VW-Tochter Moia expandiert mit autonomen Shuttles nach Orlando

Die Mobilitätsmarke Moia aus dem Volkswagen-Konzern geht eine Partnerschaft mit Beep ein, einem Anbieter geteilter, autonomer Mobilitätsdienste aus Orlando in Florida. Ziel ist der Aufbau einer Flotte von 5.000 autonomen Fahrzeugen für den öffentlichen Personennahverkehr.

Moia beep vw id buzz ad
Bild: Moia

Gelingt beiden Partnern wirklich der Aufbau einer so großen Flotte, so würde sie wohl eine ähnlich große Dimension einnehmen wie die Zusammenarbeit von Moia mit Uber, wo es um den Aufbau eines Robotaxi-Services mit „Tausenden Fahrzeugen“ geht. Jedoch ist der Fokus der Partner im Falle von Beep und Moia ein anderer: Anders als bei Uber geht es bei Beep nicht um komplett individuell für eine Person bestellbare Robotaxis, sondern um autonom verkehrende Shuttles für mehrere Personen.

Beep positioniert sich nämlich als Anbieter von „Shared autonomous mobility Services“ und verfolgt einen partnerschaftlichen Ansatz mit Städten, Kommunen, Verkehrsbehörden, Wohnquartieren und großen Campusarealen. Die Idee ist im Grunde also, den ÖPNV mit kleinen, autonomen Shuttles zu verheirateten und so ein besseres Angebot zu schaffen als mit großen, von Menschen gelenkten Linienbussen oder -bahnen.

Ziel beider Partner ist es, in den kommenden zehn Jahren autonome Mobilitätslösungen für Betreiber des öffentlichen Personenverkehrs in mehreren US-Märkten einzuführen, beginnend in der Region Orlando. Am Ende soll eine Flotte von 5.000 autonomen Fahrzeugen stehen.

„Die Expansion von Moia America in die Region Orlando unterstreicht die zunehmende Dynamik der Strategie für autonome Mobilität in den USA“, sagt Moia-Chef Sascha Meyer. „Mit der Marke Moia ermöglichen wir weltweit immer mehr Partnern den Zugang zu autonomer Mobilität – durch eine schlüsselfertige Lösung, die Fahrzeug, MaaS-Technologie und operative Expertise vereint. Die strategische Partnerschaft mit Beep ist ein wichtiger Schritt, um Anbieter von Mikrotransit-Lösungen zu unterstützen und fahrerlose Mobilität im öffentlichen Verkehr voranzubringen.“

Zum Einsatz kommen soll dabei der autonome ID. Buzz AD, dessen Vorserienproduktion vor kurzem in Hannover begonnen hat. Dieser ist mit Kameras, Radar- und Lidareinheiten, einem Hochleistungsrechner sowie mit autonomer Fahrtechnologie von Mobileye ausgestattet. Er kommt auch in besagter Kooperation mit Uber in Los Angeles, dem ALIKE-Projekt in Hamburg sowie einem Testlauf der BVG in Berlin zum Einsatz.

Validierungstests einer Flotte des ID. Buzz AD haben bereits in Lake Nona im Großraum Orlando begonnen. Dort betreibt Beep bereits ein Netzwerk autonomer Fahrzeuge mit fünf Routen und acht Shuttlebussen, die fast zehn wichtige Ziele innerhalb der Gemeinde miteinander verbinden. Insgesamt ist Beep bereits an sieben Standorten in Florida und Kalifornien mit autonomen Shuttles aktiv und hat angekündigt, perspektivisch auch das vom Zulieferer Benteler entwickelte Holon-Shuttle einsetzen zu wollen.

„Die strategische Partnerschaft mit Moia America vereint zentrale Kompetenzen für die Skalierung autonomer Mobilität – speziell entwickelte Serienfahrzeuge, bewährte Software und zuverlässige Betriebsprozesse“, sagt Kevin Reid, CEO und Chairman von Beep. „Diese Zusammenarbeit wird den Mikrotransit neu definieren – eines der am schnellsten wachsenden Segmente im Verkehrsbereich. Durch kosteneffiziente, KI-gestützte und autonome Lösungen schaffen wir neue Zugänge und Chancen für ganze Gemeinschaften. Effizienter Mikrotransit wird so zur Grundlage für eine neue Ära des autonomen, geteilten Verkehrs.“ 

moia.io

3 Kommentare

zu „VW-Tochter Moia expandiert mit autonomen Shuttles nach Orlando“
Hermann Haase
29.04.2026 um 12:39
Soweit mir bekannt verfügt Moia bisher nicht über zugelassene vollautomatisierte Level 4 bzw. autonome Level 5 Fahrzeuge. Wie soll dann ein autonomer Shuttle aussehen oder bleibt es beim Sicherheitsfahrer? Danke und freundliche Grüße H. Haase
F.
29.04.2026 um 16:14
Genau! VW/MOIA/Mobileye machen seit Jahren keine Fortschritte beim Autonomen Fahren. Jedenfalls keine öffentlich Erkennbaren – und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie echte Fortschritte verheimlichen würden, so wie wir die vorauseilende VW-Pressementalität ansonsten kennen.Dabei werden die "letzten" Schritte immer schwieriger und schwieriger, weil die zu trainierenden Sondersituationen immer seltener und obskurer werden und man sie zuvor einfach noch nie gesehen hat. 99% Verlässlichkeit (kein Abbruch und kein Eingreifen erforderlich auf 9.900 km bei einer Gesamtfahrleistung von 10.000 km) zu erreicht ist relativ einfach. 99,999% schon viel schwieriger. Was man wir Autonomie braucht, könnte man aber als 99,999999% bezeichnen. Bitte nicht auf die Zahlen festnageln, aber sinngemäß ist es so, dass MOIA vielleicht bei 99,99% steht.Man schaue sich Tesla an: Sie waren schon vor Jahren an dem Punkt, "im Prinzip" vollautonom durch komplexe urbane Räume zu fahren (und das gelang auch schon vor Jahren viel besser als man heute bei MOIA in TV-Beiträgen sehen kann [0]), aber erst jetzt sind sie auf der Zielgeraden, einen wirklichen Robotaxi-Betrieb in manchen US-Staaten zu starten. Dabei hat Tesla durch die Millionen Autos in Kundenhänden unvergleichbar mehr Trainingsdaten (derzeit knapp 10 Mrd.(!) Meilen) und KI-Power im Vergleich zu der sehr kleinen MOIA-Trainingsflotte, die für vergleichbare Trainingserfolge noch viele Jahre brauchen dürfte.Ich werde das Gefühl nicht los, dass MOIA hier einfach nur in einer "Nach-dem-Quartal-die-Sintflut"-Mentalität Verträge und damit kurzfristiges Geld an Land ziehen will. Es wäre höchst interessant, ob in den Verträgen verbindliche WIRKLICHE Autonomieziele mit Zieldatum und Vertragsstrafen stehen. Ich kann's mir nicht vorstellen. Und in all den kommenden Jahren dieser Partnerschaften wird es für alle Beteiligten (VW/MOIA, Flottenbetreiber, Fahrgäste) nur teuerer, da eben KEIN Personal eingespart wird, sondern vielmehr etliche zusätzliche Kosten entstehen, die womöglich irgendwann abgeschrieben werden müssen. Auch die typische Manager-Mentalität im Konzern macht das leider sehr wahrscheinlich. Da ist einfach keiner, der wirklich für Misserfolge bluten müsste. Da wird man halt gefeuert und erhält noch eine Abfindung. Noch vor vier Jahren sollte die Lösung zu diesem Thema ArgoAI heißen? 2,6 Mrd $ hat dabei allein VW in den Wind gesetzt. Kennt heute schon kaum noch jemand. Die Verantwortlichen sind vermutlich weich gefallen. So, what?![0] https://youtu.be/KX9Y4stS76s?si=yfavJWkdp4ICP_0o&t=105
Klaus Scherer
30.04.2026 um 10:45
Interessant wäre ob sich eine Private Gruppe so ein autonomes Auto gemeinsam kaufen könnte und selbst in der Gruppe nutzen könnte. Wäre für mich der Grund kein eigenes Auto mehr zu kaufen oder leasen.

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