Hyundai forciert bidirektionales Laden – in Korea, Europa und den USA

Der Hyundai-Konzern beschleunigt in Südkorea, Teilen Europas und den USA die Einführung von Vehicle-to-Everything (V2X)-Diensten, die es E-Autos ermöglichen, Energie mit Stromnetzen und Haushalten zu teilen. Dabei legt die Gruppe regional verschiedene Schwerpunkte. In Europa wird Hyundai zuerst in den Niederlanden aktiv.

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Bild: Kia

Hyundai will auf den Bidi-Zug aufspringen, also vermehrt in Technologien und Dienste für das bidirektionale Laden investieren. Dabei nimmt der Hersteller nun Südkorea und Europa mit V2G- sowie die USA mit V2H-Diensten in den Blick. In ersterem Fall geht es um die Rückspeisung von Strom aus den Autobatterien in die Netze, in letzterem Fall um die Rückspeisung ins eigene Smart-Home-Ökosystem.

Noch nennt Hyundai keine ausführlichen Details. Klar ist aber, dass der Konzern in Südkorea bereits zum Jahresende auf der Insel Jeju den landesweit ersten V2G-Pilotdienst starten will – unter Rückgriff auf die für diesen Zweck ausgestatteten Modelle Kia EV9 und Hyundai Ioniq 9. Die Hyundai Motor Group übernehme die technische Validierung, während die Sonderverwaltungszone Jeju, Partner Kepco und Hyundai Engineering ihre Expertise in den Bereichen Regulierung, Netzmanagement und Betrieb einbringen, schildern die Verantwortlichen. Nach Abschluss des Pilotprojekts solle eine flächendeckende Einführung in ganz Korea folgen.

In Europa strebt Hyundai ebenfalls zeitnah die Einführung eines kommerzialisierten V2G-Diensts in den Niederlanden an. Hier ist im Gegensatz zu Korea nicht von einem „Piloten“ die Rede. Der Betrieb soll also augenscheinlich regulär anlaufen. Dazu startet Hyundai nach eigenen Angaben zum Ende 2025 die Kundenakquise. Und auch hier sollen der Kia EV9 und Hyundai Ioniq 9 zum Einsatz kommen, wobei „eine Ausweitung auf andere Elektromodelle geplant ist“, wie der Hersteller mitteilt. Außerdem werde parallel die Einführung des V2G-Diensts in andere europäische Länder vorbereitet. Ob auch Deutschland zu den Zielmärkten zählt, präzisiert die Gruppe nicht.

In den USA wird der Hyundai-Konzern derweil in Kürze seinen V2H-Dienst ausweiten, mit denen E-Autos „bei Naturkatastrophen, Stromausfällen oder zu Spitzenlastzeiten als Energielösung dienen können“. Kia bietet diese Funktion in den USA bereits seit Februar unter Rückgriff auf sein Modell EV9 ein. Nun sollen auch Halter des Hyundai Ioniq 9 und des Kia EV6 Zugang zu dem bidirektionalen Angebot erhalten.

„V2G-Dienste werden Elektrofahrzeugkunden ein neues Mobilitätserlebnis im Hinblick auf ihren Energieverbrauch bieten […] und gleichzeitig eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des Marktes für umweltfreundliche Mobilität und des zukünftigen Energiemarktes spielen“, betont Hokeun Chung, Executive Vice President der Future Strategy Division.

hyundai.news

8 Kommentare

zu „Hyundai forciert bidirektionales Laden – in Korea, Europa und den USA“
David W
28.11.2025 um 14:07
Cool, wieso hat sich da Deutschland nicht als angeblich so fortschrittliches Autoland irgendwie hervor getan? Wir können ja technologieoffen mit Diesel2Ölheizung gegenhalten.
Max
01.12.2025 um 09:39
Weil in Deutschland Kleinstaaterei bei den über 800 Netzbetreibern herrscht. Die Karte der Netzbetreiber ähnelt jenen Karten der deutschen Staaten vor den Napoleonischen Kriegen. Der notwendige Koordinationsaufwand mit den Netzbetreibern verübelt jedem Autohersteller die Freude an diesem Geschäft.
Alfons
28.11.2025 um 15:47
Weil mit der Einführung von V2G und V2H bei jeglichen Energiekonzernen Disruptionen entstehen. Alte Geschäftsmodelle sind bedroht. (zu Recht)
E. Wolf
01.12.2025 um 08:00
Für DC-BiDi reicht die Freigabe der CCS/DC-Schnittstelle, somit ein "Bit" !Für V2H gibt es in DE keine regulatorischen Hürden, vgl. Drucksache 20/14985 vom 14.2.2025, 3. Seite - Mitte.Auch der Kia PV5 könnte es von Hause aus, wenn es seitens des Herstellers gewünscht wäre.
Karlo
01.12.2025 um 10:38
Wenn ich mein E-Auto in der Firma mit günstiger Energie lade und dann zu Hause einspeise, habe ich dann einen Geldwerten Vorteil? Und da ich das nicht mit dem Finanzamt abrechnen kann, Steuerhinterziehung? Könnte das der Grund sein, warum das in Deutschland nicht zum Einsatz kommt?
E. Wolf
02.12.2025 um 21:26
Zitat: "Wenn ich mein E-Auto in der Firma mit günstiger Energie lade und dann zu Hause einspeise, habe ich dann einen Geldwerten Vorteil? " Nein ! Das Laden beim AG ist kein Geldwerter Vorteil, bis Ende 2030 - und damit kein Thema für das FinAmt. Es ist aber ggfs. ein Thema für den AG, den der Strom dürfte für die Heimfahrt und das morgentliche Kommen zum Arbeitsplatz gedacht sein. Von daher eine möglicherweise mißbräuchliche Verwendung und Verstoß gegen Treu und Glauben, mit der Folge einer Einladung in die PA zum Personalgespräch.
erFahrer
01.12.2025 um 16:37
BDL - plötzlich konkurrieren abertausende von Privatfahrzeugen, mit den von den Energiekonzernen kontrollierten Speichern (im Ausland) die seit Jahrzehnten hochrentabel sind. Und die Argumente können gar nicht trivial genug sein, um solche Entwicklungen über die Politik zu bremsen. Mal sind es die Anzahl der Netzbetreiber mal ein Laden beim Arbeitgeber und Entladen zu Hause. Mal sind es die Ladezyklen, mal ein Risiko fürs beste Netz der Welt. Und dann gibts wieder nicht genug iMSys. — Diese Wand die gegen den Wind der Zeit gebaut wird schützt nicht. Andere werden Segel setzen.
erFahrer
01.12.2025 um 16:47
Ps. Mit den Modellen Kona, Inster, IONIQ 5+ 6 sowie KIA geht es über einen kleinen Umweg schon heute. (Steckbarer AC-Heimspeicher am BEV mit 3,6 kW aufladen und danach wieder am Haus anstecken = V2H). Die Königsdisziplin ist jedoch V2G und da wird es spannend ob E.ON nicht nur mit dem BMW iX3 Neue Serie sondern auch mit Hyundai/Kia zusammenarbeitet (bevor es Octopus & Co. tun) .

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