Allego stellt Betreiber-Backend auf Ampeco um

Der niederländische Ladeanbieter Allego wechselt auf der Betreiberseite seines Ladenetzes zu Ampeco: Die neue Ladepunktmanagement-Software soll mehr als 35.000 Ladepunkte in 16 europäischen Ländern verwalten. Die Migration soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen sein.

Allego ladestation charging station
Bild: Allego

Ampeco konnte in den vergangenen Jahren bereits mehrere größere Kunden und Partner im Ladeinfrastrukturgeschäft für sich gewinnen. Im September 2024 wählte E.ON Drive Infrastructure die Lademanagement-Plattform des bulgarischen Software-Anbieters als Backend-Lösung für sein europaweites CPO-Geschäft aus. Im Juli 2025 folgten Partnerschaften mit Latitude für dessen italienische E-Mobilitätsmarke Eleven sowie mit EVerged in Nordamerika.

Nun kommt mit Allego ein weiterer bekannter Ladeinfrastrukturbetreiber hinzu. Auch das niederländische Unternehmen setzt künftig für sein Charge Point Management System, kurz CPMS, auf Ampeco. Über die Plattform sollen mehr als 35.000 Ladepunkte in 16 europäischen Ländern verwaltet werden. Nach Angaben von Ampeco umfasst die Migration außerdem rund 1,3 Millionen Ladevorgänge pro Monat, mehr als 200.000 registrierte E-Auto-Fahrer und über 60 aktive Roaming-Anbindungen. Die Umstellung soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen sein.

Allego hat im Vorfeld ein formelles Ausschreibungsverfahren durchgeführt und Plattformen anhand ihrer Migrationserfahrung, der Einhaltung von Standards sowie der Integrationsfähigkeit in die bestehende operative und unternehmensweite Software- und Hardware-Infrastruktur bewertet. „Die Plattform überzeugte nicht nur auf dem Papier, sondern bewies auch ihre umfassende Funktionalität in allen Kernbereichen des CPMS, die für den Betrieb und die Skalierung eines großen Ladenetzwerks erforderlich sind“, äußert sich Norbert Teichmann, IT-Direktor bei Allego.

Das bulgarische Unternehmen bezeichnet seine Plattform als hardwareunabhängig und API-basiert. Allego soll darüber bestehende operative und unternehmensinterne Systeme anbinden und die Plattform bei neuen Anforderungen erweitern können. Ampeco soll künftig unter anderem Standards und Compliance, Hardware-Integration, laufende Wartung, Roaming- und Abrechnungsprozesse sowie Partner-Integrationen abbilden. Allego hingegen auf seine Wettbewerbsfähigkeit.

„Die Partnerschaft mit Ampeco bietet uns eine moderne, zukunftssichere Plattform, die es uns ermöglicht, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren: jedem Fahrer, der unser Netzwerk nutzt, ein außergewöhnliches Ladeerlebnis zu bieten“, sagt Christian Zeh, COO bei Allego.

Zugang zu Ampeco-Integrationen

Mit dem Wechsel erhält Allego laut Ampeco auch Zugang zum Marketplace des Software-Anbieters. Dort werden vorgefertigte Integrationen angeboten, unter anderem für Bezahlung, Flotten-Management, Smart Charging und Energiedienste.

Ampeco verweist darauf, dass die eigene Plattform bereits bei mehr als 200 Ladeinfrastrukturbetreibern in über 70 Märkten eingesetzt werde. In der Mitteilung nennt das Unternehmen außerdem mehr als 120.000 Ladepunkte, die bereits auf Ampeco migriert worden seien.

Erst im Frühjahr hatte Ampeco zudem Plugsurfing in seine eMSP-Plattform integriert, um Managed Roaming über eine einzelne Roam-OCPI-Anbindung anzubieten. eMSP-Kunden sollen darüber Zugang zu mehr als einer Million Ladepunkten in 28 europäischen Ländern erhalten.

Abgrenzung zur Allego-App

Die Ampeco-Migration betrifft die Betreiberseite des Allego-Netzes. Davon zu unterscheiden ist Allegos kundenseitige MSP- und App-Strategie. Im September 2025 hatte Allego angekündigt, gemeinsam mit Deftpower eine neue Mobility-Service-Provider-Plattform entwickeln und umsetzen zu wollen. Im Mai 2026 folgte der Launch der neuen Allego-App. Über diese sind nicht nur Allego-eigene Ladepunkte zugänglich, sondern auch Ladepunkte anderer Betreiber. Allego nannte zum Start einen Zugang zu einer Million Ladepunkten in Europa.

Ob und wie die nun angekündigte Ampeco-Migration technisch mit dieser MSP- und App-Ebene zusammenspielt, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Klar ist aber die Aufgabenteilung: Deftpower und die Allego-App betreffen die kundenseitige Lade- und Roaming-Nutzung, Ampeco soll künftig das CPMS-Backend für den Betrieb der Allego-Ladepunkte stellen.

ampeco.com

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