Cottbusser ÖPNV-Betreiber flottet erste H2-Busse ein

Cottbusverkehr, der in Cottbus aktive ÖPNV-Betreiber, hat vor zwei Jahren 46 Brennstoffzellen-Busse bei Wrightbus bestellt. Ab dieser Woche werden nun erstmals vier der neuen Busse im Linienverkehr erprobt. Voraussetzung dafür war die Inbetriebnahme einer mobilen H2-Tankstelle Anfang des Monats.

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Bild: Cottbusverkehr

Cottbusverkehr verantwortet den ÖPNV in der gleichnamigen Stadt und dem Landkreis Spree-Neiße. In einer neuen Mitteilung macht das Unternehmen nun publik, die Brennstoffzellen-Technologie ab dieser Woche erstmals unter realen Einsatzbedingungen im täglichen Fahrgastbetrieb zu erproben. „Ziel des Testbetriebs ist es, wertvolle Erkenntnisse über das Verhalten der Fahrzeuge im Linienalltag sowie über betriebliche Abläufe zu gewinnen“, schreibt der Betreiber. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Reichweite, Betankungsprozesse, die Einsatzplanung sowie das Zusammenspiel von Fahrzeug, Infrastruktur und Fahrpersonal.

Grundvoraussetzung für den jetzt eingeläuteten Testbetrieb war dabei eine mobile Wasserstofftankstelle, die Anfang April auf dem Betriebsgelände von Cottbusverkehr ans Netz gegangen ist. Sie gilt als Übergangslösung und soll als solche die Versorgung der Fahrzeuge sicherstellen, „bis die derzeit im Bau befindliche stationäre Wasserstofftankstelle gegen Ende des laufenden Jahres in Betrieb genommen werden kann“, so die Verantwortlichen.

Den nun beginnende Einsatz der Wasserstoffbusse wollen Cottbusverkehr und Spree-Neiße-Cottbusverkehr als klares Zeichen gewertet sehen, dass sich die klimafreundlichen Antriebstechnologien im ÖPNV der Region weiterentwickeln. Der nun beginnende Testbetrieb solle dabei das Fundament für den zukünftigen Regelbetrieb und die weitere Integration emissionsfreier Antriebssysteme in die Fahrzeugflotte bilden, heißt es.

Bei den H2-Bussen handelt es sich konkret um Modelle des Typs Kite Hydroliner des nordirischen Herstellers Wrightbus. Elf der 46 bestellten Einheiten sollen direkt in Cottbus zum Einsatz kommen, die restlichen 35 Fahrzeuge werden im Geschäftsgebiet von Tochtergesellschaft Spree-Neiße-Cottbusverkehr pendeln. Wir erinnern uns: Die Cottbusser hatten sich 2024 nach einem Test auf dem eigenen Betriebshof und im Stadtverkehr für das Fabrikat aus Nordirland entschieden – da der Bus „selbst bei tiefsten Temperaturen hervorragend performt“ habe, wie die Verantwortlichen seinerzeit hervorhoben.

Die Förderbescheide für die Wasserstoff-Busse hat Cottbusverkehr bereits 2022 erhalten – sie tragen rund 3,1 Millionen Euro zur Finanzierung bei. Zusätzlich konnte sich der ÖPNV-Betreiber gemeinsam mit dem Projektpartner LEAG weitere Fördermittel aus dem Strukturstärkungsgesetz für die Tankinfrastruktur in Höhe von rund 7,5 Millionen Euro sichern.

cottbusverkehr.de

13 Kommentare

zu „Cottbusser ÖPNV-Betreiber flottet erste H2-Busse ein“
Lukas P
21.04.2026 um 15:42
Ach herrje. Möchte denn wirklich jeder Betreiber staatlich gefördert herausfinden, dass H2-Busse den BEV-Bussen unterlegen sind? Sind die nächsten Meldungen dann, dass die Busse aufgrund unvorhergesehener technischer Probleme zu unzuverlässig sind? Kein Wasserstoff verfügbar? Selbst wenn das alles nicht eintritt, sind die Treibstoffkosten am Ende immer noch zu hoch und das bei den stets klammen Kassen.
Steve K.
21.04.2026 um 16:18
Hier in Cottbus funktioniert das mit H2 Busse, die Stadt ist so reicht, die zahlt dann die Kosten, wenn der Betrieb es nicht mehr kann. (es ging auch nicht mit E Bussen, wegen der Reichweite, bei kleinen Städten geht das aber nicht in Cottbus)
Herbert Wertig
21.04.2026 um 16:49
Wusste gar nicht, dass Cottbus größer als München oder Hamburg ist.https://www.electrive.net/2026/04/16/schon-500-von-1-200-stadtbussen-sind-elektrifiziert-hendryk-muenster-von-der-hamburger-hochbahn/https://www.electrive.net/2026/03/26/fuer-den-busverkehr-ein-paradigmenwechsel-ingo-wortmann-mvg-vdv/
Heinz S,
21.04.2026 um 17:00
Die Wasserstofftanks müssen alle 6 Monate geprüft werden. So ein 700 bar Tank zu prüfen oder zu ersetzen ist sehr teuer. Fast alle Hersteller von Lkw und Bussen sagen das es sich nicht rechnet.
Mark Müller
22.04.2026 um 11:21
Du bist falsch informiert. Fast alle Hersteller von LKW und Bussen haben Programme zur Produktion von FCEV. Viele schon Pilot-Produktionen (z.B. die grössten, Mercedes und Volvo) und einige auch schon Serienproduktion (Hyundai und mehrere Bus-Produzenten). Es dauert halt einfach ein paar Jahre, ein Oekosystem aufzubauen, bei dem Produktion (von grünem H2), Distribution und Verbraucher neu sind.
WH
24.04.2026 um 10:27
In China fahren hundertausende E-Busse herum und jedes Jahr werden es mehr. Grüner Wasserstoff ist abartig teuer, es sei denn man hat Strom im absoluten Überfluss. Dazu müsste man aber 5x soviele Windräder / Solaranlagen bauen wie für die Batterieelektromobilität... Grüner Wasserstoff solllte ausschließlich für den Bedarf der Chemischen Industrie genutzt werden, und nicht sinnlos verfahren.
Marco.Z
21.04.2026 um 20:48
Unglaublich, in ein paar Jahren landen die Dinger alle auf der Müllhalde. Entweder ist das pures Unvermögen oder da ist Schmiergeld im Spiel.
Mark Müller
22.04.2026 um 11:24
Klar, wer zu anderen Schlüssen kommt als die BEV-Freaks ist dumm oder korrupt. Auch wenn das bei den Herstellern Firmen wie Toyota, Mercedes, BMW, Volvo Trucks, Hyundai, Honda, Bosch, etc. sind; alles Looser.
Marco.Z
22.04.2026 um 21:43
Das sagt die Physik und die ist überall auf der Welt gleich
Skeptiker
22.04.2026 um 10:11
Es ist Unvermögen (vor vielen Jahren wurden E-Busse getestet, die entsprachen damals noch nicht ganz den Anforderungen, technischer Fortschritt wurde nicht vorweg genommen), verbunden mit der früheren starken Förderung/propagieren von Wasserstoff durch die now GmbH, Fördermittelverteilungsorganisation des Verkehrsministeriums, und der wohl höheren Anrechnung von Wasserstoff auf die Klimaquote beim Treibstoff in Vergleich zu Strom.
Peter Kass
22.04.2026 um 11:51
Schon wieder Steuer-Millionen verbrannt ... :-(
Jörg
24.04.2026 um 09:54
Ich bedauere den Betreiber dafür, sich für die falsche Antriebstechnologie entschieden zu haben. Vielleicht hätte man sich nicht von fer LEAG einlullen und von der H2 Versorgung abhängig machen lassen sollen. Cottbusverkehr ist nicht gerade als finanzstarker Verkehrsbetrieb bekannt, die hohen laufenden Kosten sowie den weiteten Umstieg auf Elektro in ein paar Jahren wird sich die Situation noch verschärfen - passend zur Gesamtentwicklung von Cottbus....
Energisch Joe
26.04.2026 um 12:57
Guten Tag!Endspurt beim Rennen Batterie gegen Wasserstoff in der Mobilität:In den letzten Jahren hat die Akkutechnik einen unglaublichen Fortschritt erfahren, sogar für PKW ist schon MEGA-Watt-Charging in Erprobung (wer suchet der findet im Portal "Electrive.net" passende Mitteilungen). Also zusätzlich zum MCS bei eLKW und eBus! Auch große deutsche Hersteller liefern schon eLKW und eBusse mit Praxisreichweiten über 500 km.Bei der Wasserstofftechnik kann ich mich an ähnliche große Fortschritte in den letzten Jahren NICHT erinnern, auch wenn sich gewisse Poitiker und ihre Lobbyisten vom schwarz/pechschwarz/blau/bräunlichem Spektrum eisern an dieser Krückenbrücke zur Verlängerung des Fossileinsatzes und der damit gekoppelten Spendengelder festkrallen.Sehr wohl erinnere ich mich an die verzweifelten Meldungen der Industrievertreter (deren Betriebe von Kohle, Öl und Gas auf emissionsarm und damit Strom und Wasserstoff etc. umstellen wollen). Die sehen offenen Auges daß mit unfassbaren Mengen subventioniertem Wasserstoff statt Strom zu betreibender Verkehr ihre Betriebe ins Ausland verjagen wird. Sie haben halt nicht so viel Schmiermittel übrig als die fossile Industrie die global pro Tag drei Milliarden Reingewinn (ja, REINGEWINN, vor dem Iran-Überfall gerechnet) hat, von dem Brösel an gewisse Leute, Parteien und NGOs abfallen.Schenkt den Cottbusser Betrieben wer den Wasserstoff oder wie gedenken diese mit Steuergeld sparsam umzugehen? Der Wasserstoff wird nämlich fortlaufend "kalt verbrannt" im Brennstoffzellenfahrzeug, weg ist weg! Und muss, so lange die H2Busse fahren ständig , zuverlässig, nachgeliefert werden, für immer subventioniert.Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die ersten Jahresabrechnungen, da wird wohl Transparenz herrschen und diese öffentlich einsehbar sein übers Netz. Schließlich ist das Steuergeld und die Cottbusser werden stolz die sparsame und erfolgreiche Verwendung der Mittel präsentieren! Das Electrive-Portal bitte ich am Ball zu bleiben und uns am Laufenden zu halten!mit freundlichen Grüßen

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