SK On entlässt über 950 Mitarbeiter in US-Batteriewerk

Der südkoreanische Batteriehersteller SK On entlässt 958 Mitarbeiter seiner Zellfertigung in Commerce im US-Bundesstaat Georgia. Betroffen sind 37 Prozent der 2.566 Personen starken Belegschaft. Der Grund dafür sind die schwachen Marktbedingungen für Elektroautos in den USA.

Sk battery america zellfabrik in commerce georgia
Bild: SK Battery America

Das Werk in Commerce hat bislang u.a. Batteriezellen für den mittlerweile eingestellten Pickup-Truck Ford F-150 Lightning geliefert, außerdem für die US-Version des ID.4 von Volkswagen sowie für Modelle der Schwestermarken Hyundai und Kia. Außerdem werden in der Fabrik auch Batteriezellen für stationäre Batteriespeicher (BESS) hergestellt.

„Um unsere Geschäftstätigkeit an die Marktbedingungen anzupassen, hat SK Battery America die schwierige Entscheidung getroffen, unsere Belegschaft zu reduzieren“, teilte das Unternehmen am Freitag in einer E-Mail-Erklärung mit. Es bekenne sich aber weiterhin zu Georgia und zum Aufbau einer starken US-Lieferkette für die Herstellung fortschrittlicher Batterien, so SK Battery America weiter.

SK Battery America leidet unter dem negativen Einfluss der Trump-Regierung auf den Hochlauf von Elektroautos. Diese hatte die Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar für den Kauf von E-Autos zum 30. September 2025 auslaufen lassen sowie die Abgasregeln für Verbrenner gelockert.

„Um es klar zu sagen: Das waren Arbeitsplätze in der Batterieproduktion, und jetzt sind sie weg“, erklärte der demokratische US-Senator Jon Ossoff aus Georgia. „Wie vorhergesagt, schadet Trumps Kampf gegen Elektrofahrzeuge der Wirtschaft Georgias. Wir erlebten einen Boom und bauten neue Werke. Jetzt verlieren die Menschen in Georgia ihre Jobs.“ 

Der südkoreanische Konzern SK Innovation hatte den Bau der Zellfabrik in Commerce bereits 2019 begonnen. Noch während der Bauphase wurde eine zweite Fabrik angekündigt und die Gesamtinvestition stieg auf 2,6 Milliarden US-Dollar, was eine Produktionskapazität von 22 GWh für die Batterien von 300.000 E-Autos pro Jahr ermöglicht. Im Januar 2022 begann dann die Massenproduktion von Batteriezellen im ersten Werk mit Fokus auf den ID.4 von Volkswagen. Anfang 2023 erfolgte dann auch der Start der Massenproduktion in Werk 2 mit Zellen für den Ford F-150 Lightning. Mittlerweile ist die Einheit SK Battery America eine Tochter von SK On, denn SK Innovation hat sein Batteriegeschäft ab 2021 in dieser Sparte gebündelt.

apnews.com, bloomberg.com

4 Kommentare

zu „SK On entlässt über 950 Mitarbeiter in US-Batteriewerk“
banquo
09.03.2026 um 09:42
Wie konnten die Mehrzahl der US-Amerikaner nur wiederholt auf die Wahlkampangne von Trump reinfallen? Diese Zölle, diese Kriege diese Ignoranz gegenüber der Klimakatastrophe und die durch Trump zerstörte Transformation der US-Wirtschaft. Leider neben Russland nur ein weiteres Land das den absoluten Niedergang sucht.
Dixi
10.03.2026 um 05:58
Kurz gesagt: Viele Amerikaner hatten einfach genug von der Biden-Ära – hohe Preise, offene Grenze, das Gefühl, dass die Regierung ihre Probleme nicht ernst nimmt. Trump verkaufte sich als der Kandidat, der genau das ändern würde. Die Demokraten haben das unterschätzt und eine Kandidatin aufgestellt, die als Verlängerung des Status quo wahrgenommen wurde. Das erklärt den klaren Wechsel.Wirtschaft und Inflation: Die massive Ausgabenpolitik (Inflation Reduction Act etc.) wurde für die höchsten Preise seit Jahrzehnten verantwortlich gemacht. Biden ignorierte frühe Warnungen von Ökonomen. Viele Wähler fühlten sich ärmer als unter Trump vor der Pandemie.ed1d78 Grenze und Immigration: Rekordhohe illegale Einreisen – Harris wurde sogar als „Border Czar“ kritisiert. Das Thema dominierte die Kampagne. Wirtschaft und Inflation waren für die meisten Wähler entscheidend. Zwei Drittel der Befragten bewerteten die Wirtschaft als „schlecht“, und wer sich finanziell schlechter stellte als vor vier Jahren, wählte zu 80 % Trump. Viele spürten die hohen Preise für Lebensmittel, Benzin und Miete – trotz offiziell guter Job-Zahlen. Trump wurde klar als der Kandidat gesehen, der die Wirtschaft besser in den Griff bekommt.602091 Immigration war das zweitwichtigste Thema. Viele Wähler kritisierten die hohe Zahl illegaler Einreisen unter Biden/Harris. Trump versprach eine harte Grenzpolitik und punktete damit massiv – besonders bei Männern und bei Hispanics
René
10.03.2026 um 07:57
Trump hat in Bezug auf die Mobilität alles richtig gemacht. Nur in einer freien Marktwirtschaft wird sich das Bessere durchsetzen und das ist die E-Mobilität bis jetzt noch nicht für die breite Anwendung. Das was jetzt passiert ist eine Bereinigung des Marktes. Die Arbeitsplätze, die jetzt wegfallen hätte es nie geben dürfen, sie waren viel zu teuer erkauft.
Bob
10.03.2026 um 08:51
Klar, Öl ist total billig und alleine durch den freien Markt bezahlt. So Militäreinsätze in Venezuela und Iran sind auch alleine durch die Marktwirtschaft bezahlt. Halt eine Marktwirtschaft in der ein Präsident sich und seine Günstlinge möglichst stark bereichert und den Markt für seine Vorstellungen optimiert.

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