Samsung erhält Milliardenauftrag von Tesla für die Lieferung von KI-Chips

Nach ersten Medienberichten hat Tesla-CEO Elon Musk nun offiziell bestätigt, dass Tesla von Samsung Chips für Anwendungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) im Wert von 16,5 Milliarden US-Dollar beziehen wird. Der Deal läuft bis 2033.

Bild: Tesla

Nach der Bestätigung des Vertrags stieg der Aktienkurs von Samsung um 3,5 %. Das Unternehmen hat sich zwar noch nicht zu dem Vertrag geäußert, doch dürfte dies ein wichtiger Schritt in Richtung der Kommerzialisierung von Logikchips für das Unternehmen sein. Sein Hauptkonkurrent TSMC hingegen kann kaum mit den Bestellungen Schritt halten und hält derzeit 67,6 % des globalen Chipmarktes, sodass dies eine willkommene Ergänzung für den Markt sein wird. Samsung ist derzeit der weltweit führende Hersteller von Speicherchips, liegt jedoch bei Logikchips hinter der Konkurrenz zurück.

Tesla arbeitet ebenfalls intensiv daran, sich im Bereich des autonomen Fahrens besser zu etablieren, wo es noch weit hinter Unternehmen wie Google-Schwester Waymo zurückliegt, das bereits eine vierstellige Anzahl von Robotaxis auf den Straßen hat und weitaus mehr Kilometer mit seinen autonomen Fahrzeugen zurückgelegt hat als Tesla. Uber und Baidu haben ihren autonomen Fahrdienst ebenfalls auf den Nahen Osten und Asien ausgeweitet.

„Samsung hat zugestimmt, Tesla bei der Maximierung der Produktionseffizienz zu unterstützen. Dies ist ein entscheidender Punkt, da ich mich persönlich dafür einsetzen werde, das Tempo der Fortschritte zu beschleunigen. Und die Fabrik liegt günstig, nicht weit von meinem Haus entfernt”, schrieb Musk auf seiner Social-Media-Plattform. In einem weiteren Beitrag fügte er hinzu: „Die Zahl von 16,5 Milliarden Dollar ist nur das absolute Minimum. Die tatsächliche Produktion dürfte um ein Vielfaches höher ausfallen.”

Samsung produziert bereits KI-Chips für Tesla, die derzeit in der vierten Generation sind. Der taiwanesische Konkurrent TSMC wird KI-Chips der fünften Generation für das US-Unternehmen produzieren. Laut Musk werden diese zunächst in Taiwan und dann in Arizona hergestellt. Tesla nutzt die KI-Chips, um seine Software für autonomes Fahren zu betreiben.

Erst im Oktober letzten Jahres hatte Samsung berichtet, dass es die Installation von Chipfertigungsanlagen in seinem Werk in Texas aufgrund fehlender Großkunden verzögern und den Betriebsstart auf 2026 verschieben werde. Damit dürfte sichergestellt sein, dass der neue Starttermin eingehalten wird.

Der Deal kommt kurz vor Bekanntgabe der nächstes Quartalszahlen von Samsung, bei der der Hersteller wahrscheinlich unter Druck stehen wird, die Lücke bei Logikchips zu seinen Konkurrenten zu schließen. Laut Reuters „prognostizierte Samsung Anfang dieses Monats einen Rückgang des Betriebsgewinns im zweiten Quartal um 56 %, was teilweise auf die steigenden Verluste seines Foundry-Geschäfts zurückzuführen ist“.

Ob der Deal von den anhaltenden Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und dem Rest der Welt beeinflusst wird, bleibt unklar. Die Europäische Union hat gerade eine Einigung über einen Basis-Zollsatz von 15 % mit den USA erzielt; allerdings könnte auch das Fehlen von Subventionen in den USA Einfluss darauf haben, wie und wo die Produktion stattfinden wird.

reuters.com, bloomberg.com

7 Kommentare

zu „Samsung erhält Milliardenauftrag von Tesla für die Lieferung von KI-Chips“
Aztasu
28.07.2025 um 22:09
Weil Tesla es nicht alleine hinbekommt, trotz hype und angeblicher überlegener Technologie - Was für ein Witz
Fabian
29.07.2025 um 09:42
Das zeigt eher, dass du nicht verstehst, wie die Chip-Industrie funktioniert. Tesla lässt seine KI-Chips – wie übrigens auch Apple, NVIDIA, AMD und viele andere – bei sogenannten Foundries wie Samsung oder TSMC fertigen. Das ist völlig normal und hat nichts mit ‘nicht hinbekommen’ zu tun.Apple z. B. entwickelt seit Jahren seine eigenen Hochleistungs-Chips (z. B. M1, M2, A17 Pro), lässt sie aber bei TSMC fertigen – und niemand würde auf die Idee kommen zu sagen, Apple bekommt es ‘nicht alleine hin’. Genauso entwirft NVIDIA seine GPUs selbst, produziert werden sie aber extern.ASML ist ein Beispiel dafür, wie spezialisiert die Halbleiter-Industrie ist: Sie bauen die modernsten Lithografiemaschinen der Welt – keine Firma (nicht mal Samsung oder Intel) baut die komplett selbst nach.Tesla entwickelt mit Dojo und seinen FSD-Chips eine eigene vertikale Lösung – was sogar ein ziemlich seltener und ambitionierter Ansatz ist. Statt also über ‘nicht hinbekommen’ zu spotten, sollte man vielleicht mal überlegen, was es bedeutet, eigene KI-Chips zu entwickeln, statt wie viele andere einfach nur Standardchips einzukaufen.
Bernd
30.07.2025 um 13:57
Du hast es leider nicht verstanden, es gibt da durchaus Abstufungen der Eigenfertigung. Tesla kann nichts . Aber hier reden viele ohne Ahnung zu haben.
Teamracer
29.07.2025 um 08:14
Von unsupervised FSD ist Tesla noch weit entfernt. Allerdings funktionieren die Assistenzsystem sehr gut im Verglech mit vielen deutschen und chinesischen Herstellern wie der grösste Test bisher (laut meinem Kenntnisstand) gezeigt hat. Dies kann man nachlesen im betreffenden Beitrag von Electrek. Die Schreiber auf Electrek sind nicht gerade bekannt als Tesla und Musk-fanboys Der Beitrag ist schnell zu finden auf deren Seite. (Ich bin nicht sicher op Links hier erlaubt sind)
erFahrer
29.07.2025 um 09:52
Ja, da werden die Zukunftsforscher staunen. Kein Wort von OPTIMUS 3 + X und anderer Humanoiden die je schon sehr bald alles "übernehmen" und in gigantischen Stückzahlen skalieren. Bleibt also doch noch eine zeitlang dabei, dass sie nur Pommes frites an wenigen ausgewählten Show-Standorten servieren.
F.
29.07.2025 um 10:17
Tesla entwickelt seine Inferenz-Chips schon sehr lange selbst. Ich kenne keinen anderen Automobilhersteller, der das tut. Viele würden noch nicht einmal darüber nachdenken, weil sie eh alles nur von Zulieferern einkaufen. Natürlich fertigt Tesla sie nicht selbst. Das ist so, als würdest Du Deinem Tankwart vorwerfen, er würde das verkaufte Benzin nicht selbst raffinieren. Es gibt nunmal Prozessschritte, die aufwändig sind und sich für einen einzelnen Abnehmer nicht lohnen.Im Artikel steht derzeit (Di, 10 Uhr) der Satz "Samsung hat zugestimmt, Tesla bei der Maximierung der Produktionseffizienz zu unterstützen." Tatsächlich ist es umgekehrt, jedenfalls wird es so kommuniziert: Samsung räumt Tesla Handlungsspielraum ein und lässt zu, dass Tesla Samsung bei der Produktionseffizienz unterstützt.Die Zahlenvergleiche im Artikel sind auch irreführend. Zwar betreibt Tesla bisher nur sehr wenige Robotaxis. Die dafür nötige Hardware steckt aber bereits in Millionen von Fahrzeugen und wird fortlaufend in jedes neue Tesla-Modell eingebaut.
Bernd
30.07.2025 um 13:57
Dann bitte noch mal nachlesen. So ziemlich alle machen das

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