Humble Robotics plant autonomen Container-Lkw ohne Fahrerkabine
Damit ist der Humble Hauler im Grunde eine autonom fahrende Ladefläche, die vorne nur eine schmale Wand mit Kameras und Sensoren hat anstelle einer richtigen Fahrerkabine. Die braucht es aber auch nicht, denn der Humble Hauler soll komplett autonom verkehren, also ohne Fahrer. Anstatt also ein „Legacy-Fahrzeug“ mit traditioneller Fahrerkabine fürs autonome Fahren umzurüsten, setzt das Startup aus San Francisco auf den Ansatz „Rethinking Class 8 freight from the ground up“. Das bedeutet in etwa, den schweren Güterverkehr von Grund auf neu zu denken. Und Kern dessen ist ein komplett neu entwickeltes autonomes Vehikel, das ohne den Ballast einer Fahrerkabine auskommt – und dadurch zugleich auch noch die Nutzlast erhöht.
„Lkw waren nie für autonomes Fahren konzipiert“, sagt Eyal Cohen, CEO und Gründer von Humble, gegenüber Fortune „Der Wegfall des Fahrerhauses ermöglicht es uns, das gesamte Fahrzeug für eine autonome Zukunft neu zu denken.“ Eyal Cohen selbst bringt dafür einschlägige Erfahrungen von seinen Stationen bei Uber, Spark und Waabi mit. Zum Team zählen zudem ehemalige Mitarbeiter von Apple, Google, Rivian und Tesla. Das Startkapital liegt bei 24 Millionen US-Dollar.
Der Humbe Hauler bietet in seiner nun präsentierten Konfiguration ein Containerchassis. Dieses soll es in einer langen Version mit vier Achsen für 40- und 53-Fuß-Container sowie auch in einer kürzeren Version mit drei Achsen für 20-Fuß-Container geben. Gerade in Containerhafenterminals und Güterverkehrszentren läuft heute schon vieles automatisiert – da würden solche vollautonom an- und abfahrenden Lkw gut ins Bild passen. So sollen beispielsweise ab dem kommenden Jahr autonome Terminal-Trucks von Terberg im Rotterdamer Hafen verkehren.
Allerdings soll bei den Container-Lkw noch lange nicht Schluss sein: Humble Robotics spricht von einer „beweglichen, elektrischen Plattform, die sich sich für jeden Zweck nutzen lässt. Eine universelle ‚Lock & Twist‘-Schnittstelle ermöglicht Dutzende von Anwendungsfällen und Fahrzeugkonfigurationen.“ Auf der Website ist als Beispiel z.B. eine Skizze von einem Betonmischer-Lkw zu sehen.
Technisch setzt Humble Robotics im Grunde auf viele aus anderen Projekten bekannte Ansätze wie eine 360-Grad-Sensorabdeckung mittels Kameras, LiDAR und Radar. Die autonome Fahrarchitektur basiert laut Fortune-Bericht auf KI-Modellen, die Bildverarbeitung, Spracherkennung und Aktionen kombinieren – ein moderner Ansatz als regelbasierte Systeme.
In Europa verfolgt das schwedische Startup Einride schon länger den Ansatz, den Güterverkehr mit autonomen E-Lkw abzubilden. Dazu hat Einride bereits 2022 den selbst entwickelten Gen 2 Rigid Large vorgestellt, der mittlerweile in eBot umbenannt wurde. Das Fahrzeug hat wie der Humble Hauler keine Fahrerkabine und entsprechend auch kein Lenkrad, Gaspedal oder Bremse. Allerdings hat der aktuelle Prototyp einen Kofferaufbau und Containerchassis. Das ließe sich aber womöglich später ändern.





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