Uber integriert H2-Taxis von HysetCo in seine Pariser Flotte
Neben diesem kurzfristigen Ziel für das laufende Jahr haben HysetCo und Uber vereinbart, dass in den nächsten fünf Jahren fast 2.000 Wasserstofftaxis aus der HysetCo-Flotte bei Uber integriert werden sollen. Der Deal zwischen beiden Seiten stellt eine Öffnung des Joint Ventures gegenüber dem Markt der Fahrdienstvermittler dar. Hinter dem Gemeinschaftsunternehmen stehen der Fonds Hy24 als Mehrheitsaktionär sowie Air Liquide, TotalEnergies und Toyota.
Wie HysetCo schreibt, investiert Uber erstmals in ein französisches Unternehmen und rücke damit noch näher an den Taxisektor. „Das finanzielle Engagement von Uber erfolgt in Form eines Wandeldarlehens, das das
Wachstum von HysetCo unterstützen und das Taxi-Angebot von Uber stärken soll“, schreibt das Joint Venture, ohne weitere finanzielle Einzelheiten zu nennen.
Hintergrund ist, dass via Uber-App zunehmend auch reguläre Taxis geordert werden können. Mit Blick auf die Metropolregion Paris heißt es in der HysetCo-Mitteilung dazu: „Nach der Einführung von Taxifahrten zum Festpreis im Jahr 2025 bietet Uber nun eine Reihe von Business-Taxis an, die ausschließlich
für die Geschäftskunden von Uber for Business bestimmt sind.“ Bereits Ende des Jahres sollen die Wasserstofffahrzeuge von HysetCo jedes fünfte Fahrzeug dieser Business-Taxi-Flotte stellen. Wie viele Fahrzeuge das sind, bleibt offen. Die Partner äußern lediglich, dass die H2-Flotte in fünf Jahren auf 2.000 Einheiten anwachsen soll.
HysetCo soll in die Zusammenarbeit sein bereits aufgebautes Ökosystem und sein Praxiswissen einbringen. Das Joint Venture ist einer der ganz wenigen Akteure, die ein integriertes Ökosystem für die Pkw-Wasserstoffmobilität aufgebaut haben. Die Verantwortlichen geben an, seit fünf Jahren in der Metropolregion Île-de-France tätig zu sein und einen Komplettservice für die Vermietung und Verwaltung von Wasserstofffahrzeugen anzubieten, einschließlich der Bereitstellung der Pkw, Wartung, Reparaturen, Versicherung sowie den Zugang zu seinem Tankstellennetz. Zurzeit betreue man mehr als 800 Fahrzeuge, so HysetCo, allerdings nicht nur im Taxi-Segment, sondern auch in Firmenflotten.
„Diese Partnerschaft mit Uber setzt ein starkes Zeichen: Die Wasserstoffmobilität ist bereit für den großflächigen Einsatz, insbesondere im Bereich der intensiven Nutzung. Die Infrastruktur ist vorhanden, die Fahrzeuge stehen bereit und die Anwendungsmöglichkeiten sind gegeben. Das Engagement von Uber an unserer Seite ist ein entscheidender und sehr
positiver Schritt. Gemeinsam verfolgen wir mit Zuversicht und Entschlossenheit einen ebenso ehrgeizigen wie konkreten Kurs hin zu einer CO₂-freien Mobilität und einer Verbesserung der Luftqualität“, betont Loïc Voisin, Präsident von HysetCo.
„Durch die Investition in HysetCo […] verankern wir uns noch fester in der Taxibranche. Mit dieser Partnerschaft wird unser Angebot […] im B2B-Bereich gestärkt. Darüber hinaus ergänzen wir mit den Wasserstofffahrzeugen unseren Fuhrpark für emissionsfreie Fahrten im Mietwagenbereich und machen einen weiteren Schritt auf unserem Weg zur sauberen Mobilität“, erklärt Laureline Serieys, General Manager von Uber in Frankreich.
Dass H2-Taxis in und um Paris eine Zukunft haben, ist nicht selbstverständlich: Denn Mitte 2025 kam es zum Zoff zwischen HysetCo und dessen eng verpartnerten Wasserstofftaxi-Betreiber Hype. Letzterer kündigte in diesem Zuge einen radikalen Strategieschwenk hin zu Batterie-elektrischen Taxis an und begründete dies mit frustrierenden Erfahrungen bei der Energieversorgung und stark steigenden Kosten. Das Fass zum Überlaufen brachte seinerzeit die Insolvenz des Elektrolyseur-Herstellers McPhy.
Hype wagte sich schon mit H2-Taxis in Paris vor, als es das Joint Venture HysetCo noch gar nicht gab: Die Hype-Flotte ist seit 2015 in der französischen Hauptstadt unterwegs. Damals war das Ziel, diese bis 2020 auf 600 Wasserstoff-Taxis auszubauen. Hierfür hoben dann im Februar 2019 die damaligen Gründungsmitglieder Air Liquide, Idex, Société du Taxi Électrique Parisien (STEP) und Toyota das Joint Venture HysetCo aus der Taufe. 2021 stieg TotalEnergies mit ein. Richtig Fahrt nahm die Hype-Flottenvergrößerung aber nicht auf.
HysetCo löste sich über die Jahre ein Stück weit von Hype und spezialisierte sich zunehmen auf Mobility-as-a-Service (MaaS)-Angebote im Wasserstoffbereich in und um Paris. 2024 gab das Joint Venture an, jeden Monat fast 30 Tonnen H2 an seine Kunden auszuliefern und eine Flotte von über 500 HS-Fahrzeugen zu betreuen (darunter auch, aber eben nicht nur die H2-Taxis von Hype). Ebenfalls 2024 sammelte HysetCo 200 Millionen Euro frisches Kapital ein und gewann den Wasserstoff-Fonds Hy24 als neuen, größten Anteilseigner.
Das operative Geschäft von Hype koordiniert derweil seit 2015 der gleichnamige Betreiber. Beide Seiten hatten sich offensichtlich über die Jahre stark auseinander entwickelt. Jedenfalls griff Hype im Zuge des öffentlich ausgetragenen Zoffs vergangenen Sommer zwei Mütter von HysetCo – TotalEnergie und Air Liquide – offen an. Während Hype nun auf BEV-Taxis setzt, kann HysetCo nun den Einstieg von Uber verbuchen.
hysetco.com (PDF, auf Französisch)





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