Dataforce: Wer in Deutschlands Rekordjahr 2025 zum Elektroauto griff
2025 ist der Elektroauto-Markt in Deutschland um starke 43,2 Prozent gewachsen – laut der jüngst veröffentlichten Jahresstatistik des Kraftfahrt-Bundesamts auf exakt 545.142 Neuzulassungen. Es kamen also so viele Stromer wie nie zuvor auf deutsche Straßen. Sie erreichten damit einen Marktanteil von 19,1 Prozent. Zum Vergleich: 2024 lag der BEV-Anteil noch bei 13,5 Prozent, im Jahr 2023 allerdings schon einmal bei 18,4 Prozent. Wichtig dabei: Der Pkw-Gesamtmarkt in Deutschland hat sich 2025 kaum bewegt (2,9 Millionen Neuwagen, +1,4 % YoY).
Dataforce hat den deutschen Neuwagenmarkt nun näher analysiert und kommt zu dem Schluss, dass der Relevante Flottenmarkt mit 207.000 BEVs (+38% YoY) der größte Elektroauto-Nachfrager bleibt: „Der Absatz erreichte im abgelaufenen Jahr ein neues Allzeithoch“. Im November waren E-Autos bei Flottenkunden sogar erstmals die beliebteste Antriebsart. Über das ganze Jahre gesehen blieb das Wachstum von E-Autos in Flotten allerdings etwas unterhalb der erwähnten E-Auto-Gesamtmarkt-Dynamik von 43,2 Prozent.
Der Privatmarkt holte dagegen bei der BEV-Nachfrage wieder deutlich auf und kam im Gesamtjahr auf 195.000 Elektroauto-Zulassungen. Ein Plus von 43 Prozent gegenüber 2024 – und damit genau auf Linie mit dem Gesamtwachstum. Allerdings ist hier noch Luft nach oben: „2022 kauften Privatpersonen mit der Kaufprämie noch 237.000 BEV“, so Dataforce. Mit Blick auf die genannten beiden Kanäle spricht das Marktforschungsinstitut übrigens von „echter Nachfrage“, in Abgrenzung zu den oft taktischen Neuzulassungen von Herstellern, Autovermieter und Händlern.
Hersteller mit hohen Eigenzulassungen
Zu solchen taktischen Neuzulassungen kam es 2025 jedoch auch vermehrt – vor allem bei den Herstellern. Sie ließen 2025 rund 64.000 E-Autos selbst zu (+68% YoY) – ebenso wie bei den Autovermietern (rund 20.000 E-Autos, +63% YoY) ein überproportionaler Wert, der den deutschen E-Automarkt das ein oder andere Extra-Prozent geliefert hat. Weniger übrigens der Fahrzeughandel mit 59.500 E-Auto-Zulassungen in 2025, was „nur“ einem Plus von 36 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Insgesamt kamen die taktischen Zulasser im Jahr 2025 zusammen auf knapp 144.000 BEV-Zulassungen, wobei sich „der Schwerpunkt vom Handel auf die Hersteller verlagert“, wie die Marktforscher betonen.
Dass vor allem der Fahrzeugbau vorrangig E-Autos zulässt, folgt dabei aus Herstellersicht einer klaren Logik. Denn speziell in den ersten Quartalen des vergangenen Jahres wurden diese noch nicht so umfänglich im Markt angenommen wie sie vom Band liefen. Die BEVs wurden von den Herstellern aber für ihre CO2-Ziele gebraucht. Während die Hersteller-Eigenzulassungen bei BEVs um besagte 68 Prozent stiegen, kletterten sie über alle Antriebe hinweg um 23 Prozent – auch schon ein im Gegensatz zu den anderen Kanälen sehr großer Zuwachs.

Schauen wir auch, wie sich die anderen Antriebsarten entwickelt haben: Die größte Dynamik zeigten noch vor den BEVs (+43% YoY) die Plug-in-Hybride mit einem Jahreswachstum von 62 Prozent. Hybride legten noch um 8 Prozent zu, während Diesel und Benziner 16 bzw. 10 Prozent einbüßten. Das machte 2025 nur noch zwei Millionen Verbrenner. „Das sind eine halbe Million weniger als 2020 und 1,5 Millionen weniger als 2019“, vergegenwärtigen die Dataforce-Analysten.
E-Transporter legen um 62 Prozent zu
Was den Transporter-Markt angeht, kamen 2025 in Deutschland 499.035 Einheiten hinzu – was ziemlich genau auf dem Vorjahresniveau liegt. Doch innerhalb des Markts kletterte die Nachfrage nach Elektrotransportern um 62 Prozent von 27.041 in 2024 auf nun 43.472 BEVs. „Das Neuzulassungsvolumen von E-Transportern ist nahezu Monat für Monat gestiegen. Im Dezember lag ihr Anteil bei 12 Prozent, über das Gesamtjahr waren neun Prozent der Transporter vollelektrisch“, teilt Dataforce mit Etwa zwei Drittel der Elektro-Lieferwagen wurden dabei im Flottenmarkt zugelassen.

Das Resümee der Marktforscher lautet wie folgt: „Nach einem schwachen Jahresauftakt haben sich Pkw- und Transportermarkt in Deutschland zur Jahresmitte stabilisiert und konnten ihre jeweiligen Vorjahresergebnisse halten oder sogar leicht übertreffen.“ Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Stagnation und der vielfältigen Herausforderungen sei dies ein gutes Ergebnis, so Dataforce. Und: „Parallel dazu geht die Antriebswende weiter. Dass allein in Deutschland innerhalb von sechs Jahren 1,5 Millionen weniger Verbrenner verkauft wurden und das Volumen immer weiter sinkt, führt zu einem tiefgreifenden Strukturwandel, der die Branche weiterhin beschäftigen wird.“
Schaut man aufs vergangene Jahr teilt sich der Pkw-Kuchen inzwischen wie folgt auf: Hybride kommen auf 28,6 Prozent Marktanteil, reine Benziner auf 27,2 Prozent, gefolgt von Elektroautos (19,1%), Dieseln (18,3%) und Plug-in-Hybriden (10,9%). Gas- und Brennstoffzellen-Autos fallen kaum ins Gewicht. Dass 2025 wieder fast jedes fünfte neue Auto einen reinen Elektroantrieb hatte, ist nicht selbstverständlich – sondern spricht für die Technologie.
Erst Förderstopp, dann Stabilisierung
Wir erinnern uns: Nach dem plötzlichen Förderstopp im Dezember 2023 brachen die Elektroauto-Neuzulassungen 2024 zunächst spürbar ein – unter anderem durch vorgezogene Käufe der vorangegangenen Jahresend-Rallye (siehe beispielsweise 54.654 BEV im Dezember 2023 gegenüber 22.464 im Januar 2024) und die Verunsicherung, die die ad-hoc gekappte Förderung Ende 2023 auslöste. In der zweiten Jahreshälfte pendelte sich die Nachfrage dann bei grob 35.000 BEV-Einheiten pro Monat ein.
Auch 2025 war das erste Quartal im Vergleich zum weiteren Jahresverlauf noch deutlich schwächer. Erst ab März ging es nach oben, ehe der Ferienmonat August für einen erwarteten Einbruch sorgte. Im September legten die Elektroauto-Neuzulassungen dann wieder spürbar zu. Im Oktober wies das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erstmals wieder mehr neue Elektro-Pkw innerhalb eines Monats seit dem Umweltbonus-Aus im Jahr 2023 aus. Im November legten die Zahlen erneut zu. Auch der Dezember fiel mit 54.774 BEV-Neuzulassungen nochmals stark aus, blieb aber leicht hinter dem November zurück. Das könnte u.a. daran gelegen haben, dass der Dezember aufgrund der Feiertage deutlich weniger Werktage hatte. Einen Teil dazu beigetragen haben dürfte aber auch die angekündigte Kaufprämie, die mögliche E-Auto-Kunden in eine Warteposition versetzt hat.
Plug-in-Hybride sind unterdessen auch wieder sehr gefragt, nachdem ihr Markt 2023 um die Hälfte eingebrochen war. Denn seinerzeit lief die Förderung für Plug-in-Hybride früher aus als die für BEVs. 2024 stabilisierte sich ihr Absatz nach und nach wieder. Und 2025 stieg die Nachfrage dann nochmals sprunghaft an.





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