen Stromers Solo, einzustellen und sich stattdessen auf vierrädrige E-Autos zu konzentrieren. Durch die Fusion mit Tevva steigt das kanadische Unternehmen komplett aus der Produktion von Elektro-Pkw aus, wie ElectraMeccanica-CEO Susan Docherty erklärt: „Wir glauben, dass dies der richtige Zeitpunkt und Tevva der richtige Partner ist, um von Privatfahrzeugen auf Nutzfahrzeuge umzusteigen.“

Der Verwaltungsräte beider Unternehmen haben der geplanten Transaktion zugestimmt. Beide Seiten versprechen sich von dem Schritt, die wachsenden Möglichkeiten im Bereich der elektrischen Nutzfahrzeuge  nutzen zu können. Die Tevva-Anlage im britischen Tilbury, wo aktuell der 7,5-Tonner vom Band läuft, ist gut 10.000 Quadratmeter groß. Die ElectraMeccanica-Anlage in Mesa im US-Bundesstaat Arizona gut doppelt so groß. Wie viel Aufwand es ist, letztere Anlage auf die Produktion von E-Lkw umzustellen, erwähnt das Duo nicht. Auch eine zuvor von Tevva geplante neue Fabrik auf dem europäischen Festland findet keine neuerliche Erwähnung.

Klar ist hingegen, dass David Roberts, derzeitiger Direktor von Tevva neuer Executive Chairman und ElectraMeccanica-CEO Susan E. Docherty voraussichtlich CEO des künftigen Unternehmens wird. Als Umsatz peilen die Partner für 2028 rund 1,3 bis 1,5 Milliarden Dollar und EBITDA-Margen im mittleren Zehnerbereich an.

Tevva wird mit seiner Elektro-Lkw-Erfahrung das Know-how in das neue Unternehmen einbringen. Seinen 7,5-Tonner mit BZ-Range-Extender hatten die Briten im September 2021 erstmals vorgestellt. Ein Jahr später startete die Produktion in Tilbury. Allerdings kam es offenbar erst kürzlich zu den ersten Auslieferungen. Das geht aus der jetzigen Mitteilung zur Unternehmensfusion hervor. Außerdem heißt es darin, dass die aktuellen Fahrzeuge noch ohne Range-Extender übergeben werden. Sprich: Sie fahren mit rein Batterie-elektrischem Antrieb.

Und: Die Fusion mit ElectraMeccanica ist für die Briten vor allem mit Blick auf den US-Markt interessant: „Der geplante Zusammenschluss soll das Wachstum von Tevva in Großbritannien und Europa forcieren und den Eintritt in den hochattraktiven US-Markt durch die Nutzung von ElectraMeccanicas US-Know-how, modernster US-Produktionsanlagen und Kapital beschleunigen.“
businesswire.com

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