Mangrove Lithium eröffnet Lithiumraffinerie in Kanada

Das kanadische Startup Mangrove Lithium hat in Delta in der Provinz British Columbia seine erste kommerzielle Lithiumraffinerie eröffnet. Das von BMW unterstützte Jungunternehmen kann dort Spodumen-Konzentrat in hochreines, batterietaugliches Lithiumhydroxid umwandeln.

Einweihung lithiumraffinerie mangrove lithium
Bild: Mangrove Lithium

Mangrove Lithium entstand als Spin-off der University of British Columbia. In der deutschen Autobranche ist das 2017 gegründete Jungunternehmen spätestens ein Begriff, seit BMW i Ventures vor vier Jahren eine Finanzierungsrunde für Mangrove anführte.

Besonders interessant ist das selbst entwickelte elektrochemische Produktionsverfahren von Mangrove: Herkömmliche Raffinerien nutzen meist chemische Prozesse mit hohem Einsatz von Reagenzien und Säuren. Mangrove nutzt hingegen eine proprietäre Elektrodialyse-Technologie, um Lithium-Rohstoffe direkt in batterietaugliches Lithiumhydroxid umzuwandeln.

Seine Pressemitteilung zur Eröffnung der Anlage hat das Startup clever mit „Nordamerikas erste kommerzielle elektrochemische Lithiumraffinerie“ überschrieben. Dabei liegt die Betonung aber tatsächlich auf „elektrochemisch“ und nicht auf „erste kommerzielle Lithiumraffinerie“ in Nordamerika, denn letztere hat Tesla bereits im Januar in Texas eröffnet. Dort kommt aber kein elektrochemisches Verfahren zum Einsatz, sondern ein säurefreies alkalisches Verfahren mit Soda. In der Fabrik will Tesla perspektivisch Lithium für die Batterien von rund einer Million E-Autos pro Jahr raffinieren.

Demgegenüber ist die Anlage von Mangrove in Kanada deutlich kleiner dimensioniert: In dem Werk sollen zunächst 1.000 Tonnen batterietaugliches Lithiumhydroxid pro Jahr hergestellt werden, was genug für 25.000 Elektrofahrzeuge sein soll. Zugleich plant Mangrove aber auch schon eine zweite Anlage mit einer 20 Mal so hohen Kapazität, nämlich pro Jahr 20.000 Tonnen Lithiumhydroxid für die Akkus von 500.000 E-Autos. Sprich: Die nun eröffnete erste Anlage ist noch recht klein und vermutlich doch eher eine größere Pilotanlage denn eine Anlage, mit der sich viel Geld verdienen lässt. Gleichwohl ist das Werk in Delta aber ein wichtiger Schritt, zeigt es doch, dass das selbst entwickelte Verfahren von Mangrove funktioniert und die nordamerikanische Lieferkette dadurch unabhängiger werden kann.

„Dies ist ein Meilenstein, nicht nur für Mangrove, sondern für ganz Kanada“, sagte Dr. Saad Dara, CEO und Gründer von Mangrove Lithium. „Mit der Inbetriebnahme der ersten kommerziellen elektrochemischen Lithiumraffinerie in Nordamerika beweisen wir, dass Lithium nachhaltig und wettbewerbsfähig im Inland raffiniert werden kann. Diese Anlage ist ein wichtiger Schritt hin zu einer vollständig kanadischen Lithium-Lieferkette, die unsere Energiesicherheit stärkt, den Übergang zu Elektrofahrzeugen beschleunigt und Kanada als globalen Marktführer in der Verarbeitung kritischer Mineralien positioniert.“

„Kanada nutzt seine kritischen Mineralressourcen – darunter Lithium –, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, Arbeitsplätze zu schaffen und Innovationen im Bereich sauberer Energie voranzutreiben“, sagte der kanadische Minister für Energie und natürliche Ressourcen, Tim Hodgson. „Indem unsere neue Regierung Projekte wie diese unterstützt, fördert sie Kanadas Potenzial für eine kohlenstoffarme Zukunft, schafft neue Arbeitsplätze, stärkt unsere Sicherheit und sichert in diesen unsicheren Zeiten verlässliche Arbeitsplätze in Kanada.“ 

mangrovelithium.com

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