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Bilder: Flughafen München, Milence / Montage: electrive
HintergrundNutzfahrzeug

Q1: ACEA zählt 40% mehr E-Lkw in der EU / Robuster E-Busmarkt

Die europäischen Nutzfahrzeugmärkte ziehen wieder an – und strombetriebene Trucks und Busse wachsen weiter überproportional: Bei E-Trucks ging es im ersten Quartal um 40% aufwärts, bei den E-Bussen um 36%. Allerdings sind die Stückzahlen bei den Strom-Lkw noch immer überschaubar, während E-Busse sich ihren festen Platz auf den Bestelllisten der Betreiber erobert haben.

Die europäischen Kunden kaufen wieder mehr Busse und Lkw. Das geht aus den neuesten Nutzfahrzeug-Zahlen zum ersten Quartal 2026 des Europäischen Autoherstellerverbands ACEA hervor. Die Gesamtmärkte legten über alle Antriebsarten hinweg in der EU um 10,7 Prozent auf 81.766 Lkw (ab 3,5 Tonnen) und um 24,5 Prozent auf 10.964 Busse zu. Dies spiegelt laut ACEA bei den Lkw „eine Erholung von einem niedrigen Niveau“ und bei den Bussen eine „robuste Dynamik“ wider. Dabei steigt der Anteil elektrisch aufladbarer Fahrzeuge am Antriebsmix weiter, „doch der Fortschritt verläuft nach wie vor zu langsam. Die Marktakzeptanz wird weiterhin durch unzureichende Rahmenbedingungen gebremst“, konstatieren die ACEA-Experten.

Doch der Reihe nach: Quartal für Quartal bildet der ACEA die Entwicklung der Nutzfahrzeugmärkte in der EU und ganz Europa ab. Zwar weist der Verband auch die Zahlen für Transporter aus, diese klammern wir in diesem Bericht aber aus und fokussieren uns nur auf die Lkw ab 3,5 Tonnen und die Busse. Im Auftaktviertel 2026 vereinten Diesel bei den Lkw einen dominanten Anteil von 92,4 Prozent an den EU-Neuzulassungen auf sich (+11% YoY). Der Anteil der elektrisch aufladbaren Lkw stieg um 40,1 Prozent, was zu einer Durchdringung von 4,4 Prozent des Marktes (gegenüber 3,5 % im Vorjahr) reichte. Frankreich (+66,3 % YoY) und Deutschland (+58,9 % YoY) führten diese Expansion an, während die Niederlande (-1,3 %) einen Rückgang verzeichnete. Zusammen machten diese drei Märkte 71 Prozent der Gesamtzulassungen in diesem Segment aus.

Italien treibt das Wachstum bei E-Bussen an

Bei den Bussen wuchsen die E-Bus-Neuzulassungen im ersten Quartal um 36 Prozent, sodass ihr Marktanteil von 20 auf nun 21,8 Prozent stieg. Italien, der zweitgrößte Markt gemessen an den Gesamtzulassungen, verzeichnete ein besonders starkes Wachstum (+161,2 % YoY). Deutschland schwächelte dagegen. Gleich mehr dazu. Die Zulassungen von Dieselbussen stiegen laut ACEA ebenfalls (+24,8 % YoY) und kamen zwischen Januar und März auf einen Marktanteil von 65,7 Prozent. Im Gegensatz dazu verzeichneten die Zulassungen von Hybridbussen einen weiteren Rückgang (-10,6%). Sie machten nur noch jede 20. Neuzulassung (5,1% Marktanteil) aus.

Bevor wir uns die Länder-Rankings genauer anschauen, kurz zur Begriffsklärung vorab: Im Lkw-Bereich unterteilt der ACEA seine Statistik in unterschiedliche Gewichtsspannen. Als mittelschwere Lkw führt der Verband alle Trucks mit 3,5 bis 16 Tonnen auf, als schwere Lkw alle Fahrzeuge ab 16 Tonnen – alles unter 3,5 Tonnen fällt in die Rubrik der Transporter, um die es hier nicht geht. Bei den Bussen unterscheidet der ACEA nicht nach Gewichtsklassen: Hier werden schlichtweg alle  für den Personentransport bestimmten Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen erfasst. Und: Der Verband unterscheidet nicht zwischen rein Batterie-elektrischen Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden, sondern fasst diese nur als „Elektrisch ladbar“ zusammen.

Acea grafik nutzfahrzeuge q1
Grafik: ACEA

Zoomt man auf mittelschwere Lkw zwischen 3,5 und 16 Tonnen wird klar, dass in diesem Segment die Nachfrage EU-weit im ersten Quartal bei gut 12.000 Einheiten (+0,7% YoY) stagnierte. Aufwärts ging es innerhalb dieser Klasse aber für die Stecker-Fahrzeuge (1.975 Einheiten, +18,3% YoY). Damit kommen extern ladbare Lkw in dieser Gewichtsklasse nun auf 16,2 Prozent Zulassungsanteil. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2025 waren es noch 14,8 Prozent Marktanteil. Damit zeigt sich: In erster Linie sind es die mittelschweren E-Lkw, die den europäischen Truck-Markt elektrischer machen.

Allein 890 mittelschwere E-Lkw kamen dabei in Deutschland auf die Straße, das sind 45 Prozent aller EU-weit neu registrierten E-Trucks. Ergo liegt die Dynamik in Deutschland mit 44,5 Prozent Wachstum deutlich über dem EU-Durchschnitt. Hohe Wachstumsraten bei relevanten Stückzahlen verzeichnen auch Frankreich (290 Stück, +179% YoY), Polen (42, +133% YoY), Schweden (133, +87% YoY) und Dänemark (107, +31% YoY). Dagegen gingen die Zahlen in den Niederlanden (296, -42% YoY) stark zurück. Weitet man den Blick auf ganz Europa ist Großbritannien der erste Verfolger Deutschlands – mit 727 E-Lkw bis 16 Tonnen (+10% YoY).

Fast jeder dritte schwere E-Lkw hierzulande registriert

Die schweren Trucks ab 16 Tonnen machen in der EU das weitaus größere Volumen aus. Unter 69.608 Gesamtzulassungen (+12,6% YoY) waren hier zwischen Januar und März 1.624 E-Lkw – macht einen E-Anteil von 2,3 Prozent. Auch hier sticht Deutschland heraus: mit 497 Einheiten (+93% YoY), was einer stark wachsenden Dynamik gegenüber dem Gesamtjahr 2025 (+38% zu 2024) entspricht. Heißt zudem: 31 Prozent aller schweren E-Lkw der EU wurde im ersten Quartal in der Bundesrepublik zugelassen. Oberhalb des Durchschnitts-Wachstums in diesem Segment in der Union (+80,6% YoY) lagen unter anderem Österreich (164 Einheiten, +228% YoY) und die Niederlande (328, +162% YoY). Frankreich kommt mit einem moderaten Zuwachs von 15 Prozent auf 262 Einheiten.

Hervorzuheben ist bei den E-Trucks weiterhin die Schweiz. Die kleine Alpennation verzeichnete im Auftaktquartal 218 E-Lkw ab 16 Tonnen (+137% YoY) und erreichte damit einen E-Anteil in dieser Gewichtsklasse von 25 Prozent (!). Das ist in Europa die Pole Position.

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Grafik: ACEA

Weiter geht es mit der ACEA-Statistik zum europäischen Busmarkt. Hier ist die Akzeptanz von E-Fahrzeugen schon längst gegeben. Von 10.964 neuen Bussen (+24,5% YoY) innerhalb der EU waren zwischen Januar und März 2.393 elektrisch ladbar – also 21,8 Prozent E-Anteil. Ein leicht rückläufiges Ergebnis. Denn dies liegt unter dem Schnitt des Gesamtjahrs 2025 mit 23,8 Prozent E-Bus-Marktanteil.

Deutschland schwächelt bei E-Bussen

Während der E-Bus-Markt in der Union im Schnitt um 36 Prozent wuchs, stach im ersten Quartal vor allem Italien (491 Einheiten, +161% YoY) heraus, flankiert von starken Wachstumsmärkten wie Portugal (253, +912% YoY) und Polen (186, +251% YoY) sowie verlässlichen Volumen-Ländern wie die Niederlande (188, +56%) und Frankreich (224, +53%) . Dagegen ging es in Deutschland ebenso wie in Schweden deutlich abwärts (-27% bzw. -17% YoY). In Deutschland schlugen in Q1 278 E-Busse zu Buche, ein Jahr zuvor waren es noch 383 Einheiten gewesen. Das gesamte Jahr 2025 fiel in der Bundesrepublik aber sehr stark aus, sodass das nun vom ACEA genannte Ergebnis einer Normalisierung der E-Bus-Zulassungen entsprechen dürfte.

Auffällig ist, dass sich bei E-Bussen über die EU hinweg ein wesentlich homogeneres Bild zeigt als bei den E-Lkw. 17 der 27 EU-Staaten konnten vergangenes Jahr E-Buszulassungen im zwei- oder dreistelligen Bereich vorweisen. Auf Gesamt-Europa gesehen, ist Großbritannien bei den E-Buszulassungen weiter unangefochtener Spitzenreiter. Im ersten Quartal verzeichnete das Land 603 neue Stecker-Busse, allerdings liegt diese Marke 28 Prozent unter dem Vorjahresergebnis, wobei der allgemeine Busmarkt in UK insgesamt noch stärker nachgab. Fazit: Auch die E-Bus-Nation Großbritannien muss mal Rückschritte verkraften.

acea.auto, acea.auto (PDF)

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