Hermes liefert in 80 Innenstädten elektrisch aus

Der Paketdienst Hermes hat sein Ziel, in 80 deutschen Innenstädten ohne lokalen Ausstoß von CO2-Emissionen zuzustellen, nun erreicht. Ein weiterer Erfolg: In München und Hannover werden die Pakete neuerdings sogar im gesamten Stadtgebiet ausschließlich elektrisch zugestellt – das war bislang schon in Hamburg so.

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Maxus eDeliver 9 von Hermes in München
Foto: Hermes Germany / Willing-Holtz

Damit hat Hermes wichtige Etappenziele auf seiner Mission erreicht, bis spätestens zum Ende des Geschäftsjahres 2031 rund 85 Prozent der gesamten Zustellflotte auf elektrisch betriebene Fahrzeuge umzustellen. Konkret sind heute bundesweit insgesamt schon rund 1.960 elektrisch betriebene Fahrzeuge für Hermes im Einsatz, darunter rund 170 E-Lastenräder.

„Mit der Vollendung unseres ‚80-Innenstädte-Projekts‘ haben wir einen Meilenstein überschritten, der zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir werden diesen konsequent weitergehen“, sagt  Marco Schlüter, Chief Operations Officer von Hermes Germany, anlässlich der Zielerreichung. Die Elektrifizierung der Zustellflotte sei eine echte Teamleistung, bei der auch viele Servicepartner auf der Letzten Meile eingebunden seien, so Schlüter weiter.

Interaktive Karte mit allen Städten

In einer interaktiven Karte zeigt Hermes sämtliche 80 Innenstädte mit lokal emissionsfreier Zustellung, darunter auch alle 16 Landeshauptstädte. Für jede Stadt lässt sich dabei nachschauen, wie groß das Liefergebiet mit lokal emissionsfreier Zustellung ist und wieviele Haushalte darin leben. Eher klein ist z.B. das Liefergebiet in Braunschweig mit 8.470 Haushalten auf 2,1 Quadratkilometern. Besonders groß ist das Areal hingegen in Berlin, wo die Fläche innerhalb des inneren S-Bahn-Rings abgedeckt ist und 678.126 Haushalte auf 106,2 Quadratkilometern erreicht werden. Dabei spielen in der Bundeshauptstadt die E-Lastenräder eine besonders große Rolle, von denen 50 Stück im Einsatz sind.

Hermes lastenrad berlin
Zustellung per Lastenrad in Berlin
Foto: Hermes Germany / Willing-Holtz

Eine weitere Besonderheit: In München und Hannover deckt Hermes mit der emissionsfreien Lieferung nicht nur die Innenstädte ab, sondern neuerdings auch jeweils das komplette Stadtgebiet. Das gab es so bislang nur in Hamburg. Allein in München sind nun 170 E-Transporter – darunter der Maxus eDeliver 9 und der Renault Master E-Tech – im Einsatz. Diese Fahrzeuge versorgen von insgesamt fünf Zustellbasen sowie vom lokalen Hermes Germany Depot in Garching aus sämtliche Postleitzahlengebiete der Stadt mit Päckchen und Paketen. In Hannover wiederum sind 46 E-Transporter im Einsatz, die von Langenhagen und Lehrte aus starten.

Der Aufbau der Ladeinfrastruktur im Depot Langenhagen mit 20 Ladepunkten, über die wir bereits berichtet haben, war ein zentraler Schritt auf dem Weg zur Komplettumstellung auf Elektromobilität in Hannover. „Mit der Entscheidung, in Langenhagen gezielt in Ladeinfrastruktur zu investieren, haben wir die Grundlage für die Umstellung auf elektrische Zustellung in ganz Hannover geschaffen“, sagt Sven Michel, Teamleiter Last Mile bei Hermes Germany im Cluster Hannover. „Dass wir in der Stadt nun ohne lokale CO2-Emissionen unterwegs sind, verdanken wir auch der großen Bereitschaft unserer Servicepartner. Das ist ein starkes Signal für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Logistik in der Region.“

In München realisierte Hermes die flächendeckende elektrische Zustellung maßgeblich auf Basis öffentlicher Ladeinfrastruktur. Zusätzlich wurden am Depot Garching zehn eigene Ladepunkte installiert. „Für einen engagierten Hochlauf der E-Mobilität bleibt der weitere Ausbau eines flächendeckenden, leistungsfähigen und transparenten öffentlichen Ladenetzes zentral. Wir sind deshalb immer offen für einen Dialog zwischen Kommunen und Unternehmen“, sagt Markus Hobein, Director Cluster München bei Hermes Germany.

Hermes will zugleich nicht nur in Deutschlands Städten auf Elektromobilität setzen, sondern auch im ländlichen Raum. „E-Mobilität wird immer alltagstauglicher – und das nicht nur in urbanen, sondern auch in ländlichen Gebieten. Dazu tragen zum einen die technischen Fortschritte bei, z. B. was die Reichweiten der Fahrzeuge oder die Schnelllademöglichkeiten angeht. Zum anderen machen zunehmend auch ökonomische Vorteile die Umstellung von Zustellflotten attraktiver”, so Felix Spethmann, Projektleiter für Sustainability Implementation bei Hermes.

Emissionsfreie Zustellung auch bei DHL und Amazon

Hermes, das zur Otto Group gehört, ist in seinen Bemühungen um eine emissionsfreie Zustellung längst nicht allein in der Branche, vielmehr kommunizieren auch Wettbewerber immer wieder entsprechende Meilensteine. So war bei DHL bereits vor einem Jahr jeder zweite Transporter elektrisch, heute sollen es bereits deutlich mehr sein. Bei Amazon Logistics sind bereits über 1.500 elektrische Lieferwagen in Deutschland im Einsatz, darunter mehr als 600 E-Vans von Rivian (wovon Amazon weltweit schon 30.000 Einheiten im Einsatz hat). Allein in Berlin stellt Amazon Logistics zudem jährlich 1,5 Millionen Pakete per E-Lastenrad zu. Und der Logistiker Dachser hat inzwischen in 25 europäischen Großstädten bzw. Metropolregionen in zehn Ländern definierte Innenstadtbereiche eingerichtet, in denen ungekühlte Stückgutsendungen lokal emissionsfrei zugestellt werden.

hermesworld.com

6 Kommentare

zu „Hermes liefert in 80 Innenstädten elektrisch aus“
Kumpelanton
12.03.2026 um 08:22
Hier auf dem Land fahren die mir Mietwagen oder ausgemusterten Firmenwagen herum. Da wird das wohl nichts mit E-Transportern.
Volker Jaschke
12.03.2026 um 11:13
Abwarten. Logischerweise fängt man auf den urbanen Strecken an. In Österreich liefert die Post schon weitgehend elektrisch aus. Das Geländeprofil ist ideal dafür.
Herbert Wertig
12.03.2026 um 10:01
In München kann von einer flächendeckenden E-Zustellung nicht die Rede sein. Bei uns kommen die Hermes-Kuriere mit gammeligen (Subunternehmer?) Blechzombies.
Florian Treiß
12.03.2026 um 20:49
Einen ähnlichen Eindruck habe ich mitunter auch noch in der Innenstadt von Leipzig. Hier gibt es zwar durchaus die schicken Cargobikes mit Hermes-Logo, aber eben auch noch uralte Diesel-Ivecos von Subunternehmern. Die werden von Hermes als "Servicepartner" bezeichnet und sollen eigentlich auch Teil der Initiative sein. Im Kleingedruckten steht aber, dass in Ausnahmefällen noch mit Verbrennern ausgeliefert werden kann in diesen Bereichen, falls mal ein E-Fahrzeug kurzfristig nicht verfügbar ist.
Siggi
12.03.2026 um 12:33
Braunschweig hat 250.000 Einwohner, da können die oben angegebenen Daten, eigentlich nicht passen.
Florian Treiß
12.03.2026 um 20:46
Hermes betont ja, dass es um 80 Innenstädte geht, darunter eben dieser kleine Teil von Braunschweig. Es werden aber halt nur drei Städte komplett elektrisch abgedeckt: Hamburg, Hannover und München.

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